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American Football

Diese Geschichten haben die vergangene Season geprägt

Raffaele Keller, 10. Januar 2022, 16:12 Uhr
Die Regular Season ist vorbei. Für den grössten Teil der Teams beginnt die Off-Season – für die Playoff-Teams geht’s erst richtig los. Wir haben im Sommer eine Prognose gewagt, welche Geschichten diese Spielzeit prägen werden. Doch inwiefern lagen wir richtig? Ein kritischer Rückblick.
Den Blick auf den nächsten Super Bowl Ring gerichtet: Bucs-Quarterback Tom Brady. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP

Tom Brady aka «The Goat»

Der nächste Super Bowl Ring und damit die Titelverteidigung, steht für Tom Brady und die Tampa Bay Buccaneers ganz oben auf der Wunschliste. Die Bucs haben sich souverän für die Playoffs qualifiziert und Tom Brady spielt eine mehr als passable Saison. Der Wunsch könnte also in Erfüllung gehen. In der ersten Runde der Playoffs sind die Eagles aus Philadelphia zu Besuch. Eine lösbare Aufgabe für Tom Brady.

17 Spiele Regular Season

Vor der Season heftig diskutiert, nun in den Hintergrund gerückt. Die Season dauerte nun ein Spiel länger und die Teams arrangierten sich damit. Symptomatisch dafür steht eine Aussage, die JC Tretter, Browns-Spieler und Präsident der Spielervereinigung, diese Woche in einem Interview mit der «Sports Illustrated» machte. Er sagte, die 17-Spiele-Season sei unter den Spielern kein grosses Thema mehr. Sie würden sich viel mehr über die Donnerstagabend-Spiele beschweren.

Rookie Quarterbacks

Ein klarer Fehlgriff. Zwar stehen die Rookie Spielmacher unter strenger Beobachtung, von «new Hotness» kann aber keine Rede sein. Von den fünf Erstrunden-Picks konnte sich bisher einzig Mac Jones einigermassen beweisen. Justin Fields kommt nach verhaltenem Start besser in Fahrt. Bei Trevor Lawrence besteht die Hoffnung, dass es nach dem Trainerwechsel besser wird. Trey Lance konnte sein Können bisher noch kaum zeigen. Und Zach Wilson, er muss bisher als grösster Bust bezeichnet werden – gut hat er noch einen Vertrag vier Jahre, um sich beweisen zu können. Dafür haben andere Rookies auf sich aufmerksam gemacht. Allen voran Ja'Marr Chase, der wohl «Offensive Rookie of the Year» werden dürfte. Und Micah Parsons, der in seiner ersten Season schon als möglicher Kandidat des «Defensive Players of the Year» gehandelt wird.

Patriots ohne Tom Brady

Was in Jahr eins ohne Brady und vielen Spieler, die wegen Corona ausgesetzt hatten, noch nicht so gut klappte, funktioniert nun wieder. Bill Belichick schaffte mit einer guten Defense und einem passablen Mac Jones in nur einem Jahr den Turnaround. Die Pats spielen mit den Buffalo Bills wieder auf Augenhöhe um den Titel in der AFC East – und haben sich bereits wieder für die Playoffs qualifiziert. In der Wild-Card-Runde müssen sie am nächsten Sonntag nach Buffalo, was keine leichte Aufgabe werden wird.

Drama um Houston Texans und Deshaun Watson

Wechsel-Gerüchte rund um Deshaun Watson waren bis zur Trade-Deadline zu hören – passiert ist jedoch nichts. Und somit bleibt Watson vorerst bei den Texans – und wird bis auf Weiteres auch nicht spielen. Dafür spielen die Texans gar nicht so schlechten Football. Den ersten Pick werden sie sich mit ihren vier Siegen nicht holen. Den haben sich die Jaguars mit ihren lediglich drei Siegen gesichert.

Das Comeback von Corona

Delta war für den NFL-Spielbetrieb zwar kein Problem, dafür Omikron. Während den ersten Wochen, bis etwa im Dezember, waren nur vereinzelt Spieler in Quarantäne. Mit dem Aufkommen der Omikron-Variante mussten plötzlich wieder Spiele verschoben werden, weil ganze Teams in Quarantäne waren. Corona hatte also trotz allem noch einen gewissen Einfluss auf die Season.

Aaron Rodgers und die Green Bay Packers

Die Zeichen stehen immer noch auf Abschied. Aber auf Abschied auf dem Höhepunkt. Aaron Rodgers spielt seine nächste überragende Season und gehört zu den Favoriten auf den MVP-Titel – schon wieder. Ob er die Packers zum Abschluss mit einem Super Bowl beschenkt? Die Chancen stehen gut.

All-Pro Trade: Julio Jones

Wie bei vielen anderen «grossen» Trades zuvor hat auch dieser nicht gehalten, was er versprochen hatte. Julio Jones wird als Falcon in Erinnerung bleiben, nicht als Titan. Er spielt eine durchschnittliche Season ohne besondere Höhepunkte. Kein Vergleich zu seinen Leistungen in Atlanta. Wobei, eine Chance hat er noch: Die Titans haben sich in der AFC den Nummer 1-Sitz gesichert und können deshalb während den Playoffs vom Heimrecht profitieren. Winkt am Ende eine weitere Super Bowl-Teilnahme?

Fazit

Die Prognosen trafen in den meisten Fällen zu. Über Brady und die Rookie Quarterbacks wurde viel gesprochen – wenn wohl nicht so, wie es die jungen Spielmacher gerne gehabt hätten. Dafür haben andere Rookies auf sich aufmerksam gemacht. Die Pats und Aaron Rodgers waren ein grosses Thema in dieser Season – dafür konnte sich Julio Jones nicht mehr ins Rampenlicht spielen.

Die Playoffs starten am nächsten Samstag, 15. Januar, mit den Wild-Card-Spielen Raiders gegen Bengals und 49ers gegen Cowboys. Der Super Bowl wird am 13. Februar gespielt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 10. Januar 2022 16:05
aktualisiert: 10. Januar 2022 16:12