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Fast 30 Rappen mehr

Wieso die Benzinpreise seit Anfang Jahr steigen

Michael Bumbacher, 19. Juli 2021, 05:34 Uhr
Wer täglich mit dem Auto unterwegs ist, dem ist es sicher aufgefallen: Die Benzinpreise steigen immer mehr. Massgebend dafür ist die Abflachung der Pandemie. Allerdings gibt es von Kanton zu Kanton grosse Unterschiede bei den Benzinpreisen.
Seit Anfangs Jahr sind die Benzinpreise stetig am steigen. (Archivbild)
© KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Vor gut einem halben Jahr musste man an der Tankstelle noch bedeutend weniger tief ins Portemonnaie greifen als heute. Im Dezember 2020 kostete Bleifrei 95 noch 1.41 Franken pro Liter. Inzwischen bezahlt man 28 Rappen mehr pro Liter. Um einmal voll zu tanken, muss man somit bei einem durchschnittlichen Auto etwa 15 Franken mehr bezahlen.

Anstieg wegen Abflachung der Pandemie 

Der Anstieg der Preise ist vor allem auf die Abflachung der Pandemie zurückzuführen, welche durch sinkende Fallzahlen und steigende Impfzahlen erwartet wird. «Die Wirtschaftstätigkeit und das Gefühl, dass Covid-19 überwunden werden kann, nehmen zu. Deshalb erwartet man, dass die Nachfrage nach Erdöl steigen wird, was zu höheren Preisen führt», erklärt Erich Schwizer, Experte beim TCS. Erdöl und Erdölprodukte sind Börsenartikel. Deshalb reagiere der Preis, wenn eine Besserung der Pandemie erwartet wird.

Durch die Lockdowns hatten Reiseverhalten und Wirtschaftstätigkeit in vielen Ländern abgenommen. «Die Nachfrage und damit auch die Preise für Erdöl und Erdölprodukte gingen deshalb im vergangenen Jahr stark zurück», sagt Schwizer. Vom Ausbruch des Corona-Virus Anfang 2020 bis im Mai 2020 ist der Preis des Benzins um 21 Rappen pro Liter gesunken. Bis Ende Jahr blieb der Preis etwa auf diesem Niveau. Ab Anfang 2021 ist der Preis wieder gestiegen. «Weil die Treibstoffpreise Covid-19-bedingt stark zurückgegangen waren, ist der Wiederanstieg als normal zu bezeichnen», so Schwizer. Der durchschnittliche Preis für Benzin und Diesel über das erste Halbjahr 2021 liege etwa im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019.

Unklare Lage wegen Erdöl-Streit

Ob der Preis weiter in die Höhe geht oder erneut sinkt, ist momentan sehr unklar. Auf dem Rohölmarkt gibt es derzeit grosse Turbulenzen. Um den Ölpreis unter Kontrolle zu halten, legen die erdölexportierenden Länder (Opec) die Fördermengen für ihre Mitglieder fest. Da sich die Länder über die Fördermenge aktuell nicht einig sind, ist es zum Streit gekommen. Je nachdem, wie der Streit ausgeht, kann dies zu Schwankungen der Benzinpreise nach oben oder unten führen.

Benzin im Kanton Schwyz am günstigsten

Wer genauer auf den Preis des Treibstoffes für sein Auto schaut, kann aber Geld sparen. Je nachdem, wo er tanken geht. Die Preise unterscheiden sich nämlich von Kanton zu Kanton. «Aus der Erfahrung in diesem Jahr weiss ich, dass Benzin im Kanton Schwyz am günstigsten ist», sagt Erich Schwizer.

In Ibach gäbe es zwei Tankstellen, die Bleifrei 95 für etwa 1.60 Franken pro Liter und weniger verkaufen. Dies würde auch die Preise der umliegenden Tankstellen drücken. Im Aargau lässt es sich etwa in Etzgen oder in Wohlen günstig tanken. Noch billiger ist Bleifrei etwa in Zuchwil, wo ein Liter derzeit 1.54 Franken kostet.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Juli 2021 05:33
aktualisiert: 19. Juli 2021 05:34