Trendsport

Falsche Selbsteinschätzung und fatale Sprünge: Starke Zunahme von Verletzungen beim Bouldern

27. April 2022, 09:22 Uhr
Die Unfälle in der beliebten Sportart Bouldern haben sich innerhalb kurzer Zeit verdreifacht. Waren es vor fünf Jahren noch 300 jährliche Unfälle, sind es mittlerweile über 1000. Insbesondere jüngere Personen verletzen sich, unter Umständen mit negativen finanziellen Folgen.
Ein Mann beim Bouldern. (Symbolbild)
© zVg / Suva

Bouldern erfreut sich insbesondere im Indoor-Bereich einer immer grösseren Beliebtheit. Wie die Suva am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt, steigen dadurch leider auch die Unfallzahlen. Die Suva reagiert und will sensibilisieren.

So sollen Unfälle verhindert werden

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: zVg / Suva

Starke Zunahme der Bouldernunfälle

2015 gab es in Boulderhallen erst 300 Unfälle, 2019 waren es bereits deutlich über 1000. Also eine Verdreifachung in lediglich fünf Jahren. Für die Verschärfung des Problems sind zwei Faktoren entscheidend: Einerseits erfreut sich der Sport einer grösseren Beliebtheit und mehr Leute praktizieren ihn. Und andererseits kann quasi jeder Bouldern als Freizeitsport betreiben, also ohne grosse sportliche Voraussetzung.

An diesem Punkt interveniert Andrea Lerch, Vertreter der IG Kletteranlagen Schweiz: «Um das Risiko von Verletzungen zu minimieren, sind die Boulder-Regeln geschaffen worden. Neben einer gesunden Selbsteinschätzung ist die Einhaltung der Regeln eine Grundvoraussetzung, um diese Sportart lange und gesund betreiben zu können», so Lerch in der Medienmitteilung.

Viele Unfälle bei jungen Personen

Die Hälfte der über 1000 Unfälle geht auf das Konto der 25- bis 34-Jährigen. Diese Bevölkerungsgruppe überschätzt sich oft und deshalb passieren die Unfälle aufgrund von Überlastungen der Körperteile beim Klettern selbst.

Finanzielle Folgen

Gemäss der Suva kostet ein Unfall beim Bouldern im Durchschnitt über 5000 Franken. Da Bouldern jedoch ohne Sicherung durch Seil oder Klettergurt gemacht wird, ist die sogenannte «Absprunghöhe» für die Schwere eine Verletzung oft mitentscheidend. Sportlerinnen und Sportler sollten sich deshalb an die Vorgaben der Hallenbetreiber halten. Andernfalls kann die Versicherung den Unfall als «Wagnis» einstufen und Geld zurückverlangen.

Eine Verletzung und finanzieller Schaden, das wäre für eine Freizeitbeschäftigung doppelt schade.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. April 2022 09:22
aktualisiert: 27. April 2022 09:22
Anzeige