Pandemie

Wann kommt die erlösende Corona-Impfung?

16. Oktober 2020, 15:32 Uhr
Forscher arbeiten mit Hochdruck an der Entwicklung von Impfstoffen. (Symbolbild)
© KEYSTONE/AP/Michael Kappeler
Experten rechnen im kommenden Jahr mit der Zulassung von Corona-Impfstoffen für die breite Bevölkerung. Doch damit ist die Pandemie noch lange nicht besiegt. Es werden sich neue Fragen eröffnen, wie zum Beispiel, wer zuerst an welchen Impfstoff rankommt.

Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffes zehn bis fünfzehn Jahre, jetzt redet man von Monaten. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten mit Hochdruck an Impfstoffen, Medikamenten und weiteren Viren-Töter, die unser aller Leben möglichst bald wieder in die Normalität zurückholen.

Weltweit befinden sich zurzeit rund 200 Impfstoffe in der Entwicklung. Mehrere davon werden bereits bei Freiwilligen getestet. Zwei Impfstoffe sind schon offiziell zugelassen und werden in Russland und beim Chinesischen Militär angewendet. Dennoch: «Auch bis Ende 2021 wird das Coronavirus sicherlich noch nicht eliminiert – und damit wird unser aller Leben noch nicht in alter Normalität sein», schrieb die Virologie- und Genetik-Expertin Karin Moelling am Donnerstag in der «NZZ».

Um dieses Ziel zu erreichen, müssten ihrer Einschätzung nach 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Das würde zu der vielzitierten Herdenimmunität führen und der Pandemie damit den Garaus machen. Bis dahin sei es aber noch ein langer Weg zu gehen. Und unterwegs müssen wir uns noch einigen Fragen stellen. Zum Beispiel wo und wie die Milliarden von erforderlichen Impfdosen produziert werden. Und vor allem, wie sie verteilt werden.

Impfung für Risikogruppen hat Priorität

Wie «SRF» am Donnerstagabend berichtete, läuft bei Swissmedic seit vergangener Woche das erste rollende Zulassungsverfahren für einen Corona-Impfstoff. Weitere Anträge werden erwartet.

Die erste Priorität hat dabei ein erster Impfstoff, der Risikogruppen schützen kann. Jene, die einen schweren Krankheitsverlauf fürchten müssen, nähmen unter Umständen mehr Nebenwirkungen in Kauf, wird Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, im Bericht zitiert.

Einer für die breite Bevölkerung müsste hingegen sehr sicher sein und im Idealfall gleich prophylaktisch wirken. So würde die geimpfte Person das Virus gar nicht erst aufnehmen und könnte es so auch nicht weiterverbreiten.

(imü)



Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. Oktober 2020 14:31
aktualisiert: 16. Oktober 2020 15:32