Champions League

Chelseas Comeback gegen Real Madrid gelingt nur fast

13. April 2022, 06:06 Uhr
Bayern München scheitert in der Champions League an Villarreal. Die Spanier trotzen den Deutschen ein 1:1 ab. Real Madrid kämpft sich gegen Titelverteidiger Chelsea in der Verlängerung weiter.
Leroy Sané verdeckt sich enttäuscht die Augen nach dem Schlusspfiff.
© KEYSTONE/EPA/RONALD WITTEK
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Als Robert Lewandowski in der 52. Minute das erste Tor für die Münchner schoss und damit die Hypothek aus dem Hinspiel von vor einer Woche wettgemacht war, schien es nur eine Frage der Zeit, ehe der Bundesligaklub seiner Favoritenrolle gegen den Verein aus der spanischen Kleinstadt gerecht werden würde. Bereits in der Runde zuvor gegen Salzburg hatten die Bayern schliesslich auf ein 1:1 im Hinspiel eine 7:1-Gala gegen Salzburg folgen lassen.

Wussten mit Ball nicht viel anzufangen

Dass es keine solche geben würde, war indes am Dienstag schnell klar. Bayern hatte zwar den Ball, wusste damit aber nicht viel anzufangen. Ein Kopfball von Jamal Musiala war das Gefährlichste, was es in der ersten Halbzeit zu Stande brachte. Und eben, nach Lewandowskis 13. Treffer in der diesjährigen Champions-League-Saison, schien es logisch, dass sich den Münchnern nun Räume offenbaren würden, die sie vorher nicht vorgefunden hatten. Doch dem war nicht so.

Villarreal, in der Gruppenphase Gegner der Young Boys, blieb defensiv diszipliniert und lauerte auf seine Chance. Und die kam. In der 88. Minute lancierte Gerard Moreno Samuel Chukwueze, der Bayern-Goalie Manuel Neuer mit dem ersten und einzigen Schuss aufs Tor bezwang. Die perfekte Effizienz des Europa-League-Siegers, der in den Achtelfinals Juventus Turin ausgeschaltet hatte, reichte wie 2006 für die sensationelle Qualifikation für die Halbfinals, wo höchstwahrscheinlich mit Liverpool der nächste Gigant gegenüberstehen wird. Bayern München muss derweil wie bereits im Vorjahr in den Viertelfinals die Ambitionen auf die siebte europäische Krone begraben.

Benzema trifft doch noch

In der zweiten Partie setzte sich wie erwartet Real Madrid gegen Chelsea durch, doch die Spanier taten sich gegen den englischen Titelverteidiger schwerer als man nach dem 3:1 im Hinspiel vor einer Woche hätte vermuten können. Bis zur 51. Minute hatten die Blues nach Treffern von Mason Mount und Antonio Rüdiger das Defizit getilgt, und nach 75 Minuten und Timo Werners 3:0 war die Begegnung gar komplett gekehrt. Den Engländern gelang sogar noch ein vierter Treffer, Marcos Alonsos Tor wurde indes wegen Handspiels aberkannt. Und so reichte den Madrilenen ein Treffer, um sich in die Verlängerung zu retten.

In der 80. Minute verwertete Rodrygo einen sehenswerten Aussenristpass des ehemaligen Weltfussballers Luka Modric. Und dann war für das Team von Carlo Ancelotti einer zur Stelle, der Real Madrid in den letzten zwei Partien in der Champions League quasi im Alleingang zum Erfolg führte. Sowohl im Achtelfinal-Rückspiel gegen Paris Saint Germain als auch im Hinspiel gegen Chelsea hatte Karim Benzema drei Mal getroffen.

In der 96. Minute köpfelte er nach einem Flankenlauf von Sturmpartner Vinicius Junior ein zum Anschlusstreffer. Es war bereits das zwölfte Tor des Franzosen in dieser Champions-League-Saison, und es war dasjenige, das Real trotz 2:3-Niederlage über den Halbfinaleinzug jubeln liess, wo entweder Manchester City oder Stadtrivale Atlético warten wird. Die Chancen des Rekordsiegers auf den 14. Titel sind intakt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. April 2022 06:06
aktualisiert: 13. April 2022 06:06