National League

Politik in Biel, Siege für Lausanne und Rapperswil-Jona

21. Oktober 2020, 11:56 Uhr
Das fast leere Stadion in Biel sorgte für die Diskussionen
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
Die Politik drängt das Eishockey derzeit in den Hintergrund. Zumindest in Biel war das so. Die verbotenen Grossveranstaltungen im Kanton Bern waren das Thema, nicht Berns 4:3-Auswärtssieg beim EHCB.

Bis am 2. November wollen die drei Berner Klubs SC Bern, EHC Biel und SCL Tigers vorerst unter diesen Voraussetzungen (maximal 1000 Leute im Stadion) weiterspielen - und was dann? Primär hoffen die Berner National-League-Klubs, dass die Berner Regierung die Ampel wieder von «rot» auf «orange» stellt. Die Hoffnung des Berner Regierungsrats, andere Kantone würden nachziehen, erfüllte sich zumindest in den ersten 70 Stunden nach dem miserabel kommunizierten Berner Vorpreschen nicht. Die Berner Regierung gerät deshalb unter Druck - nicht nur von Seite der Profiklubs, sondern auch aus den eigenen Reihen. Eine Motion im Berner Grossrat wurde lanciert, das Verbot umgehend wieder zurückzunehmen.

Die drei betroffenen Berner Klubs standen am Dienstag im Einsatz. Sowohl das erste Derby zwischen Biel und Bern wie die Partie der SCL Tigers gegen die Rapperswil-Jona Lakers fand vor 1000 Zuschauern in gedrückter Stimmung statt. Nur bei Ambri-Piotta gegen Lausanne (2:3 n.V.) waren mehr Zuschauer zugelassen.

Der SC Bern gewann erstmals diese Saison auswärts und erzielte durch den Schweden Ted Brithén (zum 1:0 und 4:2) auch seine ersten Powerplay-Tore. Der 22-jährige Goalie Philip Wüthrich, vor anderthalb Jahren Meister in der Swiss League mit Langenthal, debütierte in der National League mit 41 Paraden und einem Sieg.

Die SCL Tigers verpassten es im Heimspiel gegen die Lakers, vom Tabellenende wegzukommen (0:1-Niederlage). Und Lausanne verpasste es in Ambri-Piotta, zu Leader ZSC Lions aufzuschliessen. Lausanne gewann zwar in der Leventina, aber erst in der Verlängerung.

Lakers dank Roman Cervenka

Ein Powerplay-Tor von Roman Cervenka nach 18 Minuten entschied in Langnau die Partie zu Gunsten der Rapperswil-Jona Lakers gegen die SCL Tigers. Melvin Nyffeler, der Torhüter der Lakers, kam mit 28 Paraden zum ersten Shutout der Saison.

Die St. Galler verdienten sich den Erfolg am Ende im ersten Abschnitt, den die Langnauer verschliefen. 20:10 Torschüsse erspielten sich die Lakers im ersten Abschnitt. Die SCL Tigers suchten nach der ersten Pause mit mehr Vehemenz die Offensive, wirklich gute Abschlussmöglichkeiten boten sich den Langnauern aber nicht viele - die beste in der Schlussphase des zweiten Abschnitts, als Nyffeler gegen Andrea Glauser rettete.

Am letzten Wochenende gegen Ambri lagen die Tigers bis 64 Sekunden vor Schluss in Rückstand und gewannen noch 3:2 nach Verlängerung. Für eine neuerliche Wende fehlte den Emmentalern diesmal nicht nur die Unterstützung der Fans, sondern vor allem auch die Energie. Bei Langnau hütete erstmals diese Saison Ivars Punnenovs (31 Paraden) das Tor.

Lausanne weiter in Form

Der HC Ambri-Piotta verlor nach dem 2:3 nach Verlängerung in Langnau eine weitere spektakuläre, packende Partie. Im Heimspiel gegen Lausanne führten die Leventiner zweimal, verloren letztlich aber wieder 2:3 nach Verlängerung.

Die Partie wurde offensiv geführt. Ambri schoss 39 Mal, Lausanne sogar 44 Mal aufs Tor. Die Goalies Damiano Ciaccio (41 Paraden) und Luca Boltshauser (37 Paraden) glänzten. Für die Entscheidung sorgten Lausannes Schweizer Schlüsselspieler.

Denis Malgin, der NHL-Gast, glich in der regulären Spielzeit zweimal aus, zuerst in Unterzahl zum 1:1, später dreieinhalb Minuten vor Schluss zum 2:2. Christoph Bertschy, ein anderer Lausanner mit NHL-Vergangenheit, stellte nach 160 Sekunden der Verlängerung in Überzahl den Auswärtssieg sicher.

Für Ambri erzielte Julius Nättinen im dritten National-League-Spiel bereits sein drittes Tor.

Telegramme:

SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers 0:1 (0:1, 0:0, 0:0). 1000 Zuschauer. - SR Tscherrig/Fluri, Stuber/Steenstra (CAN). - Tor: 19. Cervenka (Profico, Clark/Powerplaytor) 0:1. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 3mal 2 plus 10 Minuten (Rowe) gegen Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Maxwell; Cervenka.

SCL Tigers: Punnenovs; Glauser, Brannström; Blaser, Leeger; Guggenheim, Grossniklaus; Lardi, Erni; Berger, Diem, Neukom; Sturny, Flavio Schmutz, Julian Schmutz; Earl, Maxwell, Weibel; Andersons, Melnalksnis, Kuonen.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Egli, Randegger; Jelovac, Profico; Maier, Sataric; Vukovic, Dufner; Clark, Sobotka, Cervenka; Schweri, Rowe, Dünner; Lehmann, Wetter, Eggenberger; Forrer, Ness, Lhotak.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Schilt (krank) und Salzgeber (verletzt), Rapperswil-Jona Lakers ohne Moses, Payr und Wick (alle verletzt). SCL Tigers ab 59:04 ohne Torhüter.

Ambri-Piotta - Lausanne 2:3 (0:0, 1:1, 1:1, 0:1) n.V. - 1496 Zuschauer. - SR Dipietro/Hungerbühler, Kehrli/Duarte. - Tore: 28. Müller (Zwerger, D'Agostini/bei 5 gegen 3) 1:0. 32. Malgin (Unterzahltor!) 1:1. 55. Nättinen (Müller, Zwerger/Powerplaytor) 2:1. 57. Malgin (Gibbons) 2:2. 63. Bertschy (Hudon/Powerplaytor) 2:3. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 7mal 2 Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Fora; Kenins.

Ambri-Piotta: Ciaccio; Fora, Ngoy; Hächler, Fischer; Fohrler, Pezzullo; Zaccheo Dotti; Kneubuehler, Flynn, Horansky; D'Agostini, Müller, Zwerger; Nättinen, Dal Pian, Grassi; Trisconi, Kostner, Bianchi; Rohrbach.

Lausanne: Boltshauser; Genazzi, Barberio; Heldner, Frick; Grossmann, Marti; Krueger; Gibbons, Malgin, Hudon; Bertschy, Emmerton, Kenins; Antonietti, Maillard, Almond; Leone, Jäger, Douay.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Isacco Dotti, Goi, Incir, Novotny und Pinana (alle verletzt), Lausanne ohne Conacher (überzähliger Ausländer)

Rangliste:

Ambri-Piotta - Lausanne 2:3 (0:0, 1:1, 1:1, 0:1) n.V. Biel - Bern 3:4 (0:1, 2:2, 1:1). SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers 0:1 (0:1, 0:0, 0:0).

1. ZSC Lions 7/15 (22:14). 2. Lausanne 7/14 (20:19). 3. Zug 5/11 (10:9). 4. Fribourg-Gottéron 4/9 (13:12). 5. Genève-Servette 5/9 (21:12). 6. Rapperswil-Jona Lakers 7/9 (14:18). 7. Lugano 4/6 (11:7). 8. Bern 5/6 (10:12). 9. Ambri-Piotta 7/6 (9:20). 10. Biel 5/5 (19:18). 11. Davos 3/3 (14:11). 12. SCL Tigers 5/3 (10:21).

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. Oktober 2020 11:56
aktualisiert: 21. Oktober 2020 11:56