Spanien/Deutschland

Real-Coach Zidane nimmt sich vor Clasico in die Pflicht

24. Oktober 2020, 07:36 Uhr
Die Atmosphäre so trist wie das Ende: Die Berner verlassen nach dem 1:2 das praktisch verwaiste Stadion
© KEYSTONE/MARCEL BIERI
Zwei Niederlagen vor dem prestigeträchtigen Duell mit dem Dauer-Rivalen Barcelona verunsichern Real Madrid tief. Trainer Zinedine Zidane stellt sich vor seine Spieler, nimmt die Schuld auf sich.

Beim FC Barcelona reiben sie sich die Hände. Ausgerechnet vor dem Clásico am Samstag steckt Erzrivale Real Madrid in einer überraschenden Krise. Zwei Niederlagen gegen Gegner überschaubarer Klasse, einem 0:1 gegen Aufsteiger FC Cadiz folgte das 2:3 gegen Schachtjor Donezk in der Champions League, brachten den «Boden unter den Füssen von Real Madrid» gemäss der Zeitung «El Pais» ins Wanken. Neben der ohnehin meinungsstarken spanischen Presse hagelte es für einmal auch Kritik aus dem Umfeld des Fussball-Giganten aus der Hauptstadt.

Trainer Zinedine Zidane fand nach der Niederlage gegen die Ukrainer deutliche Worte. Vor allem gegen sich selbst. «Ich bin dafür verantwortlich und ich muss Lösungen finden. So etwas darf nicht passieren», sagte der 48-Jährige. Wenn das Team nicht so spiele, wie man es als Trainer wolle, dann liege die Schuld zuallererst bei einem selbst.

Der doppelte Tiefschlag kommt vor dem Duell in Barcelona natürlich zur Unzeit. Zumal die Katalanen ihre Hauptprobe in der Königsklasse mit einem 5:1 gegen Ferencvaros souverän meisterten und nach der verlorenen Meisterschaft in der Vorsaison maximal motiviert sein wird. Selbst der ewige Zwist zwischen Captain Lionel Messi und der Vereinsführung von Barça dürfte für dieses eine Spiel ad acta gelegt werden.

Wiedergutmachung im Revierderby?

Vor dem hitzigsten Derby der Bundesliga, zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04, gaben sich die Verantwortlichen beider Team eher zurückhaltend. Da zuletzt beim BVB aber vor allem auf Schalke einiges im Argen lag, wurde auf die liebgewonnenen Sticheleien und üblichen Seitenhiebe diesmal verzichtet. Lucien Favre, der Schweizer Coach von Borussia Dortmund, musste sich zuletzt wieder vermehrt um die Wankelmütigkeit seines Teams kümmern, die unter der Woche auch zur 1:3-Niederlage bei Lazio Rom in der Champions League und einem Bonmot von BVB-Sportchef Michael Zorc geführt hatte. «Wir haben in Rom vor allem im Spiel gegen den Ball die Abstandsregel vorbildlich eingehalten», befand der 58-Jährige.

Neben Mängel in Sachen Emotionen und Kampfgeist hielt den BVB die Goalie-Frage in Atem. Anstelle der vermeintlichen Nummer 1, Roman Bürki, setzte der Waadtländer zuletzt auf Marwin Hitz. Zum Duell seiner Landsmänner im BVB-Tor hielt sich Favre bedeckt. «Wir werden sehen», sagte er darauf angesprochen, wer im Revierderby den Vortritt erhält. Wieder verfügbar ist mit Manuel Akanji ein weiterer BVB-Schweizer. Der Verteidiger hatte wegen der Infektion mit dem Coronavirus pausieren müssen.

Manuel Baum würde sich bei Schalke 04 solche Probleme wünschen. Die Königsblauen haben seit Monaten so viele Baustellen, dass der neue Coach sie so schnell gar nicht alle schliessen kann. 20 Spiele in Serie ohne Erfolgserlebnis in Form von drei Punkten sprechen für sich. Gleichwohl denkt der 41 Jahre alte Baum immer positiv und will diese Grundeinstellung auch auf seine Spieler übertragen. Zwar habe der BVB eine grosse individuelle Qualität. «Aber wir haben auch einiges zu bieten. Wir fahren definitiv mit der Fantasie dorthin, um etwas mitzubringen», sagte Baum vor seinem ersten Revierderby.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. Oktober 2020 07:05
aktualisiert: 24. Oktober 2020 07:36