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Schweizer Springreiter verpassen im Grand Prix das Podest

4. Juni 2021, 19:59 Uhr
Nayel Nassar mit Igor unterwegs zum Coup.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Erstmals seit 2012 stellt die Schweiz keinen Podestreiter bei dem mit 150'000 Euro dotierten Grand Prix am CSIO St. Gallen. Dafür gewinnt in dem seit 1909 durchgeführten Anlass erstmals ein Ägypter.

Der in den USA wohnhafte und mit der Tochter von Bill Gates verlobte Nayel Nassar im Sattel von Igor sorgte für die grosse Überraschung. Der Ägypter verdrängte den Briten und ehemaligen Weltranglisten-Ersten Scott Brash mit Hello Vincent noch um 9 Hundertstel von der Spitze. Der deutsche Top-Reiter Philipp Weishaupt auf Coby büsste bereits über 7 Zehntelsekunden ein.

Nassar feierte bei der ersten Teilnahme in St. Gallen einen seiner grössten Erfolge. Auf gleichwertiger Stufe hatte er sich bereits im April 2019 bei dem mit 400'000 Dollar dotierten Grand Prix in New York durchgesetzt. Der 30-Jährige verfügt über einen breiten Beritt. «Für die Olympischen Spiele muss ich mich für eines von drei Pferden entscheiden», sagte er.

Ein Dutzend Paare waren unter Schweizer Flagge gemeldet. In das Stechen stiess mit Elian Baumann auf Campari, Alain Jufer mit Dante und Beat Mändli im Sattel von Dsarie ein Trio vor. Baumann und der Olympia-Kandidat Mändli klassierten sich mit dosiertem Risiko und weiteren Blankoritten in den Positionen 6 und 7. Jufer verzeichnete im zweiten Umgang zwei Abwürfe.

Unter besonderer Beobachtung stand jenes Quartett, das am Sonntag den lang ersehnten Heimsieg beim Nationenpreis feiern will. Der Europameister Martin Fuchs mit Leone Jei, Mändli und Bryan Balsiger im Sattel von Twentytwo des Biches werden die im Grand Prix präsentierten Pferde auch am Sonntag einsetzen. Der erst neunjährige Wallach von Fuchs kam gut durch den Parcours. Allerdings fiel die Stange wie bei vielen anderen Paaren bei Hindernis Nummer 4, einem Steilsprung. Balsiger wurde der Aussprung der Kombination zum Verhängnis.

Der am Freitag durch Daniel Deusser von der Weltranglisten-Spitze verdrängte Steve Guerdat, auch er ist für den Sonntag selbstredend nominiert, gab dem zehnjährigen Hengst Maddox erstmals auf höchstem Niveau eine Chance. Drei Abwürfe warfen den Titelverteidiger aus dem Rennen. Am Sonntag sattelt der Olympiasieger von London 2012 dann Venard de Cerisy, der ihn 2019 auf dem Gründenmoos zum Grand-Prix-Sieg geführt hatte.

Quelle: sda
veröffentlicht: 4. Juni 2021 20:00
aktualisiert: 4. Juni 2021 19:59