Super League

St. Gallen und Young Boys: Effizienz statt Spektakel

22. Dezember 2020, 06:01 Uhr
Im Hinspiel in Bern liess sich St. Gallens Torhüter Ati Zigi nicht bezwingen
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
St. Gallen empfängt am Dienstag zum Prolog der letzten Runde des Jahres in der Super League den Leader Young Boys. Mit einem Sieg rückten die St. Galler bis auf zwei Punkte an den Meister heran.

Das Beste kommt zum Schluss. Deshalb trifft der FC St. Gallen am Dienstag in der letzten Runde vor der (kurzen) Winterpause auf die Young Boys. Es ist das Duell des Verfolgers gegen den Leader. Des Zweitklassierten der letzten Saison gegen den Meister. Es ist das Duell, das die Sehnsucht weckt an die Zeit vor der Corona-Pandemie.

Am 23. Februar war es gewesen. Die letzte Runde vor dem Lockdown in der vergangenen Saison. 3:3 trennten sich die beiden Teams im proppenvollen St. Galler Stadion. Allein die Nachspielzeit hatte es in sich. Mit dem späten Führungstor der Ostschweizer und dem noch späteren Ausgleich der Berner - mit einem Penalty, der erst in der Wiederholung zum 3:3 für YB führte.

Dieses 3:3 steht nicht nur wegen der gefüllten Arena für eine sehr weit zurückliegende, andere Zeit. Es steht auch für ein Spektakel, welches die beiden besten Teams des Kalenderjahres 2020 derzeit nicht zu bieten im Stande sind. Elf Tore nur hat St. Gallen beispielsweise in dieser Saison erzielt. Das ist weniger als eines pro Spiel. In der letzten Saison waren die Ostschweizer in 36 Runden 79 Mal erfolgreich – Schnitt: 2,19.

Triste Nullnummer im November

Wie sich die Zeiten geändert haben, war im Hinspiel zwischen St. Gallen und YB im Hinspiel im November ersichtlich. 0:0 endete das Duell im Wankdorf. Die erste Nullnummer zwischen den beiden Teams nach 28 Spielen und über sieben Jahren. Von Spektakel und Offensivdrang keine Spur- vor allem bei den Ostschweizern. «Da haben wir den Punkt fast ermauert», erinnert sich St. Gallens Trainer Peter Zeidler.

Aber auch die Young Boys tun sich in der Offensive in dieser Saison deutlich schwerer als in den vergangenen Jahren. Auch sie liegen mit 1,5 Toren pro Spiel klar unter dem Wert der letzten Spielzeit (2,22). Immerhin haben die Berner ihre Quote zuletzt mit elf Treffern in fünf Partien erheblich verbessert.

Statt mit Toren und Spektakel eroberten Berner und Ostschweizer in den letzten Monaten also mit Effizienz und defensiver Organisation die Spitzenplätze. Und beweisen somit, dass eine alte Binsenweisheit auch für die Super League seine Richtigkeit haben kann: Mit dem Angriff gewinnt man Spiele, mit der Verteidigung Meisterschaften.

Das Spiel vom Dienstag im Überblick:

St. Gallen - Young Boys (erstes Duell in dieser Saison: 0:0). - Dienstag, 20.30 Uhr. - SR Tschudi. - Absenzen: Stergiou, Victor Ruiz (beide Isolation), Abaz, Ajeti, Fabiano, Gonzalez, Lüchinger (alle rekonvaleszent); Lustenberger, Sierro, Spielmann, Lauper, Petignat (alle verletzt). - Fraglich: keiner; Nsame. - Statistik: St. Gallen ist das am längsten ungeschlagene Team der Super League. Am 1. November verloren die Ostschweizer das Heimspiel gegen den FC Basel 1:3. Seither holte St. Gallen in sechs Spielen zehn Punkte und blieb vier Mal ohne Gegentor. Die Young Boys sind dafür auswärts in dieser Saison noch ohne Niederlage. Letztmals gingen sie in der Fremde in der 30. Runde der letzten Saison beim 2:3 in Basel leer aus.

Rangliste:

1. Young Boys 12/25 (18:9). 2. St. Gallen 12/20 (11:9). 3. Basel 13/20 (18:15). 4. Lugano 11/18 (13:10). 5. Zürich 13/18 (19:16). 6. Lausanne-Sport 13/18 (18:17). 7. Servette 13/18 (12:13). 8. Luzern 13/13 (19:21). 9. Sion 12/11 (13:19). 10. Vaduz 12/6 (10:22).

Quelle: sda
veröffentlicht: 22. Dezember 2020 05:35
aktualisiert: 22. Dezember 2020 06:01