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Schwimmen

Maria Ugolkovas emotionales Durcheinander

27. Juli 2021, 11:10 Uhr
Maria Ugolkova verpasste in Tokio nur um sechs Hundertstel den Einzug in den Final über 200 m Lagen, schaffte mit Rang 9 aber ein sehr gutes Resultat. Das emotionale Durcheinander war ihr anzumerken.
Maria Ugolkova hatte nach dem Halbfinal über 200 m Lagen mit den Tränen zu kämpfen
© KEYSTONE/EPA/Patrick B. Kraemer

Maria Ugolkova, Sie haben um sechs Hundertstel den Einzug in den Olympia-Final verpasst. Können Sie Ihre Emotionen schildern?

«Das war wirklich knapp. Am Morgen den Halbfinal zu schwimmen (TV-bedingt - Red.), ist für mich nicht einfach. Für das bin ich gut geschwommen, aber leider nicht gut genug für den Final. Ich bin trotzdem sehr stolz auf mich. Es sind meine zweiten Olympischen Spiele, aber mein erster Halbfinal. Ich bin Olympia-Neunte und deshalb irgendwie auch zufrieden.»

Irgendwie zufrieden, aber...

«... es ist eben auch ein Wettkampf mit bitter-süssem Geschmack.»

Sie brillierten im Vorlauf am Montagabend mit Rang 5 und Schweizer Rekord. Wie war danach die Nacht bis zum Halbfinal am Dienstagmorgen?

«Für mich dauerte das Warten zu lange. Die Nacht war nicht so einfach, es waren nach dem Rekord noch ganz viele Emotionen und viel Adrenalin vorhanden. Ich bin jetzt eine 32-jährige Frau, da geniesse ich jeden Moment, den ich hier in Tokio so erleben darf, extrem.»

Sie sagen es selber: Sie sind 32 und schwimmen fast jedes Jahr noch schneller und stellen Schweizer Rekorde auf. Wie lautet Ihr Geheimnis?

«Da steckt viel, viel Arbeit von meinem Trainer (Pablo Kutscher vom SC Uster-Wallisellen - Red.) und mir dahinter. Während und nach Trainings fühlte ich mich manchmal körperlich wie mental kaputt. Manchmal musste ich mich auch übergeben. Nicht alles war immer schön. Aber nun durfte ich die Früchte meiner harten Arbeit kosten. Das ist wohl die Erklärung für den Rekord hier. Aber das ist im Sport der normale Prozess. Ich sage es deshalb nochmals: Ich bin stolz, dass ich in dieser tollen Halle und im Olympia-Halbfinal schwimmen durfte.»

Wie geht es für Sie nach Tokio weiter?

«Ganz genau weiss ich das noch nicht. Ich schwimme im September sicher die dritte Saison der International Swimming League. Danach brauche ich sicher einmal eine Pause.»

Könnte Paris 2024 noch ein Thema sein?

«Das weiss ich jetzt nicht. Zuerst muss ich mich erholen und meine Ruhe finden. Schwimmen ist kein Sport, in welchem man eine halbe Saison pausieren und einfach wieder zurückkommen kann. Um auf dieses Niveau zu kommen, braucht es viel, viel Zeit. Ich bin 32 und will vielleicht auch eine Familie gründen.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Juli 2021 11:10
aktualisiert: 27. Juli 2021 11:10