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FCL-Trainer Mario Frick

Die Rückkehr zum vermeintlich einfachen Fussball

Philipp Breit, 14. Januar 2022, 17:44 Uhr
Nichts mit Tikitaka. Nichts mit Hacke, Spitze, Trallala. Einfacher, ehrlicher und dennoch begeisternder Fussball soll es sein. Seit zwei Wochen trainiert der FCL unter Neu-Trainer Mario Frick. Mit klaren Ansagen in den Trainings. Und ebenso klaren Forderungen an seine Spieler.
Mario Frick im kalten Training in Luzern, statt unter der spanischen Sonne von Marbella.
© Keystone / Urs Flüeler

Eine Woche bei 18 Grad unter der spanischen Sonne in Marbella hätte es sein sollen. Geworden ist es eine Woche bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im kalten Luzern. Das Trainingslager des FCL wurde kurzfristig abgesagt. Dem FC Luzern blieb nichts anderes übrig, als sich in der Zentralschweiz auf die Rückrunde vorzubereiten. Dem verpassten Trainingslager nachweinen ist nicht. Mario Frick und sein Trainerstaff fordern die Spieler in intensiven Trainingseinheiten.

Es sind auf den ersten Blick einfache Übungen. Schnelle, kurze Pässe. Intensive Läufe, Pressing auf den Ballführenden. Fussball in seiner Einfachheit. «Es geht um die absoluten Basics. Es geht darum, dass sich die Spieler wieder Selbstvertrauen holen», so Frick. Ein ums andere Mal spulen die Spieler die immer selben Übungen ab. «Die Automatismen müssen einfach sitzen. Ich habe dies in Italien gelernt, als wir immer wieder dasselbe machten. Bis es ganz selbstverständlich war», erklärt der Trainer. Es ist dieses Selbstverständnis, das den Luzernern in der Vorrunde gefehlt hat. Auf dem Platz müssen die Spieler einfach Fussball spielen. Intuitiv das Richtige machen. Und nicht lange überlegen müssen, was wie wo nun genau der Plan sei, führt Frick weiter aus.

Hinten weniger, vorne mehr Tore ist die Devise

Besonderen Wert legt Frick in den Trainings auf die Defensive. «Klar habe ich Schwachstellen festgestellt, diese müssen wir beheben.» Es geht um weniger Fehler. Und um mehr Kommunikation. Die Spieler müssen reden. «Am Anfang ist es sicherlich etwas ungewohnt, wenn man seinen eigenen Namen laut sagen muss. Aber nur so wissen alle, wer genau auf den Ball geht.» Beispiel einer Abwehrübung: Vier Spieler stehen auf einer Linie nebeneinander. Der weite Ball kommt auf sie zu. Derjenige, der den Ball klärt, schreit seinen Namen und rückt aus der Linie nach vorne. Seine Mitspieler links und rechts machen einen Schritt zurück und in die Mitte und halten dem herauslaufenden Spieler so den Rücken frei.

«Wir haben fast keine Zeit, die Vorbereitung ist kurz. Deshalb ist die Aufteilung bei den Übungen in Offensive und Defensive wichtig. So können wir gezielt und intensiv arbeiten», erklärt Frick. Während die Defensive das Abwehrverhalten neu einstudiert, holt sich die Offensive den Schliff im Abschluss. Wenn die Vorrunde eines gezeigt hat, dann dass die Luzerner zu viele Tore kassieren und selbst zu wenige schiessen. «Es geht in den Trainings offensiv nicht einfach nur darum, Tore zu schiessen und so Spass zu haben. Abläufe, Laufwege, Pässe, Spielzüge, alles muss passen.»

Auf dem Trainingsplatz spürt man, beim FCL ist die Freude zurück. Es wird gelacht. Es wird geneckt. Es wird auch mal ein Spässchen gemacht. Aber eines wird ganz besonders: hart gearbeitet. Man ist sich bewusst, in welcher Lage der FCL ist. In der Super League ist man Schlusslicht. Auch wenn der Rückstand auf Lausanne mit einem Punkt denkbar knapp ist. Will man in der Rückrunde den Turnaround schaffen, muss es der FCL schaffen, die Freude aus dem Training auch auf den Platz zu bringen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Januar 2022 18:02
aktualisiert: 14. Januar 2022 17:44