Zweitwohnungen

Zehn Jahre nach Initiative: Folgen weniger schlimm als befürchtet

4. März 2022, 08:12 Uhr
Es waren hitzige Diskussionen und Debatten, als vor zehn Jahren über die Zweitwohnungs-Initiative abgestimmt wurde. Die betroffenen Branchen befürchteten, dass die Immobilienpreise nach oben schiessen. Das blieb aber aus, wie jetzt zwei Studien zeigen.
Die dunklen Wolken blieben aus: Die Zweitwohnungsinitiative hat den Bergdörfern nicht geschadet. (Archivbild, Andermatt)
© Keystone/Getty Images/Hans Georg Eiben

Mit gerade einmal 50,6 Prozent Ja-Stimmen war die Zweitwohnungs-Initiative 2012 angenommen worden. Danach ging vor allem bei den touristisch geprägten Berggebieten die Angst um und auch Experten waren sich sicher: Jetzt explodieren die Preise. Das war offenbar aber nicht der Fall. Zu diesem Schluss kommt jetzt die Hochschule Luzern HSLU.

Die Preise waren bis 2018 sogar abgesackt, so die Analyse der Hochschule. In betroffenen Gemeinden sanken die Wohnungspreise demnach in dieser Zeit um satte 16 Prozent. Als Grund dafür sieht die Hochschule die Panikreaktion der betroffenen Berggemeinden.

Last-Minute-Baugesuche liessen Preise purzeln

Die entsprechenden Gemeinden hätten kurz nach der Abstimmung rund drei Mal so viele Baugesuche bewilligt als im langjährigen Durchschnitt. «Dies hat ironischerweise für ein zwischenzeitliches Überangebot gesorgt», heisst es im Bericht der HSLU. Im Zuge dessen wurden auch mehr minderwertige Wohnungen auf den Markt gebracht, was den Preis drückte.

Corona-Pandemie treibt Preise nun nach oben

Seit 2019 steigen die Preise nun wieder bei den Zweitwohnungen. Insbesondere seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie seien Wohnungen in den Bergen sehr gefragt. Deshalb seien die Preise nun in etwa wieder dort, wo sie jetzt auch ohne Zweitwohnungs-Initiative wären, so die HSLU-Experten.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. März 2022 08:12
aktualisiert: 4. März 2022 08:12
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