FC Luzern

Eine Meisterschaft – zwei Gesichter

Philipp Breit, 5. August 2020, 20:12 Uhr
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Quelle: tele1

Auf Platz 6 beendet der FC Luzern die Meisterschaft 2019/20. Nach der Vorrunde hätte dies noch kaum einer gedacht. Nach der Rückrunde ist man über Platz 6 gar leise enttäuscht. Eine Meisterschaft mit quasi zwei eigenen Meisterschaften. Oder so.

Meisterschaft 1, wenn man so will, endetet für den FCL kurz vor Weihnachten. Mit dem Ende der Vorrunde endete auch die Ära Thomas Häberli in Luzern. Der Ballwiler schaffte zwar noch im Juli etwas beinahe Einzigartiges mit dem FC Luzern: Er überstand eine Qualifikationsrunde in der Europa League. Doch der Erfolg wähnte nicht lange. In der Liga ächzte und stöhnte der FCL vor sich hin und reihte im November und Dezember gleich 6 Niederlagen in Serie aneinander. Im letzten Spiel der Vorrunde gewannen die Luzerner zwar zu Hause sensationell gegen Basel mit 2:1. Häberlis Schicksal war da jedoch bereits besiegelt und er wurde kurz darauf entlassen. «Die Vorrunde war sicher nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten», gibt auch Sportchef Remo Meyer unumwunden zu. Meyer musste handeln und tat dies auch.

Anfang Januar übernahm dann Fabio Celestini das Zepter und verwandelte den FC Luzern von einem Abstiegskandidaten zu einem Europaaspiranten. Rang um Rang kletterte der FCL nach oben. Nicht nur resultatmässig ging es mit dem FCL vorwärts, auch in der Spielweise zeigten sich die Luzerner deutlich verbessert. Fabio Celestini schaffte es innert kürzester Zeit, dem FCL ein beinahe neues Gesicht anzueignen. Mit Fussball arbeiten, anstatt Fussball zu spielen, kämpften sich die Luzerner von Sieg zu Sieg. Und dann? Dann kam Corona … und der FCL wurde in seinem Lauf gebrochen. Viele waren gespannt, wie der FCL die lange Pause verarbeitet hat. Viele zweifelten, dass die Mannschaft an den guten Lauf anknüpfen kann. Doch der FCL strafte alle Skeptiker-Lügen und bezwang Basel zu Beginn des Re-Starts.

Doch der FCL wäre nicht der FCL, wenn das nach wie vor fragile Gebilde nicht auf einen guten Lauf immer mal wieder eine Baisse folgen lassen würde. So geschehen. Zwar klopften die Luzerner ziemlich laut an die Europa-Türe. Doch öffnen konnten sie diese nicht. Servette verteidigte Platz 4. Der FCL verlor fünf der letzten acht Spiele. Zwei Unentschieden gab es und einen Sieg. Am Ende reicht es für Platz 6.

Eine Schlussrangierung welche unter Anbetracht aller Umstände während der ganzen Meisterschaft wohl ziemlich gut passt. Und dennoch ist FCL-Sportchef Remo Meyer leise enttäuscht: «Es wurmt schon etwas, wenn man auf die Tabelle schaut. Am Ende fehlen bloss 3 Punkte auf Rang 4.» Aber auch Meyer gibt zu: «Der 6. Platz geht schon in Ordnung, alles in allem war es eine gute Rückrunde von uns.»

Auf den Aussenposition soll was gehen

Und nun, wie weiter? Seit Dienstag hat das Transferfenster geöffnet. Auch wenn viele der Spielerverträge langfristig sind (mehr dazu hier), rechnet Remo Meyer mit Veränderungen: «Jedes Transferfenster bringt immer Veränderungen. Wir schauen jetzt mal was wir machen wollen und auch können. Der Transfermarkt hat sich nicht nur für uns verändert». Auf welchen Positionen Meyer den FCL verstärkungsbedürftig sieht, verrät er nicht. Sein Trainer wird da schon konkreter: «Wir müssen auf den Aussen etwas machen, wir haben zu viele Spieler mit dem rechten Fuss, die links spielen müssen,» sagt Fabio Celestini. «Und ich denke etwas in der Mitte und vorne ist entscheidend, was mit Ryder Matos passiert». Die grossen Veränderungen wird der FCL in diesem Transfersommer (oder Transferherbst?!) wohl nicht erfahren. Den einen oder anderen Abgang wird es zu verkraften geben, wie in jedem Jahr. Schliesslich ist und bleibt der FCL ein Ausbildungsverein, welcher früher oder später Spieler verkaufen will und muss. Auch wenn Meyer hier dazwischen grätscht: «Druck ist immer da. Aber wir müssen nicht verkaufen! Die Vertragssituation ist sehr gut und wir können auch mal hart bleiben. Gerade in unsicheren Corona-Zeiten.»

Bevor es für den FC Luzern nun in die wohlverdienten Ferien geht steht noch der Cup auf dem Programm. Am Donnerstag gilt es ernst im Viertelfinale zu Hause gegen YB. Und wenn der FCL gewinnen sollte, so würde bereits am Sonntag 09. August das Halbfinale anstehen. Und erst dann ginge es für 10 Tage in die Ferien, bevor dann Mitte September bereits die neue Saison wieder losgeht.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 5. August 2020 19:39
aktualisiert: 5. August 2020 20:12