Gegen Rassismus

«Wir Ausländer müssen den ersten Schritt auf die Schweizer zu machen»

Martina Odermatt, 9. Oktober 2020, 19:01 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Rassismus ist vielfältig, Rassismus ist mal offensichtlich, mal subtil. Wir lassen verschiedene Leute zu Wort kommen und fragen sie nach ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus. Diese sind so vielfältig wie die Nuancen der Hautfarbe.

Habibi lebt seit gut vier Jahren hier in der Schweiz. Als der Afghane damals hierher gekommen ist, war er von den Schweizern enttäuscht. «Bei uns klopft man einfach an eine Haustüre und man darf mit den Leuten essen, das ist nicht so ein Problem. Aber wenn du das bei Schweizern machst, ist das komisch.»

Hier Anschluss zu finden, war zu Beginn nicht einfach. Er habe die ersten paar Monate nur rumgehangen, nicht viel unternommen. «In der Nacht habe ich Filme geschaut und Spiele gespielt, am Tag geschlafen. Dann habe ich mir gesagt: Habibi, jetzt musst du etwas ändern!» Also hat er angefangen, Vereine aufzusuchen. Besonders Kultur interessiert den jungen Afghanen. Mittlerweile ist er in Stans, wo er wohnt, bekannt wie ein bunter Hund.

Ausbildung als Fachangestellter Gesundheit

Auch hat er diesen Sommer die Ausbildung als Fachangestellter Gesundheit begonnen. Rassismus erlebe er bei der Arbeit nicht: «Es gibt Leute, die generell nicht von Männern gepflegt werden wollen, das hat aber nichts mit mir persönlich zu tun», so Habibi. «Ich bin wirklich sehr glücklich bei meiner Arbeit.»

Zum Thema Integration sagt Habibi folgendes: «Wir Ausländer müssen den ersten Schritt auf die Schweizer zu machen. Aber die Schweizer müssen auch helfen.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 9. Oktober 2020 19:01
aktualisiert: 9. Oktober 2020 19:01