Sexualität

Verhelft einander zum Orgasmus!

6. Februar 2021, 16:39 Uhr
In der Regel gehören zum Sex zwei Personen. Beide können Gewinner sein, in diesem Spiel muss niemand verlieren. Und das Beste – gespielt wird zusammen im selben Team. Nur leider funktioniert das nicht immer. Weil wir diese Woche das Augenmerk auf die Frauen legen, gibt's ein paar geni(t)ale Gedanken von Caroline Dettling.
Der weibliche Orgasmus ist ein Mysterium.
© iStock / Getty Images

Vulva. Ein wunderbarer Ort, wo wunderbare Dinge geschehen können. Aber viel zu oft geht es dort zu und her wie auf einer Baustelle. Hämmern, graben, schleifen. Das passiert meistens nicht böswillig. Aber weil Männer und Frauen grundverschieden sind, gibt es Gräben. Und über diese Gräben wollen wir Brücken bauen.

Aufmerksamkeit ist Königin

Lasst uns bei den Männern beginnen. Nicht, weil sie alles falsch machen, sondern weil sie alles richtig machen können. Das Zentrale dabei ist wohl: Seid keine Einzelplayer. Schaut auf euer Gegenüber. Wie reagiert sie auf euch und das, was ihr da gerade fabriziert? Aufmerksamkeit ist Königin. Wenn ich für uns Frauen spreche, dann trete ich wohl niemandem auf den Fuss, wenn ich sage: „Zu viel Fürsorge hat noch nie geschadet.“

Die Frau kommt im besten Fall zuerst

Also, liebe Männer, seid alles: Aufgeregt, nervös, rau, schnell, experimentell, aber seid auf keinen Fall Egoisten. Was ihr rein gebt, kommt auch wieder raus. Und dabei spreche ich jetzt nicht von eurem Penis, sondern von eurer Hingabe. Ihr habt die Macht und könnt uns zum Orgasmus führen. Und wenn ihr seht und spürt, wie wir immer näher zum Höhepunkt gelangen, profitiert ihr doch auch davon? Im besten Fall wartet ihr, bis sie zuerst über die Ziellinie rennt. Falls das nicht geht und ihr doch die Nummer eins seid, geht nochmals zurück, sodass am Ende beide auf dem Podest stehen. Also seid geduldig und bevor ihr eure Energie ganz verpulvert, gebt uns eine Chance.

69 Prozent – krass

Denn wir Frauen können das mit dem Orgasmus. Statistiken sagen zwar das Gegenteil. Laut einer aktuellen Umfrage von „The Casual Lounge“ kommen 69 Prozent (sic!) der Frauen nicht immer zum Höhepunkt, 63 Prozent finden Sex ohne Orgasmus aber ganz in Ordnung. Frauen haben also Mühe, zu kommen und falls es doch passiert, hat es bestimmt eine Ewigkeit gedauert. Ganz schön demotivierend. Aber muss das sein? Nicht wirklich.

Riechen, Tasten, Schmecken, Hören, Sehen

Was viele von uns Frauen vielleicht im Bett verkrampfen lässt, ist unser Kopf. Der hat eigentlich gar nichts mitzumischen bei dieser Aktion. Zumindest nicht das, was gedanklich abgeht, sonst kann der Kopf ja auch hier ganz nützlich sein. Item. Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho hat einst geschrieben: „Beim Sex sollte man nur Liebe und die fünf Sinne mit ins Bett nehmen.“ Sinne! Also Riechen, Schauen, Schmecken, Tasten und Hören. Hört auf zu denken, riecht an ihm, schaut eure Körper an, fühlt und hört zu. Laut sein beim traut sein, passt doch.

An dieser Stelle könnte ich vielleicht den Männern auf die Füsse treten, aber ist es nicht so, dass etwas Mut auch noch niemandem geschadet hat? Habt Mut, liebe Frauen, zu machen und zu sagen, was auf der Reise zum Orgasmus hilft. Und wenn ihr das nicht wisst, findet es raus. An euch selbst. Tasten hilft. Riechen, warum nicht? Und wer sich selbst nach dem Film „Die Göttliche Ordnung“ noch keinen Spiegel zwischen die Beine gehalten hat, um zu schauen, was da unten los ist, der lege ich das ans Herz.

Ein Orgasmus ist keine Aufgabe, sondern ein Ticket für die Achterbahn. Und das Ticket gibt es erst noch gratis, hoffe ich doch. Wie Männer zum Ticket kommen, kann ich schlecht beurteilen. Aber offenbar soll das leichter sein, als bei uns Frauen.

(cad)

*Dieser Artikel erschien bereits im Rahmen des Welttags des Orgasmus.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Dezember 2020 16:30
aktualisiert: 6. Februar 2021 16:39
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