Fussball

Die Schweizer Nati reist mit Zug – auch eine Option für den FCL?

· Online seit 02.04.2024, 10:25 Uhr
Die Schweizer Fussballnationalmannschaft plant, mit der Bahn an die Spiele der Europameisterschaft in Deutschland zu fahren. Wäre dies nicht auch im Liga-Alltag hierzulande machbar? Das sagen die Swiss Football League und der FC Luzern.
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Die Schweizer Nati wird während der Europameisterschaft diesen Sommer in Stuttgart ihre Zelte aufschlagen. Von dort wird sie jeweils mit dem Zug an die beiden Gruppenspiele nach Köln und an die Partie nach Frankfurt reisen. Von Tür zu Tür dauert dies, trotz der Distanz von rund 150 Kilometern nach Frankfurt und deren 250 nach Köln, nicht länger als drei Stunden. Angesichts dieser Distanzen fragt man sich nun zurecht, ob auch der FC Luzern künftig Reisen mit dem Zug an Auswärtsspiele in Betracht zieht.

Reist der Kluge mit dem Zuge?

«Die Situation in der Schweiz präsentiert sich so, dass die wenigsten Stadien einen direkten Anschluss an einen Bahnhof aufweisen und entsprechend ist man trotz allem darauf angewiesen, mit einem Car zum Stadion zu gelangen», schreibt Markus Krienbühl, FCL Mediensprecher auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1. Deshalb mache es aus Sicht des Clubs am meisten Sinn, die komplette Anreise mit dem Car zu absolvieren.

Die Swiss Football League betont, dass die Anreise an die Partien jeweils Sache der Vereine sei und es diesbezüglich keine Vorgaben gebe. Es gibt allerdings auch Beispiele aus der Vergangenheit, bei denen Clubs vereinzelt mit dem Zug an Auswärtsspiele gereist waren. So zum Beispiel der FCL im Jahr 2016, als man auf Schienen ans Europa League Qualifikationsspiel nach Sassuolo reiste. Auch der FC Zürich benutzte das Verkehrsmittel, um im Jahr 2018 dem Pfingststau am Gotthard aus dem Weg zu gehen und pünktlich in Lugano auf dem Platz zu stehen.

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Ist der Zug wirklich klimafreundlicher?

Im Ausland gibt es immer wieder Vereine, die auf Schienen an Auswärtspartien fahren. In der italienischen Serie A oder auch in der deutschen Bundesliga kommt es öfters vor. In diesen Ländern kann man mit Schnellzügen weite Distanzen problemlos schneller als per Flugzeug hinter sich bringen.

Zugreisen ergeben nur dann Sinn, wenn man damit eine Flugreise ersetzen kann. Die Distanzen in der Schweiz halten sich diesbezüglich in Grenzen – deshalb wird weiterhin der Bus das Reisemittel Nummer eins sein. Die Reise komplett in einem vollen Bus ist sicherlich klimafreundlicher, als wenn die Mannschaft mit dem Car an den Bahnhof chauffiert wird, von dort mit dem Zug an den Spielort fährt und dann wieder mit einem Car vom Bahnhof zum Stadion transportiert wird.

Ebenfalls bietet sich so im Falle des FCL die Möglichkeit, Material direkt von der Allmend an den Zielort zu transportieren. «Ein Teil des Materials wird mittels Car transportiert, der grösste Teil jedoch mit einem separaten Materialbus», so Krienbühl weiter. Stellt man sich vor, den ganzen Transport ebenfalls auf die Schienen zu verlegen, wäre es eine logistische Herausforderung.

Bloss eine PR-Massnahme? 

Auch die Kosten der Zugreisen sind nicht zu unterschätzen. Die Vereine haben jeweils Carreiseunternehmen, welche in den Clubs als Sponsoren fungieren. Dies sind Gegengeschäfte, welche finanziell deutlich lukrativer sind als jeweils zwei ganze Zugwaggons für Team, Staff und Material zu buchen. Im Falle der Schweizer Nationalmannschaft gilt auch zu erwähnen, dass die Deutsche Bahn als Sponsor der UEFA-Europameisterschaft tätig ist und deshalb die Reisen mit der Bahn auch PR-mässig eine lukrative Sache ist.

Einzig bei den Fans ist und bleibt der Zug eine, wenn nicht die sinnvollste Reisemöglichkeit. Seit jeher fahren diese mit der Bahn an die Spiele ihres Lieblingsvereines. Fan-Züge haben sich in Europas Fussballligen längstens etabliert – eine gute und bequeme Möglichkeit, die grossen Massen von Fussballfans von A nach B zu bringen.

In welchen Bereichen will die Liga nachhaltig werden?

Werfen wir einen Blick in den allgemeinen Bereich der Nachhaltigkeit, tut sich auch bei der Liga etwas. Im Sommer 2024 wird bei der Swiss Football League eine neue Arbeitsstelle geschaffen, welche sich mit der Nachhaltigkeit der obersten beiden Schweizer Fussballligen auseinandersetzen wird. Aktuell haben die Vereine die Obhut über die Bereiche Transport, Gastronomie und Nachhaltigkeit im Allgemeinen. Die neu geschaffene Stelle soll diesbezüglich prüfen, wo man in der ganzen Liga Verbesserungspotenzial hat.

«Dieses Thema beschäftigt natürlich auch den FC Luzern», heisst es vonseiten des FCL. Der FC Luzern hat bereits eine Vorreiterrolle im Vergleich mit den anderen Schweizer Fussballklubs eingenommen. Dies betont auch Markus Krienbühl: «Ein Bereich, wo der FC Luzern in den vergangenen Monaten einen grossen Schritt gemacht hat, war die Sanierung der Rasenheizung, welche als erste ihrer Art in der Schweiz massiv weniger Energie benötigt.»

veröffentlicht: 2. April 2024 10:25
aktualisiert: 2. April 2024 10:25
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch