Niederlage wegen Trainerentscheidung

Entscheidung 2,2 Sekunden vor Schluss: Der EVZ verliert das erste Spiel

Tobias Hotz, 19. April 2022, 10:48 Uhr
In einer ausgeglichenen Partie lag der EVZ lange mit zwei Toren in Front. Kurz vor Schluss konnten die ZSC Lions die Partie ausgleichen. Den Siegtreffer nur 2,2 Sekunden vor Schluss erzielten die Zürcher auch dank einer Entscheidung des EVZ-Trainers.
Die Zuger hatten im ersten Playoff-Finalspiel das Nachsehen.
© KEYSTONE/Michael Buholzer

«Zuger, wir sind da», skandierte die EVZ-Fankurve in den ersten Minuten des Playoff-Finals. Nicht nur die Fans, sondern auch die Mannschaft war da. Die erste Spielminute spielte sich komplett im Drittel der Zürcher ab. Die Zuger kamen in der Startphase zu einigen Abschlüssen. ZSC-Goalie Jakub Kovar war jedoch nicht gefordert. Die Zuger Schüsse verpassten das Gehäuse des Bruders von EVZ-Topscorer Jan Kovar. «Wir müssen präziser schiessen», zog EVZ-Center Sven Leuenberger das richtige Pausenfazit.

Die Partie wurde im Verlauf des ersten Drittels immer ausgeglichener. Es wurde das erwartete schnelle und hochstehende Eishockey gespielt, das man vor dem Duell der beiden besten Mannschaften im Schweizer Hockey erwartete. Der EVZ zeigte sich vor allem im Boxplay diszipliniert. Der Pfostenschuss durch Malgin war die einzige brenzlige Situation in den beiden Unterzahlsituationen, die der EVZ in den ersten 20 Minuten überstehen musste.

Doppelschlag bringt Zuger Führung

Auch das zweite Drittel war lange sehr ausgeglichen. In den ersten 40 Minuten schoss der EVZ 20 Mal aufs Tor, der ZSC 17 Mal. Der Meister ging dennoch mit einer Zweitoreführung in die Pause. «Wer nicht hüpft, ist kein Zuger», sang die Herti-Nordkurve in der 35. Spielminute. Der Rest der ausverkauften Arena mochte nicht richtig springen, dennoch stand wenige Sekunden später die ganze Arena. Grégory Hofmann brachte den EVZ in Front. Er bezwang Jakub Kovar zwischen den Schonern, nachdem Dario Simion wunderbar auf den Zuger Flügel ablegte. Nur drei Minuten später konnte der EVZ bereits wieder jubeln. Yannick Zehnder lief mit extrem viel Speed hinter das gegnerische Tor und fand Fabrice Herzog im Slot. Der ZSC vermochte sich ab diesem Doppelschlag nicht erholen.

Strafen bringen Spannung zurück

Bereits in der ersten Minute des letzten Drittels musste der Zuger Marco Müller wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank. Zu mehr als zwei Abschlüssen kamen die Zürcher in ihrem dritten Überzahlspiel nicht. Der EVZ fühlte sich in seinem Unterzahlspiel wohl etwas zu sicher. Sieben Minuten später sass mit Jan Kovar bereits der nächste Zuger auf der Strafbank. Und diesmal klingelte es im Kasten der Zuger. Maxim Noreau schoss den Zürcher Anschlusstreffer.

Kostet eine Coaches Challenge den Sieg?

Gut 90 Sekunden vor Spielende traf Chris Baltisberger mit einem Schuss von der blauen Linie zum Zürcher Ausgleich. Ein Treffer, der die Partie nicht nur ausglich, sondern auch entschied. Nach dem Ausgleichstreffer setzte EVZ-Trainer Dan Tangnes alles auf eine Karte. Da Leonardo Genoni beim Schuss leicht behindert wurde, setzte der Norweger seine Coaches Challenge ein.

Die Schiedsrichter müssen sich dann die Szene noch einmal anschauen. Bleiben sie bei ihrem Entscheid, bedeutet das nicht nur Tor für die Zürcher, sondern auch eine Strafe gegen die Zuger. Genau dieses Szenario trat ein. Der EVZ musste die letzten Sekunden in Unterzahl spielen. 2,2 Sekunden vor Schluss nutze der ZSC diese Überzahl eiskalt aus: Justin Azevedo traf zum Zürcher Sieg. «Manchmal geht es auf, ein andermal nicht», sagte Tangnes nach der Partie. Die Schiedsrichter lagen jedenfalls richtig bei ihrer Entscheidung. Es lag weder ein Torraumabseits noch eine Torwartbehinderung vor.

Die Lions führen somit mit 1:0 im Playoff-Final. Die erste Playoff-Niederlage für den EVZ ist sicherlich ein Dämpfer, aber noch lange keine Vorentscheidung im Meisterrennen. Am Mittwoch kommt es im Hallenstadion zum zweiten Duell um den Meistertitel.

Szene des Spiels

Yannick Zehnder tankte sich nach acht Minuten von der Bande vor das gegnerische Tor. Mit der Backhand prüfte er den Zürcher Schlussmann Jakub Kovar. Eine Szene, die alles beinhaltete, was diese Finalserie ausmachen wird. Viel Technik, viel Speed und gute Torhüter.

Stimmen zum Spiel

Es sei bitter, sagt EVZ-Verteidiger Livio Stadler nach dem Spiel. Aber es sei das erste von vielen Spielen. «Wir hatten beide Chancen. Das ist der Sport und wir schauen weiter.»

Quelle: PilatusToday

«Das ist erst ein Spiel», sagt EVZ-Stürmer Sven Senteler. Die Schlussszene sei unglücklich gewesen. «Es war aber ein solides Spiel und wir müssen weiter Gas geben. Es ist eine Niederlage und wir haben unseren Plan.»

Quelle: PilatusToday

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 18. April 2022 19:42
aktualisiert: 19. April 2022 10:48
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