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Leichtathletik

Kambundji und Del Ponte primär als Freundinnen auf der Bahn

25. August 2021, 17:50 Uhr
Der 100-m-Sprint der Frauen kündigt sich als Highlight der Athletissima 2021 an. Im Sog von Jamaikas Frauen gehen Ajla Del Ponte und Mujinga Kambundji auf Rekordjagd.
Die Schweizer Sprint-Asse Mujinga Kambundji (links) und Ajla Del Ponte.
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Die Olympia-Fünfte aus dem Tessin und die Olympia-Sechste aus Bern gehen primär als Freundinnen und nicht als Konkurrentinnen an den Start. «Die Rekordjagd hat unsere Beziehung nicht beeinträchtigt. Wir haben uns in der Staffel als Kolleginnen schätzen gelernt, und das sind wir immer noch», betonen die beiden in Lausanne.

Bis vor den Olympischen Spielen in Tokio schien Mujinga Kambundji die schnellste Schweizerin zu sein. Sie gewann 2021 die ersten Direktduelle und setzte sich auch an den Schweizer Meisterschaften durch. In Japan hingegen drehte der Wind. Ajla Del Ponte senkte den Schweizer Rekord auf 10,91 Sekunden und war auch im Olympiafinal einen Hauch schneller. Und im ersten Wettkampf nach Tokio senkte die Südschweizerin den nationalen Rekord bei idealen Bedingungen auf 10,90 Sekunden.

Den Verlust des Rekords oder die verlorenen Duelle wurmen Mujinga Kambundji weniger als die Tatsache, dass ihr in Tokio kein optimaler Lauf gelang. «Ich habe in Japan nicht ganz das gezeigt, was ich zeigen wollte», sagt sie. Der eigentliche Befreiungsschlag gelang ihr erst vergangenen Samstag in Eugene über 200 m, nachdem sie eine Stunde zuvor bei perfekten Bedingungen im 100-m-Lauf in 10,96 zwar eine starke Leistung gezeigt hatte, aber eben doch die Chance ausliess, den Schweizer Rekord erneut an sich zu reissen.

An den 200-m-Lauf von Eugene will Mujinga Kambundji nun in Lausanne anknüpfen. Der Sieg in einem Top-Feld gibt ihr womöglich den nötigen Schub für einen Exploit. «Wenn ich einen technisch sauberen Lauf zeige, dann ist vieles möglich», sagt sie. Will heissen? «Einen guten Start hinlegen und hinten hinaus locker bleiben. Ich spüre, dass ich noch schneller laufen kann. Ich hoffe, es klappt am Donnerstagabend.»

Ajla Del Ponte will dagegenhalten: «Wenn andere schneller werden, wird man selber auch schneller. Das pusht einen.» Die Tessinerin war nach einer Covid-Erkrankung verspätet in die Saison gestartet. Ihr Potenzial hatte sich aber schon im Winter angedeutet. Bei der Hallen-EM im März in Polen egalisierte sie bei ihrem Goldlauf über 60 m den Schweizer Rekord von Mujinga Kambundji (7,03). Auf 100 m hochgerechnet ergibt dieser Wert Zeiten unter 11 Sekunden.

Staffel-Jubiläum

Zum Abschluss des Meetings gehen Mujinga Kambundji und Ajla Del Ponte gemeinsam mit der Staffel an den Start. Für beide wird dies ein spezielles Rennen werden. «Vor 10 Jahren hat hier alles angefangen», ruft die Bernerin in Erinnerung. Als 19-Jährige lief sie damals mit Jacqueline Gasser, Clélia Reuse und Lea Sprunger in 43,90 Sekunden nicht nur zum Schweizer Rekord, das bis heute erfolgreiche Staffel-Quartett der Frauen qualifizierte sich auch überraschend für die WM in Daegu (KOR).

Auch für Ajla Del Ponte hat die Staffel einen besonderen Wert. Die Tessinerin läuft mit der besten Schweizer Auswahl gegen Lea Sprunger, die mit einer Polin, einer Niederländerin und einer Portugiesin im Team ein Abschiedsrennen erhält. «Ich lief nie mit Lea in der Staffel. Und jetzt kann ich ihr in einem Staffel-Rennen auf der Bahn Adieu sagen», frohlockt die Tessinerin.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. August 2021 17:50
aktualisiert: 25. August 2021 17:50