Rad

Eritreer Biniam Girmay triumphiert bei der Classique Gent-Wevelgem

27. März 2022, 19:27 Uhr
Riesen-Sensation im Radsport: Biniam Girmay aus Eritrea gewinnt als erster Afrikaner den Klassiker Gent-Wevelgem und stiehlt allen Stars die Show.
Für den Eritreer war es bereits der zweite Sieg in dieser Saison nach einem Etappenerfolg an der Mallorca-Rundfahrt in Alcudia.
© KEYSTONE/AP/Olivier Matthys

Der 21-Jährige holte sich nach 248,8 Kilometern den Sieg im Sprint einer vierköpfigen Spitzengruppe vor dem Franzosen Christophe Laporte und dem Belgier Dries van Gestel.

Biniam Girmay überraschte auch sich selber. «Nie und nimmer» hätte er diesen Rennausgang für möglich gehalten. Erst am Freitagabend wurde er für die Flandern-Classique nachgemeldet. Beim dritten Aufstieg auf dem Kemmelberg fühlte er sich nicht mehr gut. Doch dann erwischte er die richtige Fluchtgruppe, und im Finish wurden seine Kräfte und sein Selbstvertrauen immer grösser. Den Schlussspurt zog Girmay eigentlich zu früh an, aber nichts und niemand konnte den Mann aus Eritrea auf seiner Mission stoppen.

«Das ist unglaublich», kommentierte Girmay seinen Coup. Er erwartet, dass dieser Classique-Sieg für ihn, aber auch für viele andere afrikanische Radprofis, einiges bewirken wird. «Es wird sich viel ändern. Ich sehe für afrikanische Radprofis eine rosige Zukunft.»

Girmay schrieb im vergangenen Jahr bereits an den Weltmeisterschaften Geschichte, als er im U23-Rennen zur Silbermedaille fuhr. Der Eritreer kam über das Entwicklungs- und Förderungsprogramm des Weltverbandes UCI in den Profiradsport. Seit Mitte des letzten Jahres fährt er in der WorldTour für das belgische Team Intermarché. Vor dem Sieg bei Gent-Wevelgem siegte Girmay bereits auf Mallorca beim Rennen in Alcudia. Und er überzeugte bei Mailand-Sanremo (10.) und dem E3-Preis (5.). Nächste Woche an der Flandern-Rundfahrt wird Girmay nicht starten – ausser das Intermarché-Team ändert die Pläne erneut.

Die Schweizer Profis wurden im Finish ebenso überrascht wie der grosse Favorit Wout van Aert. Der formstarke Stefan Küng und auch Johan Jacobs versuchten mit Nachführarbeit verzweifelt, die Vierergruppe, die etwas mehr als 20 km vor dem Ziel vorne weggekommen war (und einen Maximalvorsprung von 40 Sekunden heraus holte), zu stellen. Aber das Gruppetto der Verfolger harmonierte nicht. So blieben den Schweizern am Ende die Plätze 36 (Küng) und 44 (Jacobs).

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. März 2022 19:27
aktualisiert: 27. März 2022 19:27
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