U21-EM

Dämpfer für die Schweizer U21 an der EM: 2:3 gegen Kroatien

28. März 2021, 23:36 Uhr
Goalie Anthony Racioppi legt den Kroaten den Führungstreffer mit einem missglückten Befreiungsschlag auf
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Die Schweiz verpasst an der U21-Europameisterschaft einen grossen Schritt Richtung Viertelfinals. Das Team von Trainer Mauro Lustrinelli verliert das zweite Gruppenspiel gegen Kroatien 2:3.

Am Ende des zweiten EM-Auftritts stand ein 2:3, für das sich die SFV-Auswahl in erster Linie an die eigene Nase fassen musste. Mit einem Goaliefehler legten die Schweizer dem Gegner das frühe 1:0 praktisch auf. Mit einer ungenügenden Chancenverwertung verpassten sie es, den Rückstand wettzumachen, und mit zehn schwachen Minuten liessen sie die über weite Strecken unterlegenen Kroaten auf 3:0 davonziehen.

Mit der Aufholjagd zum 2:3 und fast noch zum Ausgleich bewiesen die Schweizer Moral, doch Punkte im Kampf um den Vorstoss in die Viertelfinals gab es dafür nicht. Vor dem letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Portugal ist die glänzende Ausgangslage dahin, die sich die Schweizer mit dem Erfolg gegen England geschaffen hatten. Vom 1. Platz bis zum bitteren Ausscheiden ist nun jedes Szenario möglich.

«Ich sah keine schlechte Leistung. Aber wenn man seine Chancen nicht verwertet, kommt es eben so heraus», befand Lustrinelli. Jasper van der Werff, der überraschend für Jan Bamert in die Innenverteidigung gerückt war, machte ebenfalls die ungenügende Chancenverwertung als Grund für die Niederlage aus. «Wir waren sehr dominant und spielten viele Chancen heraus. Aber wir waren auch zu wenig effizient. Ausserdem kassierten wir immer wieder Nackenschläge: das unnötige 0:1, das 0:2 durch einen Penalty, das 0:3.»

Zu den Sündern im Vorwärtsgang gehörte vor allem Jérémy Guillemenot. Allein der Stürmer des FC St. Gallen vergab drei gute Gelegenheiten. Unter anderem scheiterte er zu Beginn der zweiten Halbzeit freistehend vor dem kroatischen Keeper Dominik Kotarski und hatte er nach 50 Sekunden das 1:0 vergeben, das die Partie wohl in andere Bahnen gelenkt hätte.

Noch ärgerlicher war indes der frühe Rückstand. Mit einem missglückten Befreiungsschlag legte Goalie Anthony Racioppi Luka Ivanusec das 1:0 nach acht Minuten praktisch auf. Als Racioppi seinen Fehler ausbügeln wollte, rutschte er beim Schuss des Kroaten aus gut 25 Metern auch noch aus.

Trotz diverser Chancen klappte es mit dem Toreschiessen erst, als die Schweizer nach einer Stunde zwei weitere Gegentreffer kassiert hatten - den zweiten durch einen Penalty nach Foul von Jordan Lotomba kurz nach einem Dreifach-Wechsel inklusive Rochaden auf den Positionen, den dritten nach einer Unachtsamkeit im Stellungsspiel der Innenverteidiger. In der 79. Minute versenkte Kastriot Imeri einen Handspenalty, in der 89. Minute traf der Kroate Sandro Kulenovic nach einem Corner ins eigene Tor. Die Chance auf den Ausgleich durch Alexandre Jankewitz entschärfte Kotarski in der Nachspielzeit.

Im Raum stand am Ende auch die Frage, wie sehr Lustrinelli mit den vier Wechseln in seiner Startaufstellung gegenüber dem England-Match zum missglückten zweiten Auftritt beitrug. Unter anderem ersetze der Schweizer Trainer die Verteidiger Jan Bamert und Miro Muheim durch Van der Werff und Silvan Sidler. Im zentralen Mittelfeld beliess er den gegen England überzeugenden Jankewitz zunächst auf der Bank. Auch Dan Ndoye, der Schütze des einzigen Treffers gegen England, gehörte drei Tage vor dem letzten, nun kapitalen Gruppenspiel nicht zur Anfangsformation.

England verliert auch gegen Portugal

England hat auch das zweite Gruppenspiel verloren. Nach dem 0:1 gegen die Schweiz unterlag der personell geschwächte EM-Mitfavorit Portugal 0:2. Dany Mota von Silvio Berlusconis Klub Monza und Barcelonas Trincão per Penalty erzielten die Tore für die Portugiesen.

Für die Schweiz ist die Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel gegen Portugal damit schwer auszurechnen. Portugal führt drei Punkte vor Kroatien und der Schweiz. England steht noch bei null Punkten, kann aber mit einem hohen Sieg gegen Kroatien auch noch weiterkommen, sollte die Schweiz das letzte Spiel verlieren.

Die Schweiz hat aber die Gewissheit, dass ein 1:0-Sieg gegen Portugal für den Vorstoss in die Viertelfinals reichen würde. Bei Punktgleichheit zählen die Parameter aus den Direktbegegnungen als erstes. Die zwei späten Tore vom 0:3 zum 2:3 gegen Kroatien könnten sich noch als wertvoll erweisen, sollten Portugal, Kroatien und die Schweiz am Ende je sechs Punkte vorweisen.

Kroatien - Schweiz 3:2 (0:1)

Koper (SLO). - SR Higler (NED). - Tore: 8. Ivanusec 1:0. 61. Moro (Foulpenalty) 2:0. 64. Vizinger (Moro) 3:0. 79. Imeri (Handspenalty) 3:1. 89. Kulenovic (Eigentor) 3:2.

Kroatien: Kotarski; Sverko, Erlic (24. Vuskovic), Bradaric; Franjic (75. Krizmanic), Bistrovic, Moro (76. Zaper), Babec, Ivanusec; Vizinger (85. Kulenovic), Spikic (75. Colina).

Schweiz: Racioppi; Lotomba, Van der Werff, Zesiger, Sidler (46. Rüegg); Pusic (59. Ndoye), Sohm (59. Imeri), Domgjoni (66. Jankewitz), Toma; Guillemenot, Zeqiri (66. Mambimbi).

Bemerkungen: Verwarnungen: 6. Babec (Foul). 45. Sidler (Foul). 45. Franjic (Foul). 45. Vizinger (Foul). 48. Van der Werff (Foul). 60. Lotomba (Foul). 91. Kulenovic (Foul).

U21-Europameisterschaft in Ungarn und Slowenien. Vorrunde. 1. Runde. Gruppe C. In Györ (HUN): Island - Dänemark 0:2 (0:2). In Szombathely (HUN): Russland - Frankreich 0:2 (0:2). - Rangliste (je 2 Spiele): 1. Dänemark 6. 2. Frankreich 3. 3. Russland 3. 4. Island 0.

Gruppe D. In Koper (SLO): Kroatien - Schweiz 3:2 (1:0). Portugal - England 2:0 (0:0). - Rangliste (je 2 Spiele): 1. Portugal 6. 2. Kroatien 3. 3. Schweiz 3. 4. England 0.

Die weiteren Spiele in der Gruppe D. Mittwoch, 31. März, 18.00 Uhr: Kroatien - England (in Koper), Schweiz - Portugal (Ljubljana).

Modus: Die ersten zwei jeder Gruppe qualifizieren sich für die Viertelfinals (31. Mai bis 6. Juni). Bei Punktgleichheit geben zuerst die Parameter aus der Direktbegegnung respektive den Direktbegegnungen den Ausschlag.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. März 2021 23:40
aktualisiert: 28. März 2021 23:36