EM

Schweizer Frauen lancieren den Schlussspurt in der Qualifikation

18. September 2020, 06:32 Uhr
Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft ist auf Kurs Richtung EM-Qualifikation
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
Zehn Monate nach dem letzten Pflichtspiel nimmt die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft ihr Pensum wieder auf. Mit der Partie am Freitag in Kroatien beginnt der Schlussspurt in der EM-Qualifikation.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie erlebte Nationaltrainer Nils Nielsen eine Premiere. «Ich habe erstmals eine Mannschaft selektioniert, ohne alle Spielerinnen live oder per Video in Aktion gesehen zu haben», sagte der Däne.

Die Innenverteidigerin Viola Calligaris hat seit den beiden Länderspielen im März im Trainingslager in Marbella gegen Österreich unmittelbar vor dem Lockdown kein Spiel mehr bestritten. Die Saison in Spanien beginnt erst im Oktober. Auch in Deutschland, Frankreich und England sind erst zwei Meisterschaftsrunden absolviert.

Einige Spielerinnen würden deswegen ihr bestes Niveau nicht erreichen, so Nielsen. «Wir müssen nun einen Schritt zurück machen und einfache Lösungen finden.» Klagen will der 48-Jährige aber nicht - im Gegenteil: «Es ist schön, dass wir wieder einmal zusammen sind.»

Nicht nur Calligaris, die Valencia verliess und nun beim Stadtrivalen Levante unter Vertrag steht, hat einen neuen Arbeitgeber. Noëlle Maritz (Wolfsburg) und Malin Gut (Grasshoppers) wechselten zu Arsenal London, wo Captain Lia Wälti seit 2018 spielt. Ramona Bachmann kehrte Chelsea den Rücken und schloss sich Paris Saint-Germain an.

Voller Fokus auf Kroatien

Obwohl die Schweiz am Dienstag das ebenfalls noch verlustpunktlose Belgien zum Spitzenspiel empfängt, gilt der Fokus der Mannschaft ausschliesslich der Partie am Freitag in Zapresic, einem Vorort von Zagreb. «Alle wissen, dass Kroatien zu stark für uns ist, wenn wir nicht 100 Prozent präsent sind», sagte Nielsen. Im Hinspiel in Thun setzte sich die SFV-Auswahl im Oktober 2019 mit 2:0 durch.

Der fünfte Sieg im fünften Spiel wäre ein wichtiger Schritt in Richtung EM-Qualifikation, da sich neben den neun Gruppensiegern auch die besten drei Gruppenzweiten direkt für die in den Sommer 2022 verlegte Endrunde in England qualifizieren. Die anderen sechs Gruppenzweiten machen in einem Playoff die restlichen drei Startplätze unter sich aus.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. September 2020 06:00
aktualisiert: 18. September 2020 06:32