BAG-Expertenrunde

«Wir müssen geduldig bleiben»

16. Februar 2021, 17:36 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Die Fallzahlen sinken, gleichzeitig steigt die Sorge um das mutierte Coronavirus. Ebenfalls die Frage: Wie geht es mit den Impfungen voran? Am Dienstag haben sich die Experten des Bundes zusammengesetzt und über das weitere Vorgehen informiert.

Aktuell sei man bei rund 1'000 Neuinfektionen pro Tag angekommen, so Patrick Mathys: «Die Schweiz macht es gar nicht so schlecht», die Fallzahlen seien sinkend. Auch bei den Hospitalisationen sehe es besser aus als letzte Woche. Rund 68 Prozent der Intensivpflegeplätze seien aktuell belegt. Dies, immer weniger durch Covid-Patienten.

Trotz der guten Nachrichten gibt es ein «Aber»

Auch wenn sich die Lage verbessert, gäbe es trotzdem ein «Aber», so Mathys. Die Reproduktionszahl liege aktuell bei 0,88. Diese Zahl und die langsame Abnahme der Fallzahlen seien nicht das, was das BAG wolle. Die Anzahl der Neuerkrankungen solle deutlich gedrückt werden, auch im Hinblick auf eine möglichst ungestörte Impfkampagne. Ausserdem seien die verschiedenen Mutationen in der Schweiz weiterhin auf dem Vormarsch - Die Zunahme in dieser Woche jedoch nicht so hoch wie in der Vergangenheit.

Auf die Frage, wie Patrick Mathys das Ereignis in Einsiedeln bewertet, meint er: «Ich verstehe, dass man müde ist und etwas wie Normalität will. Es braucht aber noch Geduld und Kraft und den Willen, die Massnahmen umzusetzen, um nicht in eine Situation zu kommen, in der die Regeln verschärft werden müssen. Es war sicher nicht ideal, was in Einsiedeln vonstatten ging.» Auch Kollegin, Vitzepräsidentin der Kantonsärztinnen, Linda Nartey appeliert an die Bevölkerung: «Ich weis, ihr seid müde, aber wir müssen geduldig bleiben!»

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Quelle: CH Media Video Unit

Höhere Übertragbarkeit der Mutationen bereitet weiterhin Sorgen

Vor dem Hintergrund der Fallzahlen dürfe man einigermassen optimistisch sein, so Mathys. Der Einfluss der Varianten auf das epidemiologische Geschehen sei aber aufgrund der ansteckenderen Varianten schwierig vorauszusagen. «Wir halten daran fest, dass diese bessere Übertragbarkeit aus wissenschaftlicher Sicht nicht in Frage gestellt wird.»

100'000 Menschen sind bereits vollständig geimpft

«In letzter Zeit wurde uns weniger geliefert als erwartet», so Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle. Die Lieferverzögerungen bei den Impfstoffen konnten aber aufgeholt werden und man erwarte in den kommenden Monaten noch mehr Lieferungen. Bis April sollten alle Risikopatienten, die eine Impfung wünschen, diese erhalten.

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern stehe die Schweiz in Sachen Impfen gut da. Bisher konnten in der Schweiz 100'000 Menschen eine zweite Impfdosis verabreicht werden. Ab nächster Woche werde es mehr Informationen über die Impfungen in den Kantonen geben. Menschen über 75 Jahre und solche mit einer chronischen Erkrankung hätten nach wie vor Priorität beim Impfen. Auch bezüglich der Impfdosen gibt es gute Neuigkeiten, wie Patrick Mathys vom BAG im Video sagt.

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Wieso können Geschäfte mit Schutzmassnahmen nicht geöffnet werden?

Es werde immer Übertragungen geben, so Mathys: «Schutzkonzepte können diese nicht zu 100% verhindern.» Die Ungerechtigkeit zwischen verschiedenen Läden, jenen die offen haben und jenen die geschlossen sein müssen, bestehe bereits seit dem Anfang der Situation. «Es tut mir leid, für alle die aktuell geschlossen bleiben müssen, so Mathys.» Zur möglichen Öffnung der Gastrobetriebe ab dem 1. März konnte Mathys keine Auskunft geben: «Ich kann den Entscheiden des Bundesrats nicht vorgreifen».

(str)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. Februar 2021 16:20
aktualisiert: 16. Februar 2021 17:36