Vor dem Heimspiel

FCL-Verteidiger Denis Simani: «Müssen höllisch aufpassen»

Philipp Breit, 21. Oktober 2022, 18:20 Uhr
3 Tore geschossen gegen St.Gallen und dennoch nicht gewonnen: Der FC Luzern scheint wieder etwas in alte Fahrwasser zu geraten und sicher geglaubte Punkte leichtsinnig zu verspielen. Nun brauche es «dreckige Siege», so Abwehrspieler Denis Simani.
Denis Simani fordert von seiner Mannschaft wieder «dreckige» Siege.
© KEYSTONE/Urs Flueeler
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Sion habe den Luzernern ganz gut aufgezeigt, wie es gehen könne, so Simani: «Gefühlt lag alle zwei Minuten ein Spieler am Boden. Bälle wurden verzögert, der Torhüter holte Sekunden raus. Genau solche dreckigen Siege müssen nun auch wir holen.» Der Fehler am Mittwoch gegen St.Gallen war, dass die Luzerner bereits ab der 70. Minute viel zu passiv waren. «Hätten wir bis in die 80. Minute Fussball gespielt und dann auf Zeit, hätten wir vielleicht gewonnen».

Dass es gegen die Ostschweizer nicht zum Sieg gereicht hat, lag mitunter an den Einwechselspielern. «Klar ist es nicht einfach, als Spieler in eine solch intensive Partie zu kommen», meint Mario Frick. «Aber die gezeigte Körpersprache war dann halt schon von zwei, drei Spielern richtig schlecht». Doch genau die Bank, also die Einwechselspieler, waren in der vergangenen Rückrunde noch einer der grössten Schlüssel zum Erfolg für den FCL. «Uns hat ausgezeichnet, dass wir immer wieder nachlegen konnten. Egal wer reinkam, er brachte Schwung und Energie.»

70 gute Minuten reichen halt nicht aus

Warum es gerade gegen die Ostschweizer nicht klappte, darüber rätselt Mario Frick noch etwas. Sein Abwehrchef Simani jedenfalls will von fehlender Mentalität nichts wissen. «Meiner Meinung nach haben wir sehr solidarisch gespielt. Zumindest bis in die 70. Minute haben wir aggressiv gespielt und hoch gepresst.» Aber halt eben nur bis 20 Minuten vor Schluss und nicht bis zum Abpfiff.

Die Chance, es besser zu machen, bietet sich den Luzernern bereits am Samstag ab 20.30 Uhr. Der FCL empfängt in einem weiteren Heimspiel den FC Lugano. Im Vergleich zu St.Gallen wird es wohl ein Spiel wie Tag und Nacht gegen die Tessiner. Die Ostschweizer spielen aktiv mit, pressen hoch, erzeugen Druck und haben ein enormes Tempo. Die Tessiner erwartet Mario Frick deutlich defensiver. «Wir brauchen einen Plan gegen einen deutlich tiefstehenderen Gegner. Aber nichtsdestotrotz müssen wir auf der Hut sein. Lugano hat ein unglaubliches Umschaltspiel. Mit Steffen, Bottani, Mahoud und Celar verfügen sie über spielerische Klasse.»

Auch Denis Simani erwartet das gewohnt gefährliche Spiel gegen Lugano. «Fehler wird es keine dulden, da müssen wir höllisch aufpassen». Simani wird auch gegen Lugano gemeinsam mit Marco Burch das Innenverteidiger-Duo bilden. Wie eigentlich meistens. Macht die Stammplatzgarantie vielleicht etwas gefällig? «Wir sind keine Wohlfühloase», betont Simani. «Jaquez und Beka trainieren gut und bringen ihre Leistung. Wir müssen also voll da sein. Auch ansonsten in der Mannschaft ruht sich keiner aus, denn jeder weiss über die Qualität, welche wir im Kader haben.»

Qualität, welche auf dem Feld mal wieder in einen Sieg umgemünzt werden soll. Seit vier Spielen sind die Luzerner sieglos. Obwohl sie spielerisch teilweise überzeugt haben, reüssierte kein Dreier. Dies soll sich nun gegen Lugano ändern. Und während die Mannschaft auf dem Feld um Punkte kämpft, werden die Fans auf der Tribüne ebenfalls weiterkämpfen. Gegen die Pläne von Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg. Man darf gespannt sein, ob sich dieser im Stadion blicken lässt und welche Aktionen sich die Fans einfallen lassen, um ihrem Unmut freien Lauf zu lassen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Oktober 2022 18:20
aktualisiert: 21. Oktober 2022 18:20