FC Luzern

Zu wenig Selbstvertrauen, um dem Meister Meister zu werden

Irene Müller, 25. Oktober 2020, 21:30 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Zugegeben: YB ist kein einfacher Gegner, auch an diesem Sonntagabend nicht. Dennoch wäre mehr dringelegen.

So, wie die Luzerner beim Einspielen auf dem Platz herumtollten, so wirken sie auch in den ersten Spielminuten: etwas verschlafen und nicht bereit für die YB-Wucht, die das Spiel zu Beginn klar dominierte. Es war eine hektische erste Viertelstunde, die der FCL nur dank ein, zwei Glanzparaden von Marius Müller ohne Gegentor überstand.

Penalty-Tor entgegen dem Spielverlauf

Dann, nach einem ersten Abschluss von Ugrinic, (der das Tor jedoch weit verfehlte), werden die Luzerner erstmals richtig gefährlich – mit einem glücklichen Ende für die Innerschweizer: Der Schiedsrichter pfeift Penalty wegen eines Fouls an Knezevic, und Schulz schiebt den Ball cool ein zum 1:0. Danach scheint bei den Bernern etwas die Spielfreude abhandengekommen und das Spiel wird ausgeglichener bis zum Ende der ersten Halbzeit.

Die Antwort der Gastgeber

In der Pause musste FCL-Trainer Fabio Celestini reagieren. Torschütze Marvin Schulz musste angeschlagen in die Kabine. Für ihn kam Martin Frydek und gab sein Debüt im FCL-Dress. An Frydek lag es sicherlich nicht. Aber YB fuhr wie eine Dampfwalze über die Luzerner hinweg. Der Druck war in der ersten Halbzeit schon gross, doch nun zu Beginn der zweiten Halbzeit legten die Berner noch eine Schippe drauf. Und es sollte sich auszahlen. Meschack Elia gelingt in der 58. Spielminute der Ausgleich. Und in der 69. Minuten ist es YB-Stürmer Nsame, welcher aus kürzester Distanz ungehindert zur Führung für YB einnicken kann. Nicht nur FCL-Goalie Müller ist genervt ab diesem unnötigen Gegentreffer. Bei beiden Gegentoren gehen individuelle Fehler der Luzerner voraus. Klar, von YB erzwungen. Aber mit der notwendigen Kaltschnäuzigkeit und Abgeklärtheit hätte der FCL vielleicht die eine oder andere YB-Chance verhindern können.

Gäste gehen unter

Den Luzernern fehlt es nach der Führung durch Nsame an Konsequenz (oder ist es Selbstvertrauen?). Zum Beispiel, als Ugrinic sich wunderschön durch die Berner Abwehrreihen schlängelt und dann doch noch einen Pass auf Schaub schlägt, anstatt es selbst zu versuchen. Offensiv konnten sich die Luzerner nur sehr selten aus der engen YB-Umklammerung lösen. Die Berner liessen dem FCL keinen Platz, waren eng dran und machten die Räume zu. Ein gepflegtes FCL-Offensivspiel? Fehlanzeige! Schlichtweg nicht möglich. Und dennoch gelang es den Luzernern immer mal wieder mit schnellem Umschalten für Aufregung zu sorgen. Leider für jeweils nicht allzu lange, aber die Ansätze waren durchaus da. Und dennoch, die Berner liessen gar nichts mehr anbrennen und brachten den Sieg schlussendlich verdient über die Zeit.

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. Oktober 2020 18:00
aktualisiert: 25. Oktober 2020 21:30