FC Luzern

«Wir wollen Emotionen, da gehören Zuschauer dazu»

Raffaele Keller, 23. April 2020, 17:44 Uhr
Christian Schwegler im Interview
© PilatusToday
Vielleicht geht es nun plötzlich schneller als bisher gedacht: Die Schweizer Fussball Liga träumt davon, bereits am 20. Mai wieder Fussball zu spielen. Wir haben den FCL-Captain Christian Schwegler zum Gespräch getroffen.

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Quelle: PilatusToday

Damit am 20. Mai tatsächlich wieder Fussball gespielt wird, müsste jedoch vieles zusammenpassen. Ein über 30-seitiges Dokument, welches das Bundesamt für Gesundheit zusammen mit der Liga ausgearbeitet hat, zeigt, was alles erfüllt sein müsste: Namentlich müssten sämtliche Hygiene- und Verhaltensmassnahmen geklärt sein.

Massnahmen unklar

Was das aber effektiv für Massnahmen sind, ist im Moment noch unklar. Auch was dies für die Fussball-Clubs bedeuten würde und wer das Ganze finanzieren soll, ist nicht geklärt. Es gibt also noch viele Fragezeichen.

Wir haben uns mit dem FC Luzern Captain Christian Schwegler getroffen und mit um diesen möglichen Wiedereinstieg diskutiert, die Situation beim FCL mit dem Coronavirus im Allgemeinen und wie es bei ihm persönlich weitergeht.

Gesundheit im Vordergrund

Für Christian Schwegler steht im Moment etwas anderes als der Fussball im Fokus: «Grundsätzlich ist mein Tenor, dass die Gesundheit Vorrang hat. Solange dies nicht gewährleistet ist, stellt sich für mich die Frage nach Fussball spielen oder Training als Mannschaft nicht. Ganz klare Leitplanken sind wichtig. Über allem steht die Gesundheit.» Ausserdem könne man die Situation jetzt nutzen, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen.

Finanzielle Fragen

Klar scheint hingegen bereits zu sein, dass eine Fortsetzung der Fussball-Saison mit Geisterspielen verbunden wäre. Nicht gerade der Traum aller Fussballer: «Geisterspiele als Sportler sind nicht das Wahre. Wir wollen mit Emotionen spielen, da gehören Zuschauer einfach dazu.» Es stellen sich ausserdem finanzielle Fragen bei möglichen Geisterspielen: Wie sieht es mit Sponsoren- und Fernsehgeldern aus? Zudem können die Marktwerte der Spieler zusammenbrechen, wenn man sich nicht wieder präsentieren kann.

Fitness ist wichtig

Aber ganz unabhängig davon, ob die Saison nun tatsächlich am 20. Mai mit Geisterspielen weitergeht oder nicht, die Spieler müssen sich sowieso fit halten: «Man muss bereit sein, wenn es wieder losgeht. Aber natürlich gibt es Phasen, in denen man sich überlegt: Warum mache ich das überhaupt?»

Ein weiteres Jahr in Luzern?

Bei Schwegler ist zusätzlich speziell, dass sein Vertrag im Sommer enden würde. Wie es beim FC Luzern Captain persönlich weitergeht, ist im Moment noch ungewiss: «Wir hatten im Winter ein erstes Gespräch, da kam ich gerade von einer Verletzung zurück, und wir entschieden uns, bis im März abzuwarten. Und natürlich war nun im März eine besonders spezielle Situation, die man nicht so einfach handhaben kann. Gerade so möchte ich eigentlich nicht aufhören. Deshalb könnte ich mir vorstellen, noch ein Jahr dran zu hängen.»

Christian Schwegler könnte also seinen auslaufenden Vertrag beim FCL verlängern und noch ein Jahr weiterspielen.

Wann er und seine Teamkameraden tatsächlich wieder auf den Fussballplatz können, das ist im Moment noch offen – auch wenn die Liga von einem Start Ende Mai träumt. Das komplette Interview mit Christian Schwegler gibt es am Anfang des Artikels.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. April 2020 16:57
aktualisiert: 23. April 2020 17:44