Zum zweiten Mal

«Die Freude ist sehr gross»: Mike Müllestein gewinnt das Schwyzer Kantonale

Daniel Schmuki, 16. Mai 2022, 09:00 Uhr
Der Sieger des 97. Schwyzer Kantonalen heisst Mike Müllestein. Der 32-Jährige aus Steinerberg setzte sich im rein schwyzerischen Schlussgang gegen Reto Nötzli durch. Die Entscheidung fiel erst wenige Sekunden vor Schluss.
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Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Dass es in Muotathal zu einem Schwyzer Schlussgang kommen wird, darauf hatte zu Beginn des Tages wenig hingedeutet. Zu dominant trat Top-Favorit Joel Wicki auf, zu verhalten präsentierten sich die Schwyzer Eidgenossen im Anschwingen. Doch dann, im dritten Gang, die grosse Überraschung: Der bis zu diesem Zeitpunkt makellose Wicki verliert gegen Christoph Waser und wird zurückgebunden.

«Das ist sehr ärgerlich. Doch so etwas kann passieren. Ich habe zu viel riskiert», sagt ein enttäuschter Joel Wicki gegenüber PilatusToday und Tele 1. Das Wichtigste sei aber, dass er unfallfrei sei. «Jetzt hoffe ich einfach, dass sich diese Fehler am Eidgenössischen in Pratteln nicht wiederholen.»

Joel Wicki befindet sich laut eigenen Angaben noch nicht in Bestform.

© KEYSTONE/Urs Flueeler

Rochade an der Spitze der Rangliste

Von Wickis Ausrutscher profitieren konnten Ronny Schöpfer und Ueli Rohrer. Sie übernahmen zur Mittagspause mit drei Siegen und 30 Punkten die Führung. Doch der Entlebucher Schöpfer und Rohrer aus Flüeli-Ranft mussten sich im 4. Gang beide das Sägemehl vom Rücken wischen lassen und die Führung wieder abgeben.

Vom neuen Führenden-Quartett, bestehend aus Reto Fankhauser, Mike Müllestein, Reto Nötzli und Marco Ulrich, blieben im nächsten Durchgang einzig Müllestein und Nötzli siegreich. Sie liessen sich im 5. Gang beide die Maximalnote notieren und sicherten sich damit die Schlussgang-Teilnahme.

Entscheidung in fast letzter Sekunde

Damit war klar: Gibt es im Schlussgang einen Sieger, bleibt der Festsieg im Kanton Schwyz – im vergangenen Jahr hatte Christian Schuler gewonnen, der heuer verletzungsbedingt passen musste. Bei einem Gestellten hätte Sven Schurtenberger aus Buttisholz den Festsieg geerbt.

Doch dazu kam es nicht, obschon sich Müllestein und Nötzli im Schlussgang sehr lange Zeit liessen, bis sie die ersten Angriffsversuche wagten. Erst als der Kampfrichter die letzte Minute anzählte, setzte Mike Müllestein alles auf eine Karte und bettete seinen regelmässigen Trainingskollegen Reto Nötzli doch noch ins Sägemehl.

Der Schlussgang war eine rein schwyzerische Angelegenheit.

© KEYSTONE/Urs Flueeler

Zweiter Sieg am Schwyzer Kantonalen

«Ich wusste von Anfang an, es wird kein einfacher Schlussgang. Reto und ich kennen uns seit den Jungschwingerzeiten. Wir haben bereits da immer gegeneinander geschwungen», sagt Müllestein. Dass es kurz vor Ablauf der Zeit noch zum Sieg gereicht hat, macht den 32-Jährigen aus Steinerberg unglaublich stolz: «Es zeigt, man ist noch dabei und kann mit den Besten mithalten, wenn man einen guten Tag erwischt.»

Es ist bereits das zweite Mal, dass Mike Müllestein das Schwyzer Kantonale gewinnt. Erstmals war ihm dies im Jahr 2015 gelungen. Nun wird er sich eine Pause gönnen. Am kommenden Sonntag, am Tag des Urner Kantonalen, wird der Schwyzer nämlich 33 Jahre alt. Da muss das Schwingen für einmal hinten anstehen.

Mike Müllestein lässt sich feiern. Er gewinnt zum zweiten Mal das Schwyzer Kantonale.

© Keystone / Urs Flüeler

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Liveticker zum Nachlesen:

Hiermit beenden wir die Live-Berichterstattung zum Schwyzer Kantonalen. Besten Dank für das Interesse und bis zum nächsten Sonntag am Urner Kantonalen.

16.56 Uhr: Der Festsieger steht fest

Der Sieger des 97. Schwyzer Kantonalen heisst Mike Müllestein. Der 32-Jährige aus Steinerberg setzt sich im Schlussgang gegen Reto Nötzli durch. Die Entscheidung fiel wenige Sekunden vor Schluss. Der Kampfrichter hatte kurz zuvor die letzte verbleibende Minute im Schlussgang angekündigt.

Damit bleibt der Festsieg am Schwyzer Kantonalen in Schwyzer Händen. Im vergangenen Jahr hatte Christian Schuler aus Rothenthurm gewonnen, der heuer wegen einer Verletzung absagen musste.

16.00 Uhr: Festakt vorbei, die heisse Phase beginnt

Der Festakt ist Geschichte. Nun geht es mit dem 6. Gang weiter. Wer kann sich einen der begehrten Kränze sichern? Der Schlussgang ist um 16.45 Uhr geplant.

15.00 Uhr: Knappe Entscheidung um Schlussgang-Teilnahme

Von den vier Führenden gewinnen sowohl Reto Nötzli (gegen Roman Fellmann) als auch Mike Müllestein (gegen Urs Doppmann). Reto Fankhauser muss sich von Matthias Aeschbacher das Sägemehl vom Rücken wischen lassen, Marco Ulrich von Sven Schurtenberger. Damit kommt es im Schlussgang zum Duell zweier Schwyzer: Nötzli gegen Müllestein.

Mike Müllestein hat sich trotz Gestelltem im Anschwingen doch noch für den Schlussgang qualifiziert.

© KEYSTONE/Urs Flueeler

Besonders bitter ist dies für den Luzerner Sven Schurtenberger. Ihm fehlen mikrige 0.25 Punkte, um ebenfalls ein möglicher Kandidat für den Schlussgang zu sein. Denn Nötzli und Müllestein erhalten für ihre Siege im 5. Gang ebenfalls die Maximalnote 10.

Reto Nötzli (rechts) steht im Schlussgang.

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13.45 Uhr: Schöpfer und Rohrer müssen Führung im 4. Gang abgeben

Mike Müllestein hat den Tritt nach der Mittagspause gefunden. Er fügt Ronny Schöpfer die erste Niederlage zu. Damit meldet sich der Schwyzer Eidgenosse definitiv zurück – er steht nun bei drei Siegen und einem Gestellten.

Siege gibt es im 4. Gang auch für die Eidgenossen Erich Fankhauser (gegen Roger Betschart), Reto Nötzli (gegen Christoph Waser), Alex Schuler (gegen Andre Theiler), Joel Wicki (gegen Ueli Wiget), Sven Schurtenberger (gegen Ueli Rohrer) und Matthias Aeschbacher (gegen Alex Huber).

An der Spitze der Rangliste kommt es zur grossen Rochade: Nun führen der Luzerner Reto Fankhauser und die drei Schwyzer Reto Nötzli, Mike Müllestein und Marco Ulrich punktgleich. Damit können sich die Schwyzer berechtigte Hoffnungen auf einen Heimsieg machen.

An der Spitze kommt es zum grossen Zusammenschluss.

© ESV

13.00 Uhr: Es wird wieder geschwungen

Die Mittagspause ist vorbei. Die Zuschauerinnen und Zuschauer kehren langsam auf ihre Plätze zurück. Auch greifen bereits wieder die ersten Schwinger zusammen. Die grosse Frage am Nachmittag wird sein: Können die bisher makellosen Ronny Schöpfer und Ueli Rohrer ihren Lauf fortsetzen? Und wie hat Top-Favorit Joel Wicki die überraschende Niederlage verdaut?

Einige Schwingfans haben es sich auf der Mauer vor der Kirche bequem gemacht. Von dort aus haben sie die sechs Schwingplätze perfekt im Überblick.

© KEYSTONE/Urs Flueeler

11.40 Uhr: Mittagspause in Muotathal

Das Schwingfest kommt zügig voran. Es geht in die Mittagspause. En Guete! Weiter geht es um 13 Uhr mit dem 4. Gang.

11.20 Uhr: Überraschende Niederlage von Wicki

Der dritte Gang hält eine faustdicke Überraschung bereit: Joel Wicki, der bisher dominierte, muss sich Christoph Waser geschlagen geben. Zunächst liegt zwar der Nidwaldner im Sägemehl, doch der Kampfrichter gibt das Resultat nicht. Kurz nachdem die beiden erneut zusammen greifen, ist es Wicki, der mit dem Rücken im Sägemehl liegt. Damit hätten wohl die wenigsten gerechnet.

Mit Blick auf die Eidgenossen verbuchen Reto Nötzli (gegen Thomas Bucher), Sven Schurtenberger (gegen Joel Kessler) und Mike Müllestein (gegen Martin Bättig) einen Sieg. Zurückgefallen ist hingegen Alex Schuler, der gegen Kilian Bühler einen Gestellten hinnehmen muss. Auch Erich Fankhauser stellt gegen Alex Schuler, aber gegen den Nichtkranzer des Mythenverbandes. Zu guter Letzt stellt auch Matthias Aeschbacher (gegen Remo Vogel).

So präsentiert sich die Rangliste zur Mittagspause.

© ESV

Ronny Schöpfer reiht dagegen Sieg an Sieg und steht nach drei Gängen mit 30 Punkten an der Spitze. Der Entlebucher gewann auch gegen den bisher ungeschlagenen Silvan Appert. Er teilt sich die Führung zur Mittagspause mit Ueli Rohrer aus Flüeli-Ranft, der ebenfalls auf 30 Punkte kommt.

10.15 Uhr: Der 3. Gang beginnt

Nach der Sonntagsstille auf dem Festplatz geht es nun weiter mit dem 3. Gang. Die Augen werden einmal mehr auf Joel Wicki gerichtet sein, der heute noch keine Minute im Sägemehl stand. Er machte mit seinen ersten beiden Gegnern jeweils kurzen Prozess.

Auch die Fahnenschwinger dürfen am Schwyzer Kantonalen nicht fehlen.

© PilatusToday

09.45 Uhr: Wicki weiter unwiderstehlich

Der Sörenberger Joel Wicki kennt auch mit seinem zweiten Gegner, Adrian Steinauer, kein Pardon. Der Co-Sieger des Zuger Kantonalen stehe erneut lediglich wenige Sekunden im Sägemehl, ehe er seinen Gegner besiegt. Damit steht Wicki nach zwei Gängen mit der Maximalpunktzahl von 20 da.

Matthias Aeschbacher, der Gastschwinger aus dem Kanton Bern, hat nach zwei Gängen ebenfalls zwei Siege auf dem Notenblatt stehen. Er legte im zweiten Gang Roger Bürli ins Sägemehl. Weil er im ersten Gang jedoch keine 10 Punkte gutgeschrieben erhielt, liegt er auf Rang 2a.

So präsentiert sich die Rangliste nach zwei Gängen.

© ESV

Zum ersten Sieg kamen die Eidgenossen Reto Nötzli (gegen Marcel Betschart), Alex Schuler (gegen Lars Würsch), Sven Schurtenberger (gegen Reto Waser), Erich Fankhauser (gegen Roland Kälin) und Mike Müllestein (gegen Roman Fellmann). Die erste Niederlage hinnehmen muss Stefan Stöckli. Er verliert gegen Alex Huber.

Für Matthias Herger, den Co-Sieger des Zuger Kantonalen, ist das Schwyzer Kantonale bereits zu Ende. Der Urner bricht das Fest nach dem 1. Gang ab. Wie schwer er sich gegen Wicki verletzt hat, ist unklar.

Die Stimmung in Muotathal ist super.

© PilatusToday

08.45 Uhr: Das Anschwingen ist vorbei

Die Eidgenossen starten verhalten ins Schwingfest. Von den acht «Bösen» können einzig Joel Wicki und Matthias Aeschbacher (gegen Joel Ambühl) ihre Gänge gewinnen. Topfavorit Wicki benötigte für seinen Sieg gegen Matthias Herger nicht einmal 30 Sekunden. Doch der Urner scheint sich bereits bei der ersten Aktion verletzt zu haben und war in der Folge leichte Beute für den Sörenberger.

Die weiteren Eidgenossen Sven Schurtenberger (gegen Gustav Steffen), Erich Fankhauser (gegen Marco Ulrich) und Mike Müllestein (gegen Reto Fankhauser) stellen. Genauso wie Reto Nötzli und Stefan Stöcklin im einzigen Direktduell zweier «Bösen».

Alex Schuler legt gar einen Fehlstart hin. Der Schwyzer muss sich an seinem Heimfest das Sägemehl von Ronny Schöpfer vom Rücken wischen lassen.

07.30 Uhr: Und los geht's

Die ersten Schwinger greifen ins Geschehen ein. Und langsam aber sicher füllen sich auch die Tribünen. Das Wetter präsentiert sich perfekt. Die Sonne scheint bereits hinter der Kirche hervor auf den Schwingplatz.

Das Schwyzer Kantonale in Muotathal hat begonnen.

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07.15 Uhr: Spezielles Schwingfest für Philipp Schuler

Philipp Schuler steht heute zum letzten Mal im Sägemehl. Der 40-Jährige aus Rothenthurm beendet nach dem Schwyzer Kantonalen seine Karriere. Schuler war 30 Jahre lang im Schwingsport aktiv.

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Quelle: PilatusToday / David Migliazza

07.00 Uhr: Spitzenpaarungen versprechen Spannung

Bereits im Anschwingen greifen Joel Wicki und Matthias Herger zusammen, die beiden Sieger des Zuger Kantonalen von Anfang Monat. Weiter kommt es unter anderem zum Duell Matthias Aeschbacher – Joel Ambühl. Mit Reto Nötzli und Stefan Stöckli messen sich zudem bereits im 1. Gang zwei Eidgenossen miteinander.

Die Spitzenpaarungen am Schwyzer Kantonalen haben es in sich.

© ESV

06.45 Uhr: Starkes Teilnehmerfeld

Das Teilnehmerfeld am Schwyzer Kantonalen kann sich sehen lassen. Insgesamt acht Eidgenossen sind mit dabei, darunter auch Joel Wicki, Sven Schurtenberger, Erich Fankhauser, Mike Müllestein und der Berner Gastschwinger Matthias Aeschbacher. Nicht mit dabei ist hingegen Titelverteidiger Christian Schuler. Der Rothenthurmer muss verletzt passen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Mai 2022 07:17
aktualisiert: 16. Mai 2022 09:00
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