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EM Trient

Küng, Bissegger und Reusser mit guten Aussichten

8. September 2021, 05:35 Uhr
Mit den Strassen-Europameisterschaften in Trient biegt die Rad-Saison allmählich auf die Zielgerade ein. Die Schweizer Delegation darf sich insbesondere in den Zeitfahren Medaillenchancen ausrechnen.
Gelingt es Stefan Küng, sein im Vorjahr gewonnenes EM-Trikot zu verteidigen?
© KEYSTONE/MAXIME SCHMID

Zwischen den Olympischen Spielen in Tokio und den Weltmeisterschaften in Flandern (ab 19. September) werden in dieser Woche im Südtirol die neuen Europameister ermittelt. Mit Stefan Küng stellt die Schweiz an den kontinentalen Meisterschaften im Norden Italiens einen Titelverteidiger. Gut sechs Wochen nachdem der Ostschweizer in Japan eine olympische Medaille um lediglich vier Zehntel verpasste hatte, wird er am Donnerstag versuchen, seinen im Vorjahr in der Bretagne errungenen EM-Titel im Zeitfahren zu verteidigen.

Starke Konkurrenz - auch intern

Doch die Konkurrenz ist gross und kommt mit Namensvetter Stefan Bissegger auch aus dem eigenen Lager. Küngs Thurgauer Kantonskollege, der im letzten Jahr noch bei der U23 gestartet war und die Silbermedaille gewonnen hatte, bewies in seinem ersten vollständigen Profijahr mehrfach eindrücklich, dass er im Zeitfahren bereits zur Weltspitze gehört. Bei seinem dritten World-Tour-Sieg vor Wochenfrist an der Benelux-Tour nahm Bissegger dem drittklassierten Küng auf nur 11 km 20 Sekunden ab. Der Parcours in Trient ist zwar ebenso flach, aber doppelt so lang.

Zum Kreis der Medaillenanwärter zählen auch Weltmeister und Lokalmatador Filippo Ganna, der Däne Kasper Asgreen, der Franzose Rémi Cavagna und der belgische Jungstar Remco Evenepoel. Auch den slowenischen Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar muss man auf der Rechnung haben, vielleicht noch viel eher am Sonntag im Strassenrennen. Dort wird das Schweizer Team in Abwesenheit von Küng/Bissegger von Marc Hirschi und Gino Mäder angeführt. Letzterer überzeugte kürzlich an der Vuelta mit dem 5. Gesamtrang.

Verlängert Reusser ihre Medaillen-Serie?

Bei den Frauen ruhen die Schweizer Hoffnungen auf Marlen Reusser und Elise Chabbey. Das Duo bewies an der am Sonntag zu Ende gegangenen Vuelta der Frauen mit den Plätzen 2 und 3 seine gute Form. Insbesondere Reusser ist im EM-Zeitfahren am Donnerstag einiges zuzutrauen. Vor einem Jahr gewann die Bernerin trotz technischen Problemen die Bronzemedaille.

Seither hat sich im Leben der 29-jährigen Ärztin aus Hindelbank einiges verändert. Mit WM- und Olympia-Silber sind zwei weitere Medaillen dazugekommen. Logisch sind dadurch auch die Erwartungen gestiegen. Weil mit den Niederländerinnen Anna van der Breggen und Annemiek van Vleuten die Titelverteidigerin respektive Olympiasiegerin auf einen Start verzichtet, sind Reussers Siegchancen in Trient stark gestiegen. Im Strassenrennen am Samstag plant Van Vleuten jedoch teilzunehmen.

Insgesamt ist Swiss Cycling in Trient mit 13 Athletinnen und 22 Athleten vertreten. Bis Sonntag stehen 13 Medaillenentscheidungen an. Den Auftakt machen am Mittwoch die U19-Juniorinnen und -Junioren im Zeitfahren und das Mixed-Teamzeitfahren, das allerdings ohne Schweizer Beteiligung über die Bühne gehen wird

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. September 2021 05:35
aktualisiert: 8. September 2021 05:35