EM-Playoffs

SFV-Auswahl holt dank Last-Minute-Treffer ein 1:1

9. April 2021, 19:48 Uhr
Ana-Maria Crnogorcevic erzielte ihren 61. Treffer im Schweizer Nationalteam (Archivbild)
© KEYSTONE/WALTER BIERI
Das Schweizer Frauen-Nationalteam kommt in den EM-Playoffs gegen Tschechien im Hinspiel mit einem blauen Auge davon. Die SFV-Auswahl erreicht in Chomutov dank eines späten Treffers ein 1:1.

Ana-Maria Crnogorcevic sorgte mit einem schwach, aber präzis geschossenen Foulpenalty in der 90. Minute für den Ausgleich und den so wichtigen Auswärtstreffer für die Schweizerinnen. Die kurz zuvor eingewechselte Irina Pando war im Strafraum gefoult worden. Es war der späte, aber nicht unverdiente Lohn für die Gäste, die sich mit der Rolle des Favoriten nicht zum ersten Mal schwer taten, mit Fortdauer der Partie aber immer dominanter auftraten.

Die SFV-Auswahl hatte es in der Startphase verpasst, mit einem frühen Treffer die eigenen Nerven zu beruhigen. Ein abgelenkter Corner von Sandy Maendly landete in der 6. Minute an der Latte, den Abpraller schoss Crnogorcevic aus kurzer Distanz kläglich über das Tor. Auch danach blieben die Schweizerinnen vor allem bei Cornern gefährlich. Coumba Sow (19.) oder Luana Bühler (30.) hatten den Führungstreffer ebenfalls auf dem Fuss.

Nach der Pause verfehlten Ramona Bachmann (60.) und Captain Lia Wälti (70.) das Ziel. Es waren zwei der wenigen guten Aktionen aus dem Spiel heraus, denn im Spielaufbau wussten die Schweizerinnen über weite Strecken der Partie nicht zu überzeugen. Neben der fehlenden Effizienz im Abschluss offenbarten sie auch grosse Mängel im Passspiel. Mit ein Grund dafür waren der stumpfe und schwer bespielbare Rasen sowie der hartnäckige Gegner, der immer wieder auch mit Fouls die Schweizer Angriffe unterband.

«Wir wissen, dass wir es besser können», sagte Torhüterin Gaëlle Thalmann. «Uns fehlte in der ersten Halbzeit der Killerinstinkt.» Die 35-jährige sprach nach der Partie von «gemischten Gefühlen», denn noch hätten sie nichts erreicht. «Bei einer Niederlage wäre die Aufgabe im Rückspiel aber wesentlich komplizierter geworden.»

Thalmann selbst wurde während den gut 90 Minuten kaum einmal geprüft, musste sich kurz nach der Pause aber dennoch geschlagen geben. Katerina Svitkova verwertete einen von Julia Stierli verschuldeten Foulpenalty in der 49. Minute souverän zum 1:0. Es war praktisch der einzige gefährliche Angriff des Aussenseiters, der sich danach zurückzog und für seine destruktive Taktik beinahe belohnt wurde.

Nationaltrainer Nils Nielsen zeigte sich mit der Leistung der Defensive zufrieden, seinen Ärger über die Mängel im Spielaufbau verhehlte der Däne aber nicht. Nicht die Tschechinnen, sondern sie selbst hätten sich bei Ballbesitz unter Druck gesetzt, sagte Nielsen. «Wir wissen, dass wir in der zweiten Partie besser spielen müssen.» Die Ausgangslage sei «okay», die Tschechinnen blieben aber ein gefährlicher Gegner, so der Däne. «Sie können auch in Thun ein Tor schiessen.» Der Schweiz würde im Rückspiel am Dienstag bereits ein torloses Remis reichen, um sich das Ticket für die EM-Endrunde 2022 in England zu sichern.

Tschechien - Schweiz 1:1 (0:0)

Chomutov. - Keine Zuschauer. - SR Foster (WAL). - Tore: 49. Svitkova (Foulpenalty) 1:0. 90. Crnogorcevic (Foulpenalty) 1:1.

Schweiz: Thalmann; Maritz, Bühler, Stierli, Aigbogun (65. Marti); Gut (87. Pando), Wälti; Bachmann, Maendly (65. Xhemaili), Sow (65. Fölmli); Crnogorcevic.

Bemerkungen: Schweiz ohne Calligaris, Kiwic und Reuteler (alle verletzt). 6. Petrikova (CZE) lenkt Ball an die eigene Latte. Verwarnungen: 39. Staskova (Foul). 64. Sonntagova (Foul). 69. Szewieczkova (Unsportlichkeit). 76. Bachmann (Reklamieren).

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. April 2021 19:50
aktualisiert: 9. April 2021 19:48