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FC Luzern

Arbeiten, nicht weinen, kämpfen: 3 Gründe für ein Halleluja

Philipp Breit, 12. März 2021, 08:07 Uhr
«Arbeiten, nicht weinen, kämpfen und gewinnen». Ja wenn das so ist, steht dem FCL am Samstag gegen Basel nichts im Weg. Ganz so einfach wie es Fabio Celestini schildert, dürfte es dann doch nicht werden. Aktuelle Basler Querelen hin oder her.
FCL-Goalie Marius Müller will auch am Samstag gegen Basel über drei Punkte jubeln.

Es macht im Moment sowieso mehr Spass auf den FCL zu blicken als auf den FCB. Die Luzerner sind seit sechs Spielen ungeschlagen und sind das beste Team der Rückrunde. Die Mannen von Fabio Celestini spulen ein unglaubliches Programm ab und absolvieren am Samstag das 12. Spiel seit Anfang Februar. «Wenn du dir zu viele Gedanken über deinen körperlichen Zustand machst, hilft das auch nicht», so Pascal Schürpf. «Du musst dir einfach irgendwie einreden, dass du fit bist».

Natürlich waren die Schritte auf dem Platz zuletzt gegen St. Gallen oder auch Chiasso etwas schwerer als auch schon. Aber wenn eine Mannschaft zweimal einen Rückstand noch dreht und als Sieger vom Platz geht, dann kann definitiv von keiner «toten» Mannschaft gesprochen werden. «Wir haben im Moment einfach eine brutale Effizienz. Wir machen aus wenigen Chancen Tore und das hilft natürlich», so Schürpf. Erfolg gibt Aufwind, das ist keine neue Weisheit. Dem FCL scheint er aktuell fast Flügel zu verleihen.

Folgt auf die Pflicht nun die Kür?

Am Mittwoch im Cup gegen Chiasso kam der FCL eine Runde weiter. Wie? Egal! Das spielt im Cup keine Rolle. Gewonnen ist gewonnen. Pflicht erfüllt. Nun am Samstag gegen Basel kann der FCL zur Kür ansetzen. Die kriselnden Basler taumeln, Zeit für den FCL-KO-Schlag?. «Es interessiert mich nicht, was in Basel läuft», betont Pascal Schürpf. «Klar kriege ist es mit aus der Familie und von Verwandten. Aber es ist mir egal, was sie für Probleme haben oder nicht. Wir wollen einfach gewinnen und die nächsten drei Punkte holen».

Diese Aussage von Schürpf ist logisch. Alles andere wäre ja auch fatal. Und natürlich, auch wenn er es nicht sagt: Man weiss, dass die Spiele gegen Basel für ihn immer etwas Besonderes sind und er nur zu gern trifft gegen Rot-Blau. Während in Basel die Stimmung gerade am hochkochen ist, scheint man in Luzern so cool zu sein wie schon lange nicht mehr. «Es gibt jetzt aber überhaupt gar keinen Grund, auch nur annährend zu denken, wir schlagen jetzt alle und gewinnen einfach so». Die Luzerner wissen nur zu gut, wo sie herkommen. Mit viel Mühe und Teamgeist haben sie sich aus dem Tabellenkeller nach oben gearbeitet. Diese gute Ausgangslage jetzt einfach nur mit Überheblichkeit oder Leichtsinnigkeit aufs Spiel zu setzen, wäre fahrlässig. «Ja wir reisen mit breiter Brust nach Basel. Aber wir bleiben demütig und kämpfen weiter. Immer weiter. Jeder für jeden».

Beim FCL hört man seit Wochen bei der Frage nach dem Erfolgsschlüssel meistens nur eine knappe Antwort: Die Mannschaft! Eine Mannschaft war der FCL auch schon im Herbst, als die Resultate jedoch noch nicht so rosig waren wie aktuell. Und dennoch, der Mannschaftsglauben, das Mannschaftsgefühl scheint im Moment so gross wie schon lange nicht mehr. Spieler auf der Bank lassen nicht die Köpfe hängen, sondern brennen darauf eingewechselt zu werden, um der Mannschaft zu helfen. Es ist dieses Kollektiv, das die Luzerner auszeichnet. Trotz allen Problemen die den FC Basel aktuell umgeben. Basel bleibt Basel. Sie haben individuelle Klasse mit Frei, Cabral oder Kasami. Auf diese Klasse muss man aufpassen. Es sind diese Spieler, die Fehler eiskalt bestrafen können.

3 Punkte und dann ab in die «Ferien»

Und dennoch, in einem Mannschaftssport wie Fussball ist es oft eine geschlossene Teamleistung, die individuelle Klasse besiegt. Und über genügend «Mannschaft» verfügt der FCL zweifelsohne. Und dazu auch über individuelle Klasse – wie jene von Dejan Sorgic oder Louis Schaub. Es ist also die perfekte Paarung, die der FCL hat. Wer also soll diese Luzerner stoppen? Die kriselnden Basler? Vielleicht. Aber wohl kaum, wenn es so läuft wie zuletzt. Es scheint, dass sich die Basler von den zahlreichen Nebenschauplätzen ablenken lassen. Diskussionen um die Führung, Diskussionen um den Trainer, Diskussionen um Spieler. Es sind so einige Brandherde am Rheinknie zurzeit.

Dies dürfte den Luzernern am Samstag aber herzlich egal sein. Sie reisen einzig mit dem Ziel nach Basel die drei Punkte zu holen. Und um dann endlich mal wieder eine ganze Woche spielfrei zu haben. Die erste seit Anfang Februar.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. März 2021 21:59
aktualisiert: 12. März 2021 08:07