Krankenkassenprämien

Wer wechselt, spart sich während zehn Jahren ein Auto zusammen

18. August 2022, 07:34 Uhr
Weil die Krankenkassen bislang ihre Prämien nur moderat erhöhten, waren die Versicherungsnehmenden in der Schweiz in den letzten Jahren besonders faul. Im Extremfall lässt sich aber ganz schön viel Zaster sparen, wie eine Analyse von Comparis zeigt.
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Wer in der Schweiz wohnhaft ist, braucht eine Krankenversicherung. Gesellschaften dafür gibt es viele und in der Grundversicherung sind sie alle gleich – in der Leistung zumindest. Beim Preis gibt es grosse Unterschiede und wer da die richtigen Vergleiche zieht, kann so einiges an Geld sparen.

Wie eine Analyse von Comparis zeigt, geht rund 7 Prozent des Haushaltbudgets für die Krankenversicherung drauf. Eine erwachsene Person bezahlt also im Schnitt 4598 Franken an Grundversicherungsprämien pro Jahr. Hinzu kommen noch die Leistungen einer eventuellen Zusatzversicherung.

Sparpotential von 30'000 Franken

So hoch müsste dieser Betrag aber nicht sein, wenn man die Versicherung wechseln würde, was man jährlich tun kann. Comparis hat ausgerechnet, dass man im Extremfall in den letzten zehn Jahren sogar über 3000 Franken pro Jahr hätte sparen können. Wieso ein Grossteil der Bevölkerung diese Chance nicht nutzt? Comparis geht in ihrer Mitteilung davon aus, dass der Anstieg der Prämien entweder nicht zu drastisch war, was die Menschen zu einem Wechsel gezwungen hätte, oder dass sie einfach zu faul waren, sich damit auseinanderzusetzen.

So oder so ist das Sparpotential nach wie vor riesig. Mit den happigen Erhöhungen in diesem Herbst steigt das Potential nochmals. Wer nicht an einen Wechsel denkt oder noch nie gewechselt hat, sollte sich auch nicht beklagen, findet Comparis-Experte Felix Schneuwyl. «Besonders die Versicherten, die in den letzten 10 Jahren nie zu einer günstigeren Krankenkasse gewechselt haben, hätten am meisten Geld sparen können und sollten sich nicht über steigende Prämien beklagen. Mit den happigen Prämienerhöhungen diesen Herbst wird das Sparpotenzial noch grösser», sagt der Experte.

Von teuer zu günstig gemessen

Bei dem Einsparungspotential geht Comparis von einem Wechsel von der teuersten zur günstigsten Krankenkasse aus. Hätte man also vor zehn Jahren bereits gewechselt, hätte man, je nach Kanton, zwischen 25'000 und 33'000 Franken gespart. Davon könnte man sich gut und gerne ein Auto kaufen.

Schneuwyl würde einen regeren Wechsel begrüssen. «Mehr Wechselbereitschaft würde auch die Servicequalität der Krankenversicherer verbessern. Denn nur Anbieter, die Kunden verlieren, strengen sich mehr an», sagt Schneuwyl. Er rechnet vor, dass man selbst ohne einen Modell- oder Franchisen-Wechsel um die 1000 Franken pro Jahr hätte sparen können.

Kündigung übernimmt Krankenkasse

In den einzelnen Kantonen unterscheidet sich das Sparpotential zwar deutlich, nimmt man sich aber etwas Zeit, um sich damit auseinander zu setzen, kann in der ganzen Schweiz gespart werden. Die aktuelle Versicherung müsste man nicht mal selber künden. Stellt man einen Mitgliedsantrag bei der neuen Versicherung, übernimmt diese das Informieren der alten Krankenkasse. Der nächste offizielle Termin ist der 30. November.

(roa)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 18. August 2022 07:35
aktualisiert: 18. August 2022 07:35