Saisonstart in Sölden

Am Wochenende gehts los: Zentralschweizer Skistars im Formcheck

Sven Brun, 21. Oktober 2022, 13:55 Uhr
Traditionell wird die Skisaison mit zwei Riesenslaloms in Sölden eröffnet. In dieser Saison stehen aber noch viele weitere Highlights an, beispielsweise die erste Weltcup-Abfahrt in Zermatt. Mittendrin statt nur dabei sind auch zahlreiche Zentralschweizer Skihoffnungen. Wir machen den Formcheck.

Quelle: PilatusToday

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Marco Odermatt: Übertrumpft der Champion auch in dieser Saison die Konkurrenz? 

Der Buochser Marco Odermatt startet als amtierender Gesamtweltcupsieger in den Ski-Winter. «Ich würde natürlich sofort unterschreiben, wenn es wieder eine ähnliche Saison gibt», sagte er vor zwei Wochen im Gespräch mit PilatusToday und Tele 1. Sein Erfolgsrezept: «Auf jedes Rennen freuen und immer das Beste geben.» Er hätte gut trainiert: «Ich fühle mich körperlich und konditionell noch einmal besser als in der vergangenen Saison.»

Für die Konkurrenz heisst es deshalb einmal mehr: Wer siegen will, muss «Odi» schlagen. Die ersten Konkurrenten stöhnen deshalb bereits vor dem Auftakt in Sölden auf. «Odermatt hat das Skifahren leider nicht verlernt», meint etwa der Österreicher Stefan Brennsteiner gegenüber der «Kronen Zeitung».

Die grössten Rivalen für den Schweizer Champion kommen vor allem aus dem norwegischen Lager. Aleksander Aamodt Kilde und Henrik Kristoffersen hegen sicherlich Ambitionen auf die grosse Kristallkugel. Aber auch Ski-Cracks wie Meillard, Mayer, Feller und Braathen haben durchaus das Potenzial, regelmässig in verschiedenen Disziplinen aufs Podium zu fahren.

Michelle Gisin: Kann die Allrounderin um die Kristallkugeln mitfahren? 

Michelle Gisin zählt praktisch bei jedem Rennen – egal ob im Speed-Bereich oder in den technischen Disziplinen – zumindest zum erweiterten Favoritenkreis. Und wer überall Punkte sammeln kann, kann auch eine Kristallkugel gewinnen. Dennoch gibt es ein grosses Fragezeichen bei der Engelbergerin: Die zweimalige Olympiasiegerin fährt in diesem Jahr, nach 15 Jahren Rossignol, neu auf Salomon-Skiern.

Sie fühle sich deshalb auch noch nicht in Topform. «Bisher stand vor allem die Gewöhnung auf das neue Material im Vordergrund», sagt Gisin. Es sei jedoch sowieso nicht ihr Ziel gewesen, möglichst früh in Form zu kommen. «Die Saison ist lange und es kommen viele Rennen.» Man darf also gespannt sein, wie rasch sich Gisin auf ihren neuen «Schneebrettern» zurechtfinden wird.

Wendy Holdener: Gibt es endlich den ersten Slalom-Sieg? 

Es ist eigentlich kaum zu glauben. Seit Jahren fährt die Schwyzerin Wendy Holdener sowohl im Riesenslalom als auch in ihrer Paradedisziplin Slalom in der Weltspitze mit. Für einen Sieg hat es in diesen Disziplinen jedoch noch nie gereicht. Dies dürfte ihr grosses Ziel in diesem Winter sein, auch wenn Holdener im Vorfeld nicht öffentlich über ihre diesjährigen Saisonambitionen sprechen wollte.

«Ich bin happy und motiviert – ich freue mich auf die Saison», sagt sie. Holdener bereitete sich unter anderem in der Skihalle Hamburg auf die kommenden Ernstkämpfe vor:

Corinne Suter: Kann die Speed-Queen wieder öfter siegen? 

Ob Corinne Suter bereits in Sölden ihr Saison-Debüt geben wird, ist noch offen. Allerdings liegt bei ihr der Fokus sowieso eher auf den Speed-Disziplinen. Die Abfahrts-Olympiasiegerin stand im vergangenen Winter jedoch nur dreimal auf dem Weltcup-Podest. In dieser Saison soll dies wieder regelmässiger der Fall sein. Ein konkretes Saisonziel gibt Suter jedoch nicht ab: «Ich möchte mein bestes Skifahren zeigen, Freude und Spass zu haben.»

Anders als in der vorherigen Saison, als die Schwyzerin während der Vorbereitung einen mittelschweren Sturz erlitt, sei in diesem Jahr alles nach Plan verlaufen: «Ich bin sehr zufrieden, ich konnte mich gut vorbereiten.» Es ist also damit zu rechnen, dass Suter spätestens beim Abfahrtstart in Zermatt wieder voll auf Sieg fahren wird.

Reto Schmidiger: Kann er Johannes Strolz nachahmen? 

Der Nidwaldner Reto Schmidiger ist ein guter Freund von Marco Odermatt. Doch anders als «Odi» gehört Schmidiger keinem Nationalkader von Swiss-Ski mehr an. Der Verband gestand ihm auf diese Saison hin keinen Platz zu. Damit erhält er auch keine finanziellen Unterstützungen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Slalom-Spezialist seine Karriere als beendet erklärt hat. Nach Vorbild von Johannes Strolz, der vor einem Jahr aus dem österreichischen Kader gestrichen und dann Olympiasieger wurde, will auch Schmidiger nochmals angreifen. Es wird sich zeigen, zu wie vielen Punkten und Einsätzen Schmidiger im Weltcup kommen wird.

Können weitere Zentralschweizer für Furore sorgen? 

Bereits jetzt ist klar: Jasmina Suter vom Stoss wird in dieser Saison keine Rolle spielen. Die 27-Jährige erlitt während den Vorbereitungen einen Kreuzbandriss. Slalom-Spezialistin Aline Danioth wird erstmals in Levi, Mitte November, mit von der Partie sein. «Ich will an die Leistungen in der vergangenen Saison anschliessen. Vor allem im Slalom möchte ich nochmals einen weiteren Schritt in Richtung Weltspitze machen.»

Mit Andrea Ellenberger aus Hergiswil und Priska Nufer aus Alpnach kommen zwei weitere weibliche Protagonistinnen aus der Zentralschweiz, die bereits regelmässig im Weltcup punkten konnten. Interessant wird auch zu sehen sein, wie Delia Durrers Karriere im Weltcup verlaufen wird. Die 19-jährige Nidwaldnerin gewann im vergangenen Winter zum zweiten Mal den Schweizer-Meister-Titel in der Abfahrt:

Bei den Männern werden Yannick Chabloz und Semyel Bissig zu ihren Einsätzen kommen. Chabloz, der Beckenrieder mit Waadtländer Wurzeln, sorgte bereits mit einem 13. Platz im vergangenen Jahr in Gröden für Furore. Sein Ziel muss sein, nun regelmässig in die Top 30 zu fahren.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 21. Oktober 2022 13:55
aktualisiert: 21. Oktober 2022 13:55