FC Luzern

«lefere ond nömme lafere»

Philipp Breit, 17. Oktober 2020, 20:43 Uhr
Am Sonntag beginnt für den FC Luzern die neue Super League Saison. Nein, ich bin nicht verrückt. Zum Re-Start gibt es in der Swissporarena Besuch aus der Ostschweiz. Ja, ich weiss, es sind bereits drei Runden gespielt. Und dennoch: Die Saison geht erst jetzt richtig los.

Für mich persönlich gibt es drei Gründe, warum es für den FCL erst jetzt richtig los geht. Nach einer kurzen Vorbereitung und gerade einmal drei Runden kam schon die Nati-Pause. Ein völlig unsinniger Unterbruch, aber terminlich nicht anders zu handhaben. Dieses Hin und Her ist nun vorbei. Zweiter Grund: Das Transferfenster ist seit Montag geschlossen. Es herrscht Klarheit, wer geht und wer kommt. Und dann ist da auch noch die Tatsache, dass am Sonntag gegen St. Gallen endlich wieder mehr Zuschauer ins Stadion dürfen.

Es war eine intensive Transferphase. Sieben neue Spieler wurden geholt. Hinzu kommen die eigenen Nachwuchsleute Lino Lang und Mark Marleku, welche ihre ersten Profiverträge unterzeichnet haben. Und dann ist da auch noch Rückkehrer Filip Ugrinic. Ich würde mal sagen, FCL-Sportchef Remo Meyer hat geliefert. Gross war der mediale Aufschrei in dieser Transferzeit. Der FCL-Kader sei nicht Super-League-tauglich. Der Kader sei zu dünn besetzt. Spieler wie Eleke, Males oder Voca würden nicht ebenbürtig ersetzt.

Und dann gelang es dem FCL trotz intensiven Verhandlungen nicht, Valentin Stocker oder Guillaume Hoarau nach Luzern zu locken. Naja, wie intensiv diese Verhandlungen wirklich waren oder wie gross das FCL-Interesse wirklicht war, dies wird wohl für immer Meyers Geheimnis bleiben. Wie gewohnt schweigt er in solchen Angelegenheiten. Meiner Meinung nach auch zu Recht. Schliesslich beschäftigte sich Remo Meyer in den vergangenen Wochen mit Zuzügen und nicht mit medialen Gerüchten.

Hatte in dieser Transferphase viel zu tun: FCL-Sportchef Remo Meyer!

Und, ich muss sagen: Meyer hat geliefert! Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole. Remo Meyer hat es geschafft, den Kader ziemlich neu zu ordnen. Es ist wohl der grösste Umbruch in den vergangenen Jahren. Und ein völlig berechtigter dazu. Spieler wie Blessing Eleke und Darian Males gehörten wegtransferiert. Sie waren in ihren Köpfen nicht mehr beim FCL. Idriz Voca musste gehen, für sich selber. Seit zwei Jahren spielt Voca auf konstant gutem Niveau. Mehr aber leider auch nicht, die nächsten Schritte blieben aus. Deshalb ist für mich sein Wechsel in die Türkei nachvollziehbar. Er musste den nächsten Schritt machen. Ob es einer vorwärts war oder vielleicht doch eher zur Seite oder zurück, wird sich erst noch zeigen.

Und dann wäre da ja auch noch Francesco Margiotta. Sein Abgang war der einzige, welcher für den FCL überraschend kam. Aber seine Forderung nach mehr Lohn konnte (zu Recht!) nicht erhört werden. Und mit seinem anschliessenden Verhalten trieb Margiotta einen Keil zwischen sich und dem Verein, welcher nicht mehr gekittet werden konnte.

Francesco Margiotta spielt nicht mehr im FCL-Dress: Zu Recht!

Schliesslich noch zu Fabio Celestini. Mehrfach hat der FCL-Trainer öffentlich sechs neue Spieler gefordert: zwei im Sturm, zwei in der Mitte und zwei in der Verteidigung. Nun hat er sieben Neue! Also, jetzt «lefere ond nömme lafere». Der Sportchef hat es bereits getan. Nun liegt es an Celestini die Mannschaft zu formen und zu einen. Ich bin mir sicher, Celestini wird es ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn er sich sein neues Offensiv-Potenzial anschaut: Dejan Sorgic, Varol Tasar, aber auch die hoffnungsvollen Yvan Alounga und Samuel Alabi. Dann ist da noch Louis Schaub. Der Österreicher zeigte bereits, wozu er fähig ist. Das gibt ordentlich Wumms da vorne, würde ich meinen. Die restlichen neuen Spieler wie Alex Carbonell oder Martin Frydek lassen die Erwartungen ebenfalls steigen. Aber bitte nicht zu sehr. Bereits liest man vom besten FCL-Kader der vergangenen Jahre. Die Mannschaft sei top, zu Grossem fähig. Ja, das mag sein. Aber eben, zuerst heisst es «lefere ond nömme lafere».

Ich persönlich freue mich auf jeden Fall auf den «neuen» Saisonstart am Sonntag gegen St. Gallen. Mit den St. Gallern reisen ja quasi auch drei Punkte in die Innerschweiz … Der «Lieblingsgegner» St. Gallen hatte zwar in den vergangenen Duellen etwas die Nase vorne und sie sind ja auch ganz ordentlich in die Saison gestartet mit drei Siegen aus drei Spielen. Aber zum Glück fängt am Sonntag die Saison ja neu an.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. Oktober 2020 20:43
aktualisiert: 17. Oktober 2020 20:43