National League

EV Zug weiter auf der Verfolgung von Luganos Rekord von 1988

19. Januar 2021, 22:54 Uhr
Mit zwei Toren Mann des Spiels: Diego Kostner (Nummer 22) schoss Ambri-Piotta zum Auswärtssieg in Langnau
© KEYSTONE/MARCEL BIERI
Leader EV Zug greift weiter nach dem Rekord des HC Lugano aus dem Jahr 1988.

Nach dem 5:3-Heimsieg über Servette fehlen Zug noch vier weitere Spiele ohne eine Niederlage in der regulären Spielzeit zur historischen Bestmarke von 23 Partien hintereinander mit mindestens einem Punktgewinn.

Nach einem 0:4 in Genf startete Zug nach dem 13. November seine Serie. Am Dienstag endete gegen den Genève-Servette Hockey Club die Serie beinahe: Die Genfer führten 1:0 und bis zur 35. Minute mit 3:2, ehe den Zugern der Umschwung zum 5:3-Sieg gelang.

Die Zuger bauten ihren Rekordvorsprung an der Tabellenspitze weiter aus. Aus 13 Punkten Vorsprung wurden 14, weil die ZSC Lions (2.) im Verfolgerduell gegen Fribourg-Gottéron (3.) beim 3:2-Sieg nach Verlängerung einen Zähler einbüssten.

Lugano kassierte in Rapperswil die vierte Niederlage hintereinander (2:4). Der HC Davos lag in Biel nach 113 Sekunden mit 0:2 zurück, setzte sich aber noch mit 3:2 nach Verlängerung durch. Auch auch in Langnau fiel die Entscheidung erst in der Overtime: Die SCL Tigers unterlagen Ambri-Piotta mit 1:2.

Langnaus Baisse im Sturm

Die SCL Tigers können seit dem Jahreswechsel fast keine Tore mehr schiessen. Oder zumindest nur noch gegen die ZSC Lions. Nebst den zwei Siegen gegen den Zürcher SC (5:3 und 4:3) gelangen den Tigers in den übrigen vier Spielen seit Silvester bloss noch drei mickrige Tore (bei 14 Gegentreffern).

Gegen Ambri-Piotta kam Langnaus offensive Impotenz gut zum Ausdruck: Mehr als die doppelte Anzahl Torschüsse (33:16), aber 1:2 Tore! Damiano Ciaccio, der in Langnau nach der letzten Saison keinen neuen Vertrag mehr erhalten hat, verpasste seinen dritten Shutout in dieser Saison bloss um fünf Minuten.

Auch Ambri-Piotta hat sich zuletzt beim Toreschiessen schwer getan. Im Emmental traf Diego Kostner zweimal, zuerst zum 1:0 (23.) und nach 27 Sekunden der Verlängerung zum 2:1. Kostners erstes Goal bedeutete Ambris erster Treffer nach 152:09 Minuten und 0:2-Niederlagen gegen Davos und Zug.

Für die SCL Tigers traf einzig Anthony Huguenin zum 1:1-Ausgleich.

Vom 0:2 zum 3:2

Eine Woche nach dem Spielertausch zwischen Biel und Davos steht fest, wer zumindest kurzfristig im ungewöhnlichen Abtausch den besseren gemacht hat. Davos siegte in Biel nach einem 0:2-Rückstand mit 3:2 nach Verlängerung. David Ullström (33.) und Valentin Nussbaumer (43.), die vor acht Tagen aus Biel zum HC Davos gestossen sind, erzielten für die Bündner die Goals vom 0:2 zum 2:2.

Dabei hatte Biel in dieser Partie einen Traumstart erwischt. Nach 113 Sekunden führten die Bieler mit 2:0, wobei die Davoser Abwehr in dieser Startphase einem Hühnerhaufen ähnelte. Aber Christian Wohlwend und seine Davoser Akteure kriegten die Defensive in den Griff. Biel gelang kein weiteres Tor mehr.

In der Verlängerung gelang Aaron Palushaj nach nur 105 Sekunden das 3:2-Siegtor für Davos. Davos gewann innerhalb von 52 Stunden gegen Lugano und Biel gleich zwei Duelle am ersten Playoff-Strich (zwischen den Plätzen 6 und 7).

ZSC Lions gewinnen Verfolgerduell

Die ZSC Lions und Freiburg lieferten sich ein spannendes, umkämpftes Verfolgerduell. Die ZSC Lions führten zweimal, Gottéron glich zweimal aus. In der Verlängerung führte eine schwedische Co-Produktion in Überzahl nach nur 95 Sekunden von Fredrik Pettersson (Vorbereiter) und Marcus Krüger (Torschütze) zum Sieg der Lions.

Erst im Finish gewann die Partie an Klasse. In den letzten zwölf Minuten überschlugen sich die Ereignisse. Sven Andrighetto brachte die ZSC Lions 2:1 in Führung, Victor Stalberg glich nur 76 Sekunden später zum 2:2 aus. In der Schlussphase reklamierte Fribourg-Gottéron ein Tor, das jedoch die Referees aufgrund der vorhandenen TV-Bilder nicht geben konnten.

Zum zweiten Mal innerhalb von 52 Stunden konnte in einem National-League-Spiel der Videobeweis eine entscheidende Szene nicht schlüssig auflösen, weil die Auflösung der Bilder qualitativ nicht genügte.

Das Highlight zum Auftakt

Den Rapperswil-Jona Lakers gelang gegen Lugano ein kleiner Schritt aus der Krise. Nach drei Niederlagen hintereinander und nur einem Sieg aus den letzten sechs Partien setzten sich die St. Galler gegen Lugano mit 4:2 durch.

Die beste Szene des Spiels ereignete sich schon früh. Steve Moses schloss eine Traumkombination in der 11. Minute zum 1:0 ab. Moses, Roman Cervenka und Kevin Clark, die in eine Angriffslinie konzentriert wurden, führten die Lakers zum Sieg. Alle drei Ausländer verliessen das Eis mit einer Plus-3-Bilanz und standen bei allen vier Rapperswiler Goals auf dem Eis.

Der HC Lugano holte am Obersee zwar einen 0:2-Rückstand auf und stand im Schlussabschnitt verschiedentlich dem 3:3-Ausgleich nahe, scheiterten aber immer wieder an Melvin Nyffeler (44 Paraden), dem Torhüter der Lakers. Lugano verlor zum vierten Mal hintereinander. Die nächste Chance zum Sieg bietet sich den Tessinern am Sonntag gleich wieder gegen die Lakers (in Lugano).

Telegramme:

SCL Tigers - Ambri-Piotta 1:2 (0:0, 0:1, 1:0, 0:1) n.V.

1 Zuschauer. - SR Fluri/Staudenmann, Altmann/Stalder. - Tore: 23. Kostner (Flynn) 0:1. 55. Huguenin (Maxwell) 1:1. 61. (60:27) Kostner (Fora) 1:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Maxwell; Zwerger.

SCL Tigers: Punnenovs; Schilt, Blaser; Leeger, Lardi; Erni, Huguenin; Grossniklaus; Weibel, Flavio Schmutz, Julian Schmutz; Petrini, Maxwell, Nilsson; Neukom, Berger, Dostoinov; Sturny, In-Albon, Andersons; Salzgeber.

Ambri-Piotta: Ciaccio; Fora, Ngoy; Fohrler, Fischer; Hächler, Zaccheo Dotti; Pinana, Pezzullo; Rohrbach, Müller, Zwerger; Flynn, Kostner, Horansky; Dal Pian, Novotny, Neuenschwander; Trisconi, Goi, Grassi.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Diem, Earl, Glauser und Kuonen (alle verletzt), Ambri-Piotta ohne Bianchi, Conz, D'Agostini, Isacco Dotti, Incir, Kneubuehler, Mazzolini und Nättinen (alle verletzt).

Biel - Davos 2:3 (2:0, 0:1, 0:1, 0:1) n.V.

1 Zuschauer. - SR Hebeisen/Manuel Nikolic, Wolf/Duarte. - Tore: 1. (0:39) Komarek (Pouliot, Fey) 1:0. 2. (1:53) Cunti (Stampfli) 2:0. 33. Ullström 2:1. 43. Nussbaumer (Palushaj) 2:2. 62. Palushaj (Guerra, Ullström) 2:3. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Biel, 3mal 2 plus 10 Minuten (Zgraggen) gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Moser; Corvi.

Biel: van Pottelberghe; Fey, Moser; Rathgeb, Forster; Lindbohm, Stampfli; Sartori; Hügli, Komarek, Pouliot; Hischier, Lindgren, Fuchs; Kohler, Cunti, Künzle; Schläpfer, Gustafsson, Tanner; Garessus.

Davos: Sandro Aeschlimann; Nygren, Zgraggen; Heinen, Guerra; Kienzle, Jung; Marc Aeschlimann, Barandun; Marc Wieser, Egli, Herzog; Ambühl, Corvi, Turunen; Palushaj, Ullström, Nussbaumer; Frehner, Baumgartner, Knak.

Bemerkungen: Biel ohne Hofer, Kessler, Kreis, Lüthi und Ulmer (alle verletzt), Davos ohne Du Bois, Paschoud, Rubanik, Dino Wieser (alle verletzt) und Stoop (krank).

Rapperswil-Jona Lakers - Lugano 4:2 (2:1, 1:1, 1:0)

1 Zuschauer. - SR Mollard/Kristijan Nikolic, Ambrosetti/Stuber. - Tore: 12. Moses (Egli, Clark) 1:0. 14. Dünner (Egli, Clark/Powerplaytor) 2:0. 18. Arcobello (Morini) 2:1. 24. Morini (Arcobello/Powerplaytor) 2:2. 28. Clark (Moses, Cervenka) 3:2. 60. (59:32) Cervenka (Moses) 4:2 (ins leere Tor). - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 3mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Cervenka; Arcobello.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Profico, Jelovac; Vukovic, Dufner; Egli, Randegger; Sataric, Maier; Clark, Cervenka, Moses; Schweri, Dünner, Wick; Lehmann, Wetter, Eggenberger; Forrer, Ness, Rehak.

Lugano: Schlegel; Loeffel, Wellinger; Chiesa, Nodari; Antonietti, Ugazzi; Villa, Traber; Fazzini, Arcobello, Bodker; Lammer, Lajunen, Morini; Bürgler, Herburger, Suri; Walker, Sannitz, Romanenghi.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Payr und Rowe (beide verletzt), Lugano ohne Bertaggia, Heed, Riva und Wolf (alle verletzt). Lugano von 58:48 bis 59:32 ohne Torhüter.

ZSC Lions - Fribourg-Gottéron 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 1:0) n.V.

1 Zuschauer. - SR Tscherrig/Stolc, Schlegel/Burgy. - Tore: 28. Berni (Sigrist) 1:0. 33. Herren 1:1. 48. Andrighetto (Hollenstein) 2:1. 50. Stalberg 2:2. 62. Krüger (Pettersson/Powerplaytor) 3:2. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen ZSC Lions, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. - PostFinance-Topskorer: Hollenstein; Mottet.

ZSC Lions: Waeber; Noreau, Marti; Trutmann, Geering; Morant, Berni; Phil Baltisberger; Pedretti, Roe, Andrighetto; Pettersson, Krüger, Sigrist; Bodenmann, Diem, Hollenstein; Prassl, Schäppi, Wick; Simic.

Fribourg-Gottéron: Berra; Gunderson, Chavaillaz; Sutter, Furrer; Aebischer, Jecker; Stalberg, Desharnais, Mottet; Rossi, Walser, Herren; Bykow, Marchon, Jörg; Sprunger, Schmid, DiDomenico; Bougro.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Chris Baltisberger und Blindenbacher (beide verletzt), Fribourg-Gottéron ohne Abplanalp (verletzt) und Brodin (überzähliger Ausländer).

Rangliste:

Resultate: Rapperswil-Jona Lakers - Lugano 4:2 (2:1, 1:1, 1:0). SCL Tigers - Ambri-Piotta 1:2 (0:0, 0:1, 1:0, 0:1) n.V. Biel - Davos 2:3 (2:0, 0:1, 0:1, 0:1) n.V. ZSC Lions - Fribourg-Gottéron 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 1:0) n.V. Zug - Genève-Servette 5:3 (2:1, 2:2, 1:0).

Rangliste: 1. Zug 28/66. 2. ZSC Lions 27/52. 3. Fribourg-Gottéron 28/49. 4. Genève-Servette 25/44. 5. Lausanne 21/42. 6. Davos 28/39. 7. Biel 27/37. 8. Lugano 26/36. 9. Rapperswil-Jona Lakers 29/32. 10. Ambri-Piotta 29/32. 11. SCL Tigers 27/23. 12. Bern 19/19.

Quelle: sda
veröffentlicht: 19. Januar 2021 22:55
aktualisiert: 19. Januar 2021 22:54