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FCL

Fabio Celestini: «System ist nur blablabla»

Philipp Breit, 8. Februar 2021, 16:21 Uhr
«Meine Mannschaft wird wohl kein Spiel über 90 Minuten dominieren, dafür fehlt die Energie». Ist die Ansicht von FCL-Trainer Fabio Celestini nun sachlich, realistisch oder pessimistisch? Fakt ist auf jeden Fall, dass der Romand aktuell wohl eher Mental- als Fussballtrainer ist.
«System ist nur blablabla»: FCL-Trainer Fabio Celestini verlangt mehr von seinen Spielern.
© KEYSTONE/Urs Flueeler

Die Situation mit dichtgedrängtem Spielplan, wenig Vorbereitung und kaum Training kennt der FCL aus dem vergangenen Jahr. Und die Luzerner nutzen die Umstände auch nicht für Ausreden. «Umso wichtiger ist es, dass meine Spieler mit dem Kopf spielen und laufen», so Trainer Fabio Celestini. «Die Mannschaft kann vielleicht 20 oder 30 Minuten, vielleicht auch eine Halbzeit Vollgas spielen. Mehr aber nicht.» Die Energie fehle schlichtweg. Und genau deshalb müsse die Mannschaft clever sein. Und sie darf gute Ausgangslagen nicht einfach so verschenken wie am Sonntag gegen Servette. Die frühe Führung (8. Minute) durch Louis Schaub war eigentlich der perfekte Start ins Spiel. Doch dann drehte Servette innerhalb von 10 Minuten mit zwei Toren das Spiel. «Das darf nicht passieren», sagt Celestini klar.

Ihn ärgert insbesondere, dass der FCL immer zuerst einen Schuss vor den Bug erhalten muss, bevor man ins Spiel finde. Gegen Servette sei dies im ersten Duell der gehaltene Elfer von Müller gewesen. «Das war der Input, danach waren wir da», so Celestini, «aber wir müssen auch lernen da zu sein ohne diesen Input.»

Mannschaft, Mannschaft, Mannschaft

Doch wie will Celestini die Mannschaft in diesem dicht gedrängten Spielplan dazu bringen, alle drei oder vier Tage von Anfang an voll bei der Sache zu sein? Das Rezept sei einfach. Es brauche Mannschaft, Mannschaft, Mannschaft. Man müsse als Mannschaft gemeinsam für einander und miteinander kämpfen. Aber, und dies betont Fabio Celestini ausrücklich, es brauche Leistung von jedem einzelnen.

Die Leistungskultur unter Celestini ist ausgeprägt. Doch wie definiert er Leistung? «Mit jedem Spieler habe ich drei Werte definiert, die ihn besonders auszeichnen. Drei Werte, mit denen er der Mannschaft weiterhelfen kann. Bringt jemand diese drei Werte, dann ist die Leistung genügend», so Celestini. Genügend, mehr aber auch nicht.

Gegen Servette wechselte Celestini in beiden Spielen mehrfach das System. Einmal war es eine 4er-Abwehrkette mit Rombus. Dann eine 3er-Abwehrreihe, mal ein 4-4-2 oder auch mal kompakt zu fünft in der Defensive. Funktioniert hat es mal besser und mal schlechter. «System ist nur blablabla», so Celestini. System schiesst keine Tore und macht keine Fehler, es sind die Spieler. Und die Spieler geniessen unter Fabio Celestini viele Freiheiten auf dem Platz. «Wichtig ist, dass die Kommunikation stimmt. Die Spieler müssen reden miteinander.» Das sei viel wichtiger, als ob es jetzt eine 3er- oder eine 4er-Reihe sei.

Reden sollten die Spieler auch über die Tabellensituation. Ein mickriges Pünktchen Vorsprung haben die Luzerner gegenüber dem Schlusslicht Vaduz. Zugegeben, die Luzerner haben auch noch drei Spiele weniger ausgetragen als die Liechtensteiner. Und da YB das einzige Team der Super League ist, welches wirklich konstant spielt, ist nach wie vor vieles möglich. Nur davon zu reden, wie viele Punkte noch zu holen wären und was noch drin liegen würde, wenn man gewinnt, das reicht nicht. Die Luzerner brauchen Punkte. Dringend. Am besten bereits am Mittwochabend beim nächsten Heimspiel gegen Lugano. Und dann auf jeden Fall auch am Sonntag, wenn das Schlusslicht Vaduz in der Swissporarena gastiert. Da heisst es ausdrücklich: Verlieren verboten!

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Februar 2021 18:21
aktualisiert: 8. Februar 2021 16:21