Anzeige
Giro d'Italia

Gino Mäder triumphiert auf dem Colle San Giacomo

13. Mai 2021, 19:21 Uhr
Gino Mäder gelingt in der 6. Etappe des Giro d'Italia sein bislang grösster Coup. Der 24-jährige Berner siegt bei der Bergankunft auf dem Colle San Giacomo solo vor dem Kolumbianer Egan Bernal.
Gino Mäder kratzt am Giro d'Italia an einem Etappensieg und am Maglia rosa
© KEYSTONE/EPA/LUCA ZENNARO

Mäder ergriff auf dem 160 km langen und bislang härtesten Teilstück der Rundfahrt bereits nach 23 km mit einer kleinen Ausreissergruppe die Flucht und trotzte Kälte, Wind und Regen. 3 km vor dem Ziel schüttelte er im Schlussanstieg über gut 1000 Höhenmeter seine letzten zwei Begleiter Bauke Mollema und Dario Cataldo ab und rettete ein paar Sekunden auf herannahenden Kletterspezialisten über die Ziellinie.

Mäder ist der erste Schweizer Etappensieger am Giro, seit Silvan Dillier 2017 eine siebenjährige Durststrecke beendet hatte. Neben dem Etappensieg sicherte sich der Fahrer vom Team Bahrain Victorious, das am Mittwoch durch einen Sturz seinen Leader Mikel Landa verlor, auch das Trikot des Führenden in der Bergwertung.

«Wir fuhren heute für Mikel», sagte Mäder. «Mit dem Sieg klappte es nur deshalb, weil Matej Mohoric als Helfer so stark war. Im Finish befürchtete ich wie bei Paris - Nizza noch gestellt zu werden.» In der Königsetappe von Paris - Nizza war Mäder vor zwei Monaten 50 Meter vor dem Ziel von Primoz Roglic eingeholt und auf Platz 2 verwiesen worden. Nun feierte er mit dem Tagessieg an an der zweitgrössten Rundfahrt seinen grössten Karriere-Erfolg.

Dass er zu Grossem fähig ist, hatte Mäder auch an der letztjährigen Vuelta mit einem 2. Platz in der 17. Etappe schon bewiesen. 2018 war der zweite grosse Hoffnungsträger von Swiss Cycling neben Marc Hirschi zudem an der Tour de l'Avenir, dem wichtigsten Etappenrennen für U23-Fahrer, Gesamtdritter hinter Tadej Pogacar und dem Niederländer Thymen Arensman geworden.

Attila Valter erster ungarischer Gesamtleader

Im Gesamtklassement vermochte der Italiener Alessandro De Marchi das Leadertrikot am Auffahrtstag nicht zu verteidigen. Neuer Führender ist der Ungar Attila Valter, elf Sekunden vor dem Belgier Remco Evenepoel und 16 Sekunden vor Bernal. Der 22-Jährige vom Team Groupama-FDJ, der das Ziel als Zwölfter erreichte, ist der erste ungarische Giro-Leader überhaupt.

Am Freitag erwartet die Fahrer wieder eine Flachetappe. Die Route führt nahe der Ostküste südwärts über 181 km von Notaresco nach Termoli.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Mai 2021 19:25
aktualisiert: 13. Mai 2021 19:21