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FC Luzern in der Krise?

Wenn es so weiter geht, droht dem FCL ein Herzinfarkt

27. September 2021, 15:58 Uhr
Denken mit dem Kopf, laufen mit den Füssen aber kämpfen mit dem Herzen. Der FC Luzern täte gut daran sich wieder zu erinnern, wo die echten «blau-weissen» Stärken sind. Sie liegen nicht im Wohlbefinden einzelner, sondern im überzeugenden Kollektiv. Ein Kommentar unseres Sportchefs Philipp Breit.
Auch das achte Spiel brachte nicht den ersten Sieg für den FC Luzern
© KEYSTONE/URS FLUEELER

Ein schlagendes Herz hält jeden Menschen am Leben. Aber damit ein Herz schlägt, muss es versorgt werden. Wenn Gerinnsel oder schlechte Blutpartikel in ein Herz fliessen, so kann dieses geschädigt werden. Und mit einem geschädigten Herzen lässt es sich schlecht leben. Und aktuell scheint es zumindest so, dass das FCL-Herz nicht mit genügend Blut versorgt wird. Es droht ein Infarkt.

Noch vor wenigen Monaten drohte dem FCL-Herzen ebenfalls ein Infarkt. Jedoch aufgrund eines enormen Adrenalinüberschusses. St. Gallen wurde im Cupfinal mit 3:1 besiegt. Der erste Titel seit 29 Jahren, ach wie hüpfte das FCL-Herz! Rund fünf Monate später hängt eben jenes Herz am Tropf.

Im «Körper» des FCL schlägt nicht nur eines, sondern gleich mehrere Herzen. Da ist jenes der Investoren, jenes der Angestellten und auch jenes der Fans. Hinzu kommen die Herzen der Spieler und des Trainerteams. Im Optimalfall schlagen sie alle im selben Takt. Ist dem so, so lebt der FCL-Körper in Höchstform. Beinahe nichts kann diesen Verein stoppen, wenn alle Herzen im gleichen Takt schlagen. Bricht jedoch eines oder gar mehrere Herzen diesen Rhythmus, dann wird es schwierig.

Aktuell scheinen zumindest die Herzen rund um die Mannschaft nicht im selben Takt zu schlagen. Vielleicht fliesst durch das eine Herz noch etwas mehr Adrenalin nach dem Cup als durch das andere. Vielleicht wird ein Herz noch etwas mehr mit Euphorie versorgt, als das andere. Vielleicht lässt sich aber auch das eine Herz noch etwas zu sehr von den Cuperinnerungen stimulieren. Schlagen die Herzen der Mannschaft und des Trainerteams wirklich noch im selben Takt?

Ich will nicht sagen, dass sie dies nicht können. Im Moment scheint es jedoch so, dass die beiden Herzen mit unterschiedlichen Emotionen gefüttert werden. Und da, so scheint es zumindest, nicht all diese Emotionen von positiver Natur sind, kommen die Herzrhythmen ins Stocken. Es droht erneut ein Infarkt!

Die Mannschaft und das Trainerteam müssen ihre Herzen dringend wieder synchronisieren. Vielleicht braucht es einen Herzschrittmacher, welcher die beiden Herzen wieder mit den notwendigen Impulsen von aussen versorgt, damit sie ihren Rhythmus wieder finden. Denn gelingt dies nicht, so dürfte der nächste Schritt von aussen kein Schrittmacher sein, sondern wohl ein chirurgischer Eingriff. Und dann dürfte ein Herz entfernt und durch ein neues ersetzt werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. September 2021 15:46
aktualisiert: 27. September 2021 15:58