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Biden und Putin in Genf

Wenig Annäherung am historischen Treffen

16. Juni 2021, 21:22 Uhr
Das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen in Genf zwischen dem russischen Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden vor der Villa La Grange ist zu Ende. Das Treffen dauerte mehrere Stunden und hatte eine ganze Palette an Themen: von Fragen der atomaren Rüstungskontrolle über Menschenrechte bis hin zu Regionalkonflikten in Afghanistan, Syrien und Libyen.
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Quelle: TeleZüri

Parmelin hiess die Staatschefs in Genf, der Stadt des Friedens, willkommen. Die Schweiz sei geehrt, die beiden für den Gipfel begrüssen zu begrüssen. Er wünschte den Präsidenten der beiden Supermächte einen fruchtbaren Dialog, im Interesse der beiden Länder und der gesamten Welt.

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Quelle: CH Media Video Unit / AP

«Alles Gute», sagte Parmelin und richtete danach noch kurze Worte auf Russisch und Englisch an Putin und Biden. Danach schüttelten sich die beiden Staatspräsidenten für die Fotografen kurz die Hände, bevor sie von Parmelin wieder in die Villa geführt wurden.

Putin war am Mittwoch am Flughafen Genf Cointrin gelandet. Biden seinerseits war bereits am Vortag angereist und hatte sich mit Parmelin und Aussenminister Cassis für ein kurzes Gespräch getroffen.

Das Treffen zwischen Biden und Putin dauerte mehrere Stunden und hatte eine ganze Palette an Themen: von Fragen der atomaren Rüstungskontrolle über Menschenrechte bis hin zu Regionalkonflikten in Afghanistan, Syrien und Libyen.

Botschafter kehren zurück

Unter anderem haben dich die Staatschefs nach Angaben Putins auf eine Rückkehr ihrer Botschafter nach Moskau und Washington geeinigt. Das sagte Putin am Mittwoch nach dem Treffen. Die Diplomaten waren im Frühjahr im Zuge wachsender Spannungen zwischen beiden Länder jeweils in ihre Heimat zurückgekehrt. Der Schritt gilt als Zeichen einer Deeskalation zwischen Moskau und Washington.

Russlands Botschafter Anatoli Antonow war vor drei Monaten aus Washington zu Konsultationen in die Heimat zurückgerufen worden. Dazu kam es, nachdem US-Präsident Joe Biden in einem Interview im März die Frage bejaht hatte, ob er Putin für einen «Killer» halte. Zudem verhängte die US-Regierung neue Sanktionen gegen Russland wegen eines Cyberangriffs und wegen der Einmischung in Wahlen.

Wiederherstellung des Dialogs

Moskau wies die Anschuldigungen zurück und bezeichnete die Strafmassnahmen als Verstoss gegen internationales Recht. Im Gegenzug verhängte auch die russische Regierung Sanktionen und wies unter anderem US-Diplomaten aus. Aussenminister Sergej Lawrow legte zudem dem US-Botschafter John Sullivan nahe, Moskau zu verlassen. Im April reiste Sullivan aus der russischen Hauptstadt ab.

«Ich glaube, es ist wichtig für mich, direkt mit meinen neuen Kollegen in der Biden-Regierung in Washington über den gegenwärtigen Zustand in den bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zu sprechen», teilte Sullivan damals mit. Der Botschafter hatte die Hoffnung geäussert, im Zuge eines Gipfels von Putin und Biden nach Moskau zurückkehren zu können. Kurz dem Gipfeltreffen in Genf hatte Putin gesagt, dass es dabei vor allem um eine Wiederherstellung des Dialogs zwischen Moskau und Washington gehen sollte.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. Juni 2021 13:05
aktualisiert: 16. Juni 2021 21:22