Schüler-Studie

Wer unglücklich ist, verbringt mehr Zeit am Handy

25. August 2020, 13:38 Uhr
Eine Studie befasst sich mit den Bildschirm-Gewohnheiten von Schweizer Jugendlichen. (Symbolbild)
© Keystone / Christof Schuerpf
Geräte wie Smartphone und Computer gehören zum Alltag von Schweizer Jugendlichen. Die von «Sucht Schweiz» durchgeführte nationale Schülerinnen- und Schülerstudie «Health Behaviour in School-aged Children» (HBSC) gibt Einblicke ins Bildschirm- und Social-Media-Verhalten von 11- bis 15-Jährigen.

An Schultagen (4,5 Stunden) hat sich die Bildschirmzeit der Schülerinnen und Schüler zwischen den beiden Umfragen von 2014 und 2018 kaum verändert. Jedoch legen vor allem die Jungen an Wochenenden (acht Stunden) zu und spielen Videospiele oder schauen Videos, während Mädchen im Internet surfen, Schulaufgaben erledigen und mehr Zeit in sozialen Netzwerken verbringen. Auch nimmt die Zeit vor dem Bildschirm zu, je älter die Schülerinnen und Schüler werden.

Wer häufig illegale Substanzen konsumiert, verbringt mehr Zeit am Bildschirm

Wieviel Zeit die Jugendlichen vor dem Bildschirm verbringen, kann von verschiedenen Faktoren abhängen. Wer sich von der Familie wenig unterstützt fühlt, mit dem Leben wenig zufrieden ist, oder an chronischen Beschwerden leidet, verbringt tendenziell mehr Zeit vor dem Bildschirm. Auch wer regelmässig psychoaktive Substanzen wie Tabak, Cannabis oder Alkohol konsumiert, scheint häufiger vor dem Bildschirm zu sein.

Über Gefühle wird persönlich gesprochen

Mehr als die Hälfte der 11- bis 15-Jährigen senden oder empfangen mehrmals am Tag, oder fast durchgehend, Nachrichten, Emoticons, Fotos, Videos oder Sprachnachrichten. Am meisten tun sie dies mit besten Freundinnen und Freunden. Weniger oft genannt werden Eltern, Geschwister oder Lehrerinnen und Lehrer. Über Sorgen, Geheimnisse und Gefühle spricht eine grosse Mehrheit der Befragten weiterhin lieber persönlich. Nur rund sieben Prozent bevorzugen dafür Bildschirmmedien.

Jeder Zehnte war schon Opfer von Cybermobbing

Unkontrollierter Gebrauch von Bildschirmen kann auch Risiken bringen. «Sucht Schweiz» gibt Tipps für Eltern die ratlos sind und nach Antworten suchen. Es soll festgelegt werden, wie viel Zeit vor dem Bildschirm verbracht wird und welche Inhalte konsumiert werden. Auch Ort und Zeitpunkt der Nutzung sollen definiert sein, zum Beispiel kein Smartphone während dem Essen. Auch sollen Kinder auf spezifische Risiken wie Cybermobbing angesprochen und sensibilisiert werden.

Cybermobbing kann sich unter anderem dadurch auszeichnen, dass bösartige Nachrichten oder Posts sowie unpassende Fotos oder Videos verbreitet werden. Häufig kursieren solche Inhalte für längere Zeit im Internet. Fast jede und jeder zehnte 11- bis 15-Jährige gibt an, mindestens ein Mal in den letzten Monaten im virtuellen Raum belästigt worden zu sein.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. August 2020 12:22
aktualisiert: 25. August 2020 13:38