FCL-Saisonstart

«Deutlich mehr Punkte als letztes Jahr»: Müller hat grosse Erwartungen an Mannschaft

Philipp Breit, 22. Juli 2022, 18:18 Uhr
«Der FC Luzern wird jeden schlagen»: So lautet die Kampfansage von Marius Müller zum Saisonstart. Ganz ernst zu nehmen, ist diese natürlich nicht. Aber es zeigt das Selbstverständnis und -bewusstein, mit welchem der FC Luzern in die neue Saison steigt.
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Quelle: Tele 1

Die Rückrunde hat gezeigt, wozu der FCL fähig ist. Barrage hin oder her. 29 Punkte und das drittbestes Rückrundenteam ist eine starke Marke. «Und daran werden wir gemessen», dessen ist sich FCL-Trainer Mario Frick sicher. Doch die Rückrunde ist vorbei, die Leistungen waren schön, aber sind halt eben Vergangenheit. Damit auch die Zukunft sportlich erfolgreich bleibt, dafür arbeitet die Mannschaft seit Längerem hart. «Ich habe in dieser Vorbereitung so viel gemacht wie noch nie in den zwölf Jahren davor», so Marius Müller. «Hat bei mir vielleicht auch etwas mit dem Alter zu tun, dass ich da einfach mehr machen muss», fügt er schmunzelnd an. Mit 29 Jahren ist Marius Müller längst kein Jungspund mehr, aber auch längst noch kein alter Hase.

Müller, das «Orakel»

Im Sommer 2019 kam der Deutsche damals von Leipzig in die Zentralschweiz. Und steigt in seine mittlerweile vierte Saisonvorbereitung mit dem FCL. Oftmals ging in den vergangenen Jahren der Saisonstart in die Hose. Fragt man Marius Müller, was er zur Zukunft meint, ist seine Aussage oft dieselbe: »Gebt mir eine Glaskugel, dann sag ich es euch». Und trotzdem die ernsthafte Frage: Wie wird denn nun der Saisonstart beim FCL in diesem Jahr, Marius Müller? «Lassen wir das Orakeln doch mal weg. Wenn ich mir aber was wünschen könnte, dann wirklich, dass wir anders starten als in den vergangenen Jahren. Das wäre schon mal sehr positiv.»

Ein Sieg in Spiel 1 entscheidet natürlich noch nicht über Sein oder Nichtsein einer Meisterschaft. «Wir haben vor ein paar Jahren das erste Spiel gegen St. Gallen auch gewonnen. Und dann war es bis im Winter doch auch wieder Hopplahüü.»

«Hopplahüü» soll es nicht werden. Darauf achtet auch Mario Frick. Man weiss, wie ambitioniert und ehrgeizig der Liechtensteiner ist. Gemeinsam mit seinem Staff hat er der Mannschaft schon über die Rückrunde hinweg eine gewisse Siegermentalität eingeimpft. Dieses Verständnis, dass man jedes Team schlagen könne. Nun startet der FCL mit einer Woche Verspätung in die Meisterschaft – ausgerechnet auswärts beim Meister Zürich. Dass die Luzerner im Letzigrund gewinnen können, haben sie aber schon im letzten Spiel der abgelaufenen Meisterschaft gezeigt (3:2 Sieg nach 0:2 Rückstand). Hinzu kommt, dass die Zürcher eine englische Woche hinter sich haben mit dem Auswärtsspiel in der Champions League Qualifikation gegen Karabach.

Lob für Ardaiz und Beloko

Die Luzerner sind ausgeruht und top fit. Zudem haben sie mit Jakub Kadak, Pius Dorn, Nicky Beloko und Joaquin Ardaiz vier neue Spieler in ihren Reihen, die das Spiel des FCL noch unberechenbarer und vielseitiger machen. Zudem sieht Marius Müller noch einen weiteren Fortschritt. «Gerade was die Ernsthaftigkeit und die Härte auf dem Platz angeht, da sind wir einen Tick weiter als in den vergangenen Jahren.» Müller nennt dann sinnbildlich zwei der Neuzugänge. «Ardaiz ist einer, der jeden Meter geht, sich überall reinwirft und insbesondere den Innenverteidiger richtig weh tut. Und mit Beloko haben wir einen, der auch mal dazwischenhaut. Zwar etwas oft dazwischenhaut, da müssen wir ihn vielleicht noch etwas bremsen. Aber lieber so als andersrum.»

Müller hat natürlich auch eigene Ansprüche und Erwartungen an die neue Saison: «Weniger Gegentore ist mein absolut höchster Anspruch. Und natürlich mehr Punkte. Deutlich mehr Punkte als letztes Jahr.»

Müller geht ab dieser Saison als Nummer 1 auf den Platz. Die Trikotnummer 32 hat er abgegeben. Die «1» ändere jedoch nichts an seiner eigenen Rolle und Wahrnehmung. «Ich habe jetzt auch noch angemeldet, dass ich fix die Captainbinde will. Und vielleicht kann ich mir auch noch ein Haarband umschnallen, um noch mehr zu polarisieren», so die durchwegs sarkastische Antwort von Müller. «Ganz ehrlich, es ist mir so was von egal, was bei mir auf dem Rücken steht. Dave (Zibung) hat mir die Nummer 1 schmackhaft gemacht und gesagt, es sei nun so weit, dass ich diese nehme. Das wars auch schon, mehr ist da nicht.»

Mehr soll es dennoch sein: Mehr Punkte zum Saisonstart als zuletzt. Mario Frick pflegt stets zu sagen, der FCL könne jede Mannschaft schlagen. «Der FCL wird jede Mannschaft schlagen». So lautet demnach auch die kämpferische Ansage von Marius Müller. Lassen wir dies so stehen, und sind gespannt auf den Saisonstart der Luzerner.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. Juli 2022 19:46
aktualisiert: 22. Juli 2022 19:46
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