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Ist die Ära des 9-to-5-Jobs langsam vorbei?

10. März 2021, 15:25 Uhr
Zum aktuellen Zeitpunkt läuft, bedingt durch die Corona-Pandemie, wohl der grösste Feldversuch zum Thema Homeoffice und flexible Arbeitszeitgestaltung. Vor allem Unternehmen, die bereits vorher in die Digitalisierung investierten, profitieren nun davon und können Ihren Mitarbeitern den unkomplizierten Wechsel ins Homeoffice ermöglichen.
Ist die Ära des 9-to-5-Jobs langsam vorbei?
© FM1Today

Die modernen Technologien sorgen für den schnellen und sicheren Zugriff auf Unternehmensdaten von jedem Standort aus, sodass die Aufgaben genauso effizient und zuverlässig erledigt werden, wie im Unternehmen. Aufgrund dieses Erfolgs stellt sich natürlich die Frage, ob 9-to-5-Jobs und die ständige Anwesenheit im Büro in Zukunft zielführend sind.

Der Wunsch nach mehr Flexibilität besteht seit längerer Zeit

Bereits seit mehreren Jahren weichen immer mehr Unternehmen den starren 9-to-5-Job mit Anwesenheitspflicht im Unternehmen auf. Homeoffice an bestimmten Tagen gehört für viele bereits zur Normalität des beruflichen Alltags. Dies gilt ebenfalls für die Flexibilisierung der Arbeitszeit, die häufig möglich ist. Nur das Verharren auf einem 8-stündigen Arbeitstag ist immer noch sehr ausgeprägt.

Ein grosser und international tätiger Personaldienstleister führte im Mai 2020 die Studie «Resetting Normal: Defining new era of work» (www.adeccogroup.com/research-block/reset-normal/) durch, wozu 8000 Mitarbeiter in unterschiedlichsten beruflichen Positionen befragt wurden. Das Ergebnis ist aussagekräftig und bestätigt die oft gehörten Wünsche nach flexiblen Arbeitsmodellen.

  • 49% der Arbeitszeit im Homeoffice wären für die Befragten ideal
  • 69% bevorzugen Verträge auf ergebnisorientierter anstelle der stundenorientierten Basis
  • 74% erwarten von Führungskräften eine besser ausgeprägte emotionale Intelligenz in Form von mehr Empathie und Führung durch wohlwollende Unterstützung
  • 69% erwarten nach der Pandemie verstärkte Angebote zur digitalen Weiterbildung

Geringere Produktivität durch stundenorientierte Arbeitsverträge

Beim 9-to-5-Job liegt der Fokus auf einer vertraglich definierten Arbeitszeit, die ein Arbeitnehmer im Unternehmen oder zum Teil im Homeoffice ableistet. Unabhängig vom aktuellen Arbeitsaufwand. Alleine diese starre Vorgabe zeigt die Schwächen dieses Arbeitsmodells. Denn es gibt immer Tage, an denen weniger Arbeit anfällt. Bietet das Unternehmen keine flexible Arbeitszeit an, muss der Mitarbeiter seine Zeit absitzen.

Ein weiteres Argument, dass gegen den starren 9-to-5-Job spricht, sind die Ergebnisse verschiedenster Studien, in denen die Konzentrationsfähigkeit von Menschen untersucht wurden. Sie alle kommen zum Ergebnis, dass die Konzentrationsfähigkeit eines Menschen nur einen gewissen Zeitraum aufrecht bleibt. Abhängig von der Komplexität der Aufgabe reduziert sich die Konzentration nach drei, maximal 4 Stunden. Hinzu kommen noch die individuellen Fähigkeiten der Mitarbeiter, welche die Leistungsfähigkeit zusätzlich beeinflussen. Daraus ergibt sich, dass zumindest die Hälfte der Arbeitszeit eines 9-to-5-Jobs nicht produktiv genutzt wird. Den Nachweis dafür erbringt beispielsweise eine britische Studie (www.vouchercloud.com/resources/office-worker-productivity)

In der Regel ist es nicht möglich, mangels Arbeit oder Konzentration einfach untätig im Büro zu sitzen. Daher wenden viele unbewusst Parkinsons Law «Arbeit dehnt sich in genau dem Mass aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht» an.

Motivations- und Produktivitätsfaktor ergebnisorientiertes Arbeiten

Der Wunsch nach ergebnisorientierten Arbeitsvereinbarungen wird immer lauter. Und dies zu Recht. Denn haben Mitarbeiter nur ihre Aufgaben und die dazu gehörenden Deadlines vor Augen, konzentrieren Sie sich ausschliesslich darauf. Sie gestalten Ihre Arbeitstage nicht nach 9-to-5 und dem oft ersehnten Feierabend, sondern nach ihrer ToDo-Liste.

Ist diese Liste abgearbeitet, ist der Arbeitstag zu Ende. Dabei variiert die Länge der Arbeitstage, unterbrochen von mehr oder weniger langen und oft privat genutzten Pausen, die individuell bei Bedarf eingelegt werden. So wird es Tage geben, an denen die Arbeit bereits nach drei Stunden erledigt ist, an anderen Tagen investieren die Mitarbeiter vielleicht 12 Arbeitsstunden verteilt über den ganzen Tag oder sogar das Wochenende. Denn das einzige, was zählt, ist ein qualitativ hochwertiges Ergebnis, das fristgerecht zur Deadline vorliegt. Aus dieser selbstbestimmten und individuellen Gestaltung der Arbeitszeit ergibt sich zusätzlich eine hohe Motivation.

Dass bestimmte Regeln wie die Anwesenheit zu gewissen Zeiten oder die Erreichbarkeit als begleitende Massnahmen unerlässlich sind, versteht sich. Denn nur so ist der im Team unverzichtbare Informationsfluss gewährleistet.

In Zukunft weniger 9-to-5-Jobs

Die Arbeitswelt ist stetigen Veränderungen unterworfen und vor allem durch die fortschreitende Digitalisierung wird es in vielen Berufen zu starken Änderungen bei der Gestaltung des beruflichen Alltags kommen.

Obwohl es immer Berufe geben wird, die den 9-to-5-Job voraussetzen, wird dieses Arbeitszeitmodell immer häufiger ergebnisorientierten Arbeitszeitmodellen mit ihrer deutlich höheren Produktivität weichen. Ist ein modernes und an den Ergebnissen orientiertes Modell nicht möglich, bietet sich immer noch die flexible Standortauswahl an. So ist es für Call-Center-Mitarbeiter genauso unproblematisch, vom Homeoffice aus zu arbeiten wie für einen Mitarbeiter, der ausschliesslich die Produktionsprozesse digital überwacht.

Die dafür erforderlichen Investitionen in die digitale Infrastruktur relativeren sich durch geringere Kosten für Büros und deren Ausstattung.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. März 2021 04:00
aktualisiert: 10. März 2021 15:25