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EM 2021

Die Schweiz, die Türkei und Wales fordern Italien heraus

7. Juni 2021, 06:13 Uhr
Die Gruppe A hat es in sich. Hinter Favorit Italien ist kein klarer Aussenseiter auszumachen.
Italien mit Trainer Roberto Mancini ist der Gastgeber und der Favorit der Gruppe A
© KEYSTONE/EPA PAP/ADAM WARZAWA

Die Gruppe A mit Italien, der Schweiz, Wales und der Türkei – das ist für den Schweizer Captain Granit Xhaka «eine der schwierigsten Gruppen». Und der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic glaubt, dass in dieser Gruppe «alle überzeugt sind, den Achtelfinal zu überstehen».

Die Zahlen stützen die Aussagen der beiden Schweizer. Nur in der Gruppe A ist im FIFA-Ranking kein Team ausserhalb der Top 30 klassiert. Neben der Gruppe A stehen nur in der Gruppe F mit Weltmeister Frankreich, Europameister Portugal und Deutschland drei Mannschaften in den Top 20.

Nimmt man die Positionen des FIFA-Rankings zur Hand ist die Türkei als Nummer 29 der Aussenseiter. Das alleine zeigt, wie knifflig die Aufgabe für das Quartett bereits in der Vorrunde ist. Denn die Türkei ist immerhin die Mannschaft, welche in der EM-Qualifikation gegen den Weltmeister Frankreich vier Punkte gewann und welche in der im März begonnen WM-Qualifikation die Niederlande 4:2 schlug. Xhaka sagte über die Türken: «Die aktuelle Generation besitzt richtig viel Talent und Qualität.»

Italien mit Heimvorteil

Ein Ausscheiden schon nach der Gruppenphase wäre objektiv betrachtet in dieser Gruppe A nur für Italien eine Blamage. Die Squadra Azzurra wird nämlich oft in einem Atemzug mit Weltmeister Frankreich, der FIFA-Nummer 1 Belgien oder den ambitionierten Engländern genannt, wenn es darum geht, die EM-Favoriten zu benennen. Ausserdem haben die Italiener in der Vorrunde Heimvorteil. Sie dürfen im Römer Olimpico vor immerhin 16'000 Tifosi spielen und sie müssen im Gegensatz zu den Schweizern, Türken und Walisern nicht tausende von Kilometern fliegen zu den Partien im zweiten Spielort Baku.

Die Italiener sind überdies auch von der sportlichen Qualität her über die anderen Teams der Gruppe A zu stellen. Die Auswahl von Roberto Mancini hat mittlerweile 26 Länderspiele ohne Niederlage absolviert. Bei den Italienern stimmt derzeit die Mischung: Spieler wie Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini oder Alessandro Florenzi bringen viel (Turnier-)Erfahrung mit. Andere wie Gianluigi Donnarumma, Federico Chiesa oder Nicolò Barella stehen für die neue Welle. Etwas Sorgen bereitet den Italiener einzig das medizinische Bulletin von Marco Verratti. Der Star von Paris Saint-Germain befindet sich nach einer Knieverletzung in einem Wettlauf gegen die Zeit.

Wie gut ist Gareth Bale noch?

Bonucci, Chiellini und Verratti erinnern an die alte Fussball-Macht, die Italien gewesen war, bevor das Imperium in der WM-Qualifikation 2018 krachend in sich zusammenstürzte. Doch den grössten Namen in der Gruppe A trägt ein Waliser: Gareth Bale. Aber wie sehr kann der Offensivspieler von Tottenham Hotspur das Spiel der Briten noch prägen? Bei Real Madrid wurde er im vergangenen Sommer ausgemustert und leihweise an die Spurs abgeschoben. In England waren seine Leistungen nicht schlecht, aber er wird eher nicht bei Tottenham bleiben. Eine Rückkehr nach Madrid scheint ebenfalls unwahrscheinlich. Zuletzt machten sogar Gerüchte die Runde, wonach der bald 32-jährige Bale seine Karriere nach der EM beenden könnte.

Bei der Türkei ist es eher so, dass der Star auf der Bank sitzt. Senol Günes hat auf seiner Visitenkarte einen Eintrag stehen, wie sonst ausser Italiens Coach Mancini (als Spieler) keiner in dieser Gruppe: Er war WM-Halbfinalist. 2002 führte Günes die Türkei in Japan und Südkorea auf Platz 3. Von einem solchen Coup wiederum träumen die Schweizer seit Jahrzehnten und vor jedem Turnier von Neuem. Zuletzt scheiterten sie drei Mal in Folge in den Achtelfinals. Torhüter Yann Sommer sagte zwar: «Wir wollen so weit kommen wie möglich, und ich habe so gepackt, dass ich auch im Final noch frische Unterwäsche habe.» Aber er ergänzte auch: «Wir nehmen Schritt für Schritt.» Vorsicht ist angebracht - zumal in dieser ausgeglichenen Gruppe A.

Bilanz der Schweiz gegen ihre Gruppengegner

Bilanz gegen Italien: 58 Spiele, 28 Siege, 22 Unentschieden, 8 Niederlage. - Letztes Spiel am 5. Juni 2010 in Genf: Schweiz - Italien 1:1.

Bilanz gegen die Türkei: 23 Spiele, 8 Siege, 5 Unentschieden, 10 Niederlagen.

Bilanz gegen Wales: 7 Spiele, 2 Siege, 0 Unentschieden, 5 Niederlagen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 7. Juni 2021 06:10
aktualisiert: 7. Juni 2021 06:13