Noch zwei Spiele

«Wäre für uns wie ein Meistertitel» – FCL will weg vom Barrage-Platz

17. Mai 2022, 16:40 Uhr
Der FC Luzern steht unter Zugzwang. Zwei Runden vor Ende der Meisterschaft liegt er noch immer auf dem Barrage-Platz. Dennoch sind die Luzerner guten Mutes, den direkten Klassenerhalt zu schaffen – trotz happigem Restprogramm gegen den Noch-Meister YB und den neuen Meister FCZ.
FCL-Trainer Mario Frick blickt dem Heimspiel gegen YB zuversichtlich entgegen: «Die Mannschaft arbeitet sehr konzentriert.»
© KEYSTONE/Urs Flueeler

«Zu Beginn war ich in der Schule ganz gut in Mathe, irgendwann bin ich dann faul geworden. Das 1x1 kann ich aber noch ganz gut», sagt Christian Gentner. Wie vermutlich der eine oder andere FCL-Fan hat auch der Captain verschiedene Szenarien durchgerechnet, wie sein Team den Gang in die Barrage noch verhindern kann.

Zu viele Rechenspielen würden aber nichts bringen. Am Ende müssten sie einfach ihren Job erledigen. «Letztendlich sind wir auch abhängig von den anderen Ergebnissen. Was wir beeinflussen können, ist unsere Punkteausbeute. Und da wollen wir das Maximum herausholen.»

So präsentiert sich die Tabelle der Super League zwei Runden vor Schluss.

© Screenshot SFL

Die Vorzeichen vor dem Heimspiel gegen YB stehen auf jeden Fall schon mal gut. Der FC Luzern ist in Form. Er hat die vergangenen drei Spiele allesamt gewonnen – mit einem Torverhältnis von 10:1. Deshalb beträgt der Rückstand auf Sion und GC zwei Runden vor Schluss nur noch einen Punkt.

Entsprechend gut ist die Stimmung im Lager der Luzerner. «Die Mannschaft arbeitet sehr konzentriert und fokussiert», sagt Trainer Mario Frick. «Wir wollen die harte Aufholjagd, die wir hinter uns haben, vergolden. Es wäre für uns wie ein Meistertitel, wenn wir Platz 8 erreichen sollten.»

Aufholjagd dank späten Toren

Seit Mario Frick bei den Luzernern an der Seitenlinie steht, hat die Mannschaft den Tritt immer besser gefunden und eine regelrechte Aufholjagd gestartet. Zu Beginn der Rückrunde lag der FCL zehn Punkte hinter Sion, auf GC betrug der Rückstand gar zwölf Zähler.

Auch hat der FCL mögliche Niederlagen mit Treffern in den Schlussminuten wiederholt verhindert. Dies kommt laut Christian Gentner nicht von ungefähr: «Wir haben einen deutlich besseren Fitnesszustand. Auch konnten wir von der Bank aus immer wieder nachlegen.»

Qual der Wahl für Frick

«Momentan ist es das Schönste, mit dieser Mannschaft zu arbeiten», fügt Mario Frick an. «Wir haben einen grossen Konkurrenzkampf, auch haben sich im Training sehr viele Spieler aufgedrängt.» Deshalb hätte er die Qual der Wahl, wenn es darum geht, die Startaufstellung zu bestimmen.

Dass der FCL nicht in jedem Spiel auf die Tore der gleichen Spieler angewiesen ist, unterstreicht ein Blick in die Statistik. Für die zehn Treffer in den vergangenen drei Partien waren neun verschiedene Spieler besorgt. Einzig Dejan Sorgic traf zweimal.

Trotz klarer Aufwärtstendenz versucht der FCL, am Boden zu bleiben und den Fokus nicht aus den Augen zu verlieren. «Uns allen ist bewusst, dass wir noch nichts erreicht haben», bringt es Frick auf den Punkt. Und Gentner ergänzt: «Gegen Ende Saison kommt es teils zu kuriosen Ergebnissen.»

Deshalb will Frick auch gegen den noch amtierenden Meister YB an der bewährten Spielidee festhalten. «Wir müssen unser Schicksal in die eigene Hand nehmen, sprich aggressiv nach vorne spielen und füreinander da sind wie eine Familie. Dann bin ich überzeugt, dass auch YB schlagbar ist.»

(scd)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. Mai 2022 16:40
aktualisiert: 17. Mai 2022 16:40
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