Es wird geschwiegen

Erhält der FCL die Lizenz für die nächste Saison?

Sven Brun, 13. Januar 2023, 19:29 Uhr
Anfang März müssen die Super-League-Clubs die Lizenzierungsdokumente bei der Liga einreichen. Ein Dokument zeigt, dass dafür womöglich Garantien in der Höhe von fünf Millionen Franken bereitstehen müssen. Doch weder Bernhard Alpstaeg noch Josef Bieri scheinen aktuell zahlungsbereit.
Im FCL-Aktionärsstreit sind derzeit noch viele Fragen offen.
© Manuela Jans-Koch / LZ
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Es könnte ein nächster Streitpunkt im FCL-Theater werden: Bis am 2. März müssen alle Profiklubs bei der Liga die benötigten Dokumente einreichen, wenn sie für die Saison 2023/24 die Lizenz erhalten möchten. Philippe Guggisberg, Medienchef der «Swiss Football League», meint auf Anfrage, dass im Grundsatz gilt: «Ein Klub darf nicht überschuldet sein und muss ein ausgeglichenes Budget präsentieren.»

Klar ist, dass der FC Luzern im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 3,2 Millionen Franken ausweisen musste. Zudem wurde ein Eigenkapital-Minus von fast 700'000 Franken bilanziert. FCL-Finanzchef Richard Furrer sagte zwar Anfang November, dass die Zukunft aufgrund von langfristigen Verbindlichkeiten nicht in Gefahr sei. Für das Lizenzierungsverfahren spielen diese Verbindlichkeiten jedoch eine untergeordnete Rolle.

Interview mit Josef Bieri an der GV im vergangenen November:

Quelle: Tele 1

Im SFL-Lizenzierungsreglement steht, dass die Lizenz nur unter zusätzlichen Auflagen erteilt werde, wenn die Bilanz eine Überschuldung ausweist. Dies könne beispielsweise eine Bankgarantie in Höhe der bilanzierten Überschuldung und des allfälligen budgetierten Verlustes sein. Für die neuerliche Lizenzierung ist es also möglich, dass der FC Luzern gewisse Garantien bei der Liga bereitstellen muss.

Und hier kommt ein Dokument ins Spiel, das der Redaktion von PilatusToday und Tele 1 zugespielt wurde. «Sofern keine Lösung gefunden wird, (…) wird er (Josef Bieri – Anm. d. Red.) keinen Anteil an der im Februar 2023 erforderlichen Garantie für das Lizenzverfahren in der Höhe von womöglich CHF 5 Mio. tragen», steht in diesem Dokument.

Auszug aus dem zugespielten Dokument.

© zVg

Verfasst wurde das Dokument Ende November 2022 von Josef Bieris Anwälten, adressiert an die Anwälte von Bernhard Alpstaeg. Am Donnerstagnachmittag schrieb der «Blick», dass Bieri jedoch in der Zwischenzeit seine Meinung geändert hätte und bereit sei, für den erwähnten Betrag aufzukommen. Der FCL bestätigt diese Aussage von Josef Bieri, nimmt jedoch keine weitere Stellung dazu.

Definitiv keinen Meinungswechsel gab es bei Bernhard Alpstaeg. So lange er nicht wieder 52 Prozent der Aktienanteile und Stimmrechte habe, werde er nicht weiter investieren. Sein Kommunikationsbeauftragter Sacha Wigdorovits ergänzt auf Anfrage, dass Bieris Aussagen im «Blick» Alpstaeg nicht vom eingeschlagenen Weg abbringen werden.

So äusserte sich Bernhard Alpstaeg Anfang Woche zur aktuellen Situation:

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Wer, wie viel und ob überhaupt Gelder notwendig sind für das Lizenzgesuch für die kommende Saison – aus Sicht von nicht Direktinvolvierten scheint vieles unklar. Noch bleibt es aber ruhig um die Lizenzvergabe im Umfeld des FCL. Die Frage ist jedoch, wie lange noch.

Falls die angesprochenen fünf Millionen wirklich benötigt werden, muss einer der beiden Grossaktionäre hinstehen. Will der FC Luzern auch 2023/24 erstklassig spielen, braucht es eine Lösung vor dem Stichtag am 2. März. Eine Lösung, mit der beide Streitparteien einverstanden sind.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 13. Januar 2023 17:56
aktualisiert: 13. Januar 2023 19:29
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