Historisches geschafft

EVZ gewinnt Finalissima und ist erneut Meister

Tobias Hotz, 2. Mai 2022, 05:54 Uhr
Der EV Zug ist Schweizer Meister. Dank eines 3:1-Sieges in der Finalissima feiern die Zuger den dritten Titel ihrer Vereinsgeschichte. Der EVZ ist das erste Team, welches nach einem 0:3-Rückstand noch Meister wurde – auch weil das Zuger Powerplay im entscheidenden Moment funktionierte.
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Die Hockey-Götter haben das perfekte Zuger Drehbuch zum Zuger Meistertitel geschrieben. Locker stürmt der meistgenannte Titelfavorit in nur acht Playoff-Partien in den Final. Dort wartet mit den ZSC Lions eine Mannschaft auf Augenhöhe mit dem EVZ. Ähnliche Finanzkraft, ähnliche Punkteausbeute in der Qualifikation und ähnlich klingende Namen. Die gegnerische Mannschaft ist nicht nur auf Augenhöhe, sie bringt den EVZ mit drei Siegen zum Auftakt gar in eine historisch schlechte Ausgangslage. Noch nie schaffte es ein Team im Schweizer Hockey nach drei Startniederlagen Meister zu werden. Die Zuger Meisterhelden schreiben die Hockeygeschichte um und bringen eine ganze Stadt in Feierlaune.

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Quelle: PilatusToday

Das letzte Meisterkapitel beginnt mit Rückschlag

Gerade einmal 62 Sekunden sind verstrichen und der EVZ liegt im alles entscheidenden Spiel bereits mit 0:1 zurück. Für einmal ist es nicht die Zürcher Paradelinie um Malgin, Andrighetto und Hollenstein. Torschütze ist Justin Azevdeo. Sein Treffer ist im Rückblick weniger schmerzhaft als sein Tor, das die erste Finalpartie 2,2 Sekunden vor Schluss zugunsten der Zürcher entschied.

Der frühe Gegentreffer dämpft weder die Stimmung in der ausverkauften Bossard Arena noch das Spiel der Zuger. Unbeirrt spielt der EVZ sein schnelles Hockey weiter und kommt so zu mehreren Chancen. Auch Leonardo Genoni zeigt sich vom frühen Gegentor, bei dem er nicht ideal aussah, unbeeindruckt. Der nun siebenfache Meister-Goalie war die restlichen 59 Minuten schlicht überragend. Mit dem Sieg lebt auch der Genoni-Mythos weiter. Siebenmal stand er im Final, verloren hat er noch keines.

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Quelle: PilatusToday

In der Finalissima ist auch das Powerplay meisterlich

Mickrige zwei Powerplay-Tore schoss der EVZ in dieser Final-Serie. In Spiel 7 macht das Powerplay Zug zum Meister. In den ersten 40 Minuten agierten die Zuger zwei Mal in Überzahl. Zwei Mal waren sie erfolgreich.

Für den ersten Treffer im Powerplay benötigen sie 21 Sekunden, beim zweiten Treffer dauert es 50 Sekunden, bis die Bossard Arena Kopf steht. Wie schon in Spiel 5 sind Jan Kovar und Dario Simion die entscheidenden Figuren. Den Ausgleich schiesst Simion auf Pass von Kovar und beim 2:1-Führungstreffer profitiert Fabrice Herzog von der Vorarbeit von Simion und Kovar. Meisterlich auch, wie der EVZ-Trainer das Zuger Powerplay zum perfekten Zeitpunkt in Meisterform brachte. Es verwundert nicht, dass wiederum Dario Simion 50,6 Sekunden vor Schluss zum 3:1 ins Leere trifft. Der EVZ-Stürmer spielte sich in den letzten drei Spielen in einen Meisterrausch.

Trotz zweitem Titel in Serie fühlt es sich wie der erste an

Vor einem Jahr feierten 50 Fans im Stadion den ersten EVZ-Meistertitel im neuen Jahrtausend. Die Corona-Massnahmen erlaubten nicht mehr Zuschauer. Trotz Meisterfeier mit Tausenden Fans vor dem Stadion fehlte dem Titel irgendetwas. Der Meister wurde nicht in einer Best-of-7-Serie gekürt und vor allem fehlten die frenetischen Fans, die dem Playoff erst das nötige Feuer verleihen.

In diesem Jahr ist genau das alles zurück. Die Zuger feiern eine verdiente Titelverteidigung. Ohne Gedanken, ob man es darf, sondern nur mit vielen Emotionen und tausenden Fans in blau und weiss.

Das Spiel im Ticker:

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 1. Mai 2022 19:53
aktualisiert: 2. Mai 2022 05:54
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