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Allgemeines

Reaktionen von Sport-Grossveranstaltungen zum Bundesrats-Entscheid

28. April 2021, 19:22 Uhr
Die Welt der Sports reagiert im Grundsatz erfreut auf die Ankündigung des Bundesrates, ab Juli wieder 3000 und ab September 10'000 Zuschauer zuzulassen. Die Fussballer hingegen äussern Vorbehalte.
Ruedi Kunz ist mit dem Entscheid des Bundesrates im Grundsatz zufrieden.
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

«Durch diesen Entscheid ist eine Perspektive da. Er gibt den Organisatoren, aber auch den Athletinnen und Athleten Rückenwind für die kommenden Wochen und Monate. Auch aus finanzieller Sicht ist er natürlich wichtig», betont Ruedi Kunz, der Turnierdirektor des Beachvolleyball-Turniers in Gstaad und Präsident von der Organisation SwissTopSport, die 20 der grössten Sportveranstaltungen, welche jährlich in der Schweiz stattfinden und in ihren Sportarten zu den Besten der Welt gehören, vereinigt.

«Die Veranstalter sind zuletzt von den nationalen Behörden, insbesondere vom Bundesamt für Gesundheit, sehr gut informiert und stets auf dem Laufenden gehalten worden. Alle Organisatoren planen bereits seit einiger Zeit mit diesen Szenarien. Wichtig ist nun aber auch das ‹Kleingedruckte› und eine saubere Umsetzung mit den Kantonen», sagt er und fügt an: «Unabhängig davon, wie viele Zuschauer letztlich zugelassen sind: Das Wichtigste ist, dass die Bedingungen für die Sportlerinnen und Sportler stimmen und dass diese sich an den Anlässen sicher fühlen.»

Ein positives Signal

Die Athletissima in Lausanne begrüsst die Beschlüsse des Bundesrates. «Es ist ein Signal der Öffnung, das uns bessere Tage für den Sport voraussehen lässt», sagte Jacky Delapierre, der Patron des Leichtathletik-Events. Die Ausgabe 2021 sei auf Massnahmen in diese Richtung und gleichzeitig auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Die Organisatoren des Diamond-League-Meetings, das am 26. August stattfindet, geben die Hoffnung nicht auf, dass eine Entspannung der Lage früher möglich ist und mehr als 3000 Menschen ins Stadion strömen dürfen. Aber das sei letztlich nicht entscheidend, meinte Delapierre: «In einem Stadion mit 3000 Zuschauern können wir schon eine Kasse eröffnen.» Unabhängig von der genehmigten Kapazität werde die Athletissima 2021 auf der Pontaise das volle Programm anbieten.

Höhepunkte der Schwinger im 10'000er-Fenster

Für Rolf Gasser, den Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwingerverbandes ESV, ist die Öffnung für das Publikum grundsätzlich «eine gute Sache, ein Schritt in die richtige Richtung». Die beiden Saisonhöhepunkte - das Jubiläumsfest 125 Jahre ESV in Appenzell und der Kilchberger Schwinget - sind für den September terminiert, wenn wieder 10'000 Zuschauer zugegen sein dürfen.

Gasser sagt jedoch auch: «Bevor wir überhaupt wieder Feste durchführen können, müssen noch ganz andere Parameter erfüllt sein.» Will heissen: Die Schwinger müssen wieder normal und ohne Maske trainieren können. Sobald der gewohnte Trainingsbetrieb in den Klubs wieder läuft, wird es bis zu den Festen noch eine Vorlaufzeit von mehreren Wochen brauchen. Erst dann können die Schwinger nach einer derart langen Zeit wieder wettkampftauglich sein. Zu früh mit den Schwingfesten zu beginnen würde das im Schwingsport ohnehin schon erhebliche Risiko von Verletzungen weiter heraufsetzen. Schwingen vor Zuschauern ab Juli? Für Verband, Organisatoren und Athleten wird es ein Wettlauf mit der Zeit.

Die Fussballer hätten mehr erwartet

Für die Swiss Football League geht für ihre Meisterschaften der Vorschlag des Bundesrates zu wenig weit, wie sie per Communiqué mitteilt. Aufgrund der Äusserungen der Landesregierung zum 3-Phasen-Modell von letzter Woche nimmt die SFL weiter an, dass in der letzten Phase, der Normalisierungsphase, die Kapazitätsbeschränkungen aufgehoben werden. Deshalb sollten in den Stadien der Super League bereits ab Juli klar höhere Zuschauerzahlen möglich sein.

Die Fussballer hätten bereits im vergangenen Herbst unter realen Bedingungen bewiesen, dass sich die erarbeiteten Schutzkonzepte bewähren, weshalb die Rückkehr der Fans in die Stadien rasch umgesetzt werden kann. Zudem seien die Ansteckungsrisiken im Freien gemäss Expertenbeurteilung sehr klein. Und schliesslich gehe die SFL davon aus, dass mit dem Fortschritt bei den Impfungen keine Zugangsbeschränkungen zu den Stadien mehr nötig sein werden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. April 2021 19:22
aktualisiert: 28. April 2021 19:22