«Träumen ist erlaubt»

Marc Lustenberger: Ein 19-Jähriger mit grossem Erfolg und noch grösseren Zielen

Tobias Hotz, 6. Juli 2022, 10:26 Uhr
Ein 19-jähriger Schwinger aus Hasle verzückt die Schwingwelt. Am ISAF in Ennetbürgen hat Marc Lustenberger sein Saisonziel erreicht. Das ist für ihn aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Er steckt sich bereits wieder neue Ziele.

Quelle: Tele 1

Der Schwingsonntag hatte in Ennetbürgen kaum begonnen, da ging bereits der erste Aufschrei durch die Arena. Der Urner Eidgenosse Andi Imhof lag im Sägemehl. Bezwungen wurde er vom 18 Jahre jüngeren Marc Lustenberger aus Hasle. «Die Arena hat getobt, es war unglaublich», beschreibt der 19-Jährige seinen Auftakt in das Innerschweizerische.

Makellose Saisonbilanz

Sicherlich ein grosser Sieg von Lustenberger, doch lange kein komplett überraschender. Zu gut ist seine Bilanz in dieser Saison. Bereits vier Kränze gewann er. Am Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest belegte er gar Rang 2d. Dementsprechend klar war sein Ziel in Ennetbürgen: «Ich habe mir vor der Saison das Ziel gesteckt, Teilverbandskranzer zu werden.»

In der Mittagspause war das Erreichen dieses Ziels mehr als realistisch. Nach Andi Imhof legte er auch noch Ruedi Käslin und Marco Ulrich auf den Rücken. Und nach dem er im vierten Gang auch noch Toni Omlin bezwang, lag gar der Schlussgang im Bereich des Möglichen. Der Berner Gast Matthias Aeschbacher war dann jedoch zu stark. Einen zweiten Eidgenossen legte Lustenberger an diesem Sonntag nicht.

Grosser Ehrgeiz als grosser Antrieb

«Mein Ehrgeiz ist sehr gross.» Im letzten Gang für einen Gestellten schwingen und so den Kranz zu sichern, sei für ihn keine Option gewesen. «Es ist für mich meistens auch eine gute Verteidigung, wenn ich auf Angriff schwinge.» Verteidigen musste er sich im letzten Gang mehrere Male mirakulös. Christian Odermatt verlange von Lustenberger alles ab. Statt des angestrebten Sieges gab es den nötigen Gestellten für den Kranzgewinn am ISAF.

«Ich bin sehr glücklich, obwohl ich lieber gewonnen hätte für eine bessere Klassierung», unterstreicht Marc Lustenberger nach dem sechsten Gang seinen Ehrgeiz. Seinen Ehrgeiz verdeutlicht auch sein Trainingspensum. «Im Winter bin ich zwei Mal im Kraftraum und absolviere bis zu vier Schwingtrainings in der Woche.» Einen Gang runterschalten lasse sein Ehrgeiz kaum zu. «Manchmal bin ich ein Sturkopf. Dann verordnen mir meine Mutter und meine Trainerin eine Pause.»

Marc Lustenberger schwingt sich in den Fokus.

© Tobias Hotz / PilatusToday

Zusätzlich zu diesem Programm ist der Zimmermann noch als Trainer im Skiclub Hasle tätig. «Skifahren braucht grosse finanzielle Mittel und im Schwingen habe ich mehr Potenzial.» Eine Skikarriere sei daher nie infrage gekommen.

Steil hinauf soll jedoch seine Karriere als Schwinger gehen. Klar definiert sind daher auch seine Ziele für das Eidgenössische Ende August in Pratteln. «Ich möchte in Topform antreten und sicher acht Gänge schwingen. Das ist das Minimalziel.» Ein 19-jähriger König werden wie Jörg Abderhalden? «Träumen ist ja erlaubt. Doch der Königstitel ist sicherlich zu hoch angesetzt.»

Und wie verläuft der Abend nach dem Erreichen des Saisonziels? «Ein bisschen festen, doch am Dienstag ist schon wieder Training.» Keine überraschende Antwort.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Juli 2022 12:48
aktualisiert: 6. Juli 2022 10:26
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