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Super League

Der FC Basel müsste sich zu einem Wunder aufmachen

14. Februar 2021, 04:05 Uhr
Bevor sie sich Anfang März in im St.-Jakob-Park duellieren werden, tragen Basel und YB drei Runden lang ein Fernduell aus. Am Sonntag müssen sie sich auswärts behaupten: YB in Lugano, Basel beim FCZ.
«Vorne mitspielen» ist Ciriaco Sforzas neue Parole für den FCB
© KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Kann man überhaupt noch von einem Duell reden, oder ist die Meisterschaft schon nach 19 Runden so gut wie entschieden? 13 Punkte liegen zwischen den Gelbschwarzen und den Rotblauen. Erstmals im neuen Jahr haben die beiden Rivalen gleich viele Spiele ausgetragen, sodass man mit effektiv gewonnenen Punkten kalkulieren darf und nicht auf Verlustpunkte ausweichen muss.

Sämtliche Erfahrungswerte aus den 17 bisherigen Super-League-Saisons nehmen den Baslern praktisch jede Hoffnung, dass sie am Ende der Saison nach vier langen Jahren wieder Meister werden. Nur YB 2018/19 mit 19 Punkten sowie Basel 2003/04 und 2015/16 mit je 17 Punkten erarbeiteten sich in den ersten 19 Runden einen noch grösseren Vorsprung, als ihn sich neuerdings die Berner verschafft haben. In keinem dieser Fälle kamen die ersten Verfolger bis zum Ende der Saison auch nur einigermassen nahe heran.

In nur drei Saisons wurde die nach 19 Runden führende Mannschaft noch überholt. Vor dem denkwürdigen Finale 2006 - Zürich wurde Meister vor dem punktgleichen Basel - machten die Zürcher nach der 19. Runde fünf Punkte wett. Basel stieg 2009/10 mit dem Handicap von vier Punkten in die letzten 17 Runden - und fing YB um drei Punkte ab. 2012/13 schliesslich liessen sich die Grasshoppers vom FC Basel überholen. Auch hier verwandelten die Basler einen Rückstand von sieben in einen abschliessenden Vorsprung von drei Punkten. Anders gesagt: In den 17 Saisons konnte kein Verfolger nach der 19. Runde mehr als sieben Punkte auf den Leader gutmachen.

Basels Trainer Ciriaco Sforza hat beileibe nicht kapituliert. Als Trainer muss er die Hoffnungen nach aussen hochhalten. Zuletzt sprach er aber nicht mehr vom Titel als Ziel, sondern davon, dass der FCB «vorne mitspielen» wolle. Und dies tut der FCB bereits. Er ist derzeit alleiniger Zweiter, zwei Verlustpunkte vor Lugano.

Vaduzer Frühling

Erstellt man eine Rangliste mit den jüngsten vier Einsätzen pro Mannschaft, so führen die Young Boys mit 12 vor Vaduz mit 8 Punkten. Mit dieser erstaunlichen und für ihn in seinen viereinhalb Super-League-Saisons einmaligen Serie brachte sich der Aufsteiger ins Geschäft zurück. Mit einem Sieg bei dem durch viele Absenzen geschwächten FC Luzern würden die Liechtensteiner den letzten Platz verlassen, den sie seit der 4. Runde innehaben. Und Luzern selber würde plötzlich die Rote Laterne tragen. So gesehen, wird es ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel werden.

Die Vaduzer sind in dieser Saison weitgehend von Verletzungen verschont geblieben, sodass Trainer Mario Frick in der Aufstellung variieren und die Kräfte haushälterisch einsetzen kann. Nur an der eingespielten Abwehrreihe rüttelt Frick nicht. Vor Goalie Benjamin Büchel bilden Joel Schmied, Yannick Schmid und Denis Simani ein undurchlässiges Trio, zu dem sich bei defensiver Ausrichtung Pius Dorn und Linus Obexer auf den Seiten gesellen. Gegen die nicht einfachen Gegner in den letzten vier Spielen (YB, Lugano, zweimal Zürich) fingen die Liechtensteiner nur drei Gegentore ein.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Lugano - Young Boys (2:2, 0:2). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Horisberger. - Absenzen: Guerrero (gesperrt) und Maric (verletzt); Martins, Sierro, Spielmann, Petignat und Maier (alle verletzt). - Fraglich: Bottani; - . - Statistik: Auswärts ist Lugano seit 14 Spielen unbesiegt, YB seit 12 Spielen. In der 30. Runde der letzten Saison war Basel bei einem 3:2 die letzte Mannschaft, die gegen die Berner im eigenen Stadion gewinnen konnte. Die Young Boys sind so konstant geworden, dass sie auch aus dem Cornaredo Punkte entführen könnten. Ein Unentschieden ist eine realistische Prognose, denn Lugano holte elf seiner 26 Punkte in dieser Saison mit Unentschieden.

Luzern - Vaduz (1:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Jaccottet. - Absenzen: Knezevic (gesperrt), Lucas, Binous, Ndenge und Alabi (alle verletzt); keine Absenzen bei Vaduz. - Fraglich: Owusu; Wieser. - Statistik: Die Vaduzer holten aus den letzten vier Spielen acht Punkte. In ihren vier vorangegangenen Saisons im Oberhaus konnten sie nie eine derart gute Serie hinlegen. Mit einem weiteren Sieg würden sie die Rote Laterne an Gegner Luzern weiterreichen. Die Innerschweizer ihrerseits suchen die Konstanz. Weiterhin lösen sich Siege, Unentschieden und Niederlagen ab. Die Direktbegegnungen der Vergangenheit beherrschten sie. In den letzten 15 Duellen überliessen sie Vaduz nur fünf Punkte (10 Siege, 5 Remis).

Zürich - Basel (1:0, 4:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Dudic. - Absenzen: Kololli, Tosin, Reichmuth, Seiler und Wallner (alle verletzt); Xhaka, Abrashi, Jorge, Marchand, Padula, Von Moos (alle verletzt) und Widmer (krank). - Fraglich: Dzemaili und Sobiech; - . - Statistik: Fast die Hälfte ihres Rückstands von 13 Punkten auf Leader YB haben sich die Basler durch die zwei Niederlagen gegen den FCZ eingehandelt. YB seinerseits gewann gegen die Zürcher beide Spiele. Nach ihrem denkwürdigen und historischen 4:1-Sieg in Basel bei der Wiederaufnahme der Meisterschaft im Januar verloren die Zürcher drei von vier Spielen - zwei davon zuhause -, während Basel danach kein weiteres Mal verlor (je zwei Siege und Unentschieden). In den Auswärtsspielen war der FCB mit vier Siegen am Stück zuletzt sehr erfolgreich.

Rangliste: 1. Young Boys 19/44 (33:14). 2. Basel 19/31 (31:27). 3. Lugano 18/26 (19:17). 4. Zürich 19/25 (29:27). 5. St. Gallen 19/25 (21:21). 6. Servette 19/24 (21:25). 7. Lausanne-Sport 20/23 (25:28). 8. Sion 20/21 (24:30). 9. Luzern 17/17 (26:28). 10. Vaduz 18/15 (16:28).

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. Februar 2021 04:05
aktualisiert: 14. Februar 2021 04:05