Schweizer Fussball

Playoff-Modus wirft weiterhin viele Fragezeichen auf

23. Juni 2022, 19:10 Uhr
Ab der Saison 2023/24 wird in der Fussball Super League der Meister in einem neuen Modus erkoren: den Playoffs. Für einen Luzerner Parlamentarier in diese Form jedoch nicht umsetzbar – die Liga widerspricht.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Tele 1

Die Diskussionen um die Liga-Reformen gehen in die nächste Runde. Mitte Mai hat die benötigte Mehrheit der 20 Schweizer Spitzenclubs die Modusänderung angenommen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Umsetzung bereits ins letzte Detail geklärt ist.

Vielmehr steht man noch immer auf dem Feld «Grobplanung». Nicht nur in Kreisen von Direktbetroffenen herrscht grosse Unklarheit. Nein, nun mischt sich auch die Politik in die öffentliche Diskussion mit ein.

Sicherheit und Planbarkeit infrage gestellt

Der Luzerner SP-Kantonsparlamentarier David Roth sorgt mit seinem Postulat für Gesprächsstoff. Er ist der Meinung, dass die geplanten Playoff-Spiele zeitlich zu kurzfristig bekannt gegeben werden. Deshalb fordern Roth und weitere Luzerner Parlamentarier, dass die Reformen der Super League nicht auf Kosten der Sicherheit und der Planbarkeit von Polizeieinsätzen gehen dürfen. Roth führt aus: «Wenn zwischen den Spielen nicht ein genügend grosser Abstand festgelegt wird, kann die öffentliche Sicherheit nur garantiert werden, wenn bei der Polizei riesige Personalreserven bereitgehalten werden.»

Das grosse Problem in dieser Angelegenheit: «Es ist ein beträchtlicher Unterschied, ob der FCL gegen Lugano oder Zürich spielt», sagt David Roth. Diese Problematik erkennt auch die Liga. Die Swiss Football League SFL schreibt auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1: «Uns ist bewusst, dass der neue Spielmodus diesbezüglich zusätzliche Anstrengungen aller Beteiligten erfordern wird. Der konkrete Handlungsbedarf wird jedoch erst in den nächsten Monaten geklärt.»

Keine Sache der Politik

Konkretere Aussagen könne man momentan noch nicht machen. Mit anderen Worten: Die Liga weiss zurzeit selbst noch nicht, wie genau die Playoff-Phase vonstattengehen wird. Die SFL schien kaum erfreut über politischen Vorstoss. Für die SFL ist klar, dass diese Herausforderungen nicht auf politischer Ebene geklärt werden müssen: Dies sei eine Angelegenheit zwischen der Liga und den Bewilligungsbehörden, sprich den kantonalen Polizei-Dienststellen.

Dennoch liegt der Ball nun erst einmal bei der Luzerner Regierung. Konkret äussern möchte man sich beim Justiz- und Sicherheitsdepartement jedoch noch nicht. Die Regierung hält jedoch fest: «Wichtig ist, dass alle Massnahmen flächendeckend eingeführt und angewendet werden.»

Gewünscht sind also keine kantonalen Alleingänge. Diese, so David Roth, würden nämlich zu weiteren Konsequenzen führen. Je nach Kanton wäre es demnach sogar möglich, dass Spiele ohne Zuschauer stattfinden müssten. Und das will (hoffentlich) keiner.

(bsv)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. Juni 2022 18:55
aktualisiert: 23. Juni 2022 19:10
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