Ski alpin

Mauro Caviezel mit siegreichem Comeback

12. Dezember 2020, 14:15 Uhr
Mauro Caviezel riss sich Mitte Juni die linke Achillessehne, beim Comeback in Val d'Isère überzeugte er jedoch vollends
© KEYSTONE/EPA/GUILLAUME HORCAJUELO
Was für ein Comeback von Mauro Caviezel: Der Bündner gewinnt nur sechs Monate nach dem Riss der linken Achillessehne den Weltcup-Super-G in Val d'Isère.

Als Gewinner der Super-G-Kristallkugel des vergangenen Winters durfte Mauro Caviezel am Freitag seine Startnummer als Erster wählen. Der 32-Jährige entschied sich für die Nummer 5, was sich bei schwierigen Verhältnissen in der Savoyer Skistation als ideal erweisen sollte. Caviezel fand immer noch eine gute präparierte Piste vor, zudem verfügte er in diesem nur gut eine Minute dauernden Sprintrennen bereits über wichtige Informationen, die ihm sein als Erster gestarteter Teamkollege Marco Odermatt liefern konnte.

Bei der ersten Zwischenzeit nach knapp 15 Fahrsekunden noch leicht zurück, erwischte der nachmalige Sieger die weiteren Passagen bei schlechter Sicht im Schneegestöber jedoch viel besser als seine Konkurrenten. Einzig der Norweger Adrian Sejersted kam bis auf einen Zehntel an Caviezel heran. Der drittklassierte Österreicher Christian Walder lag bereits um 0,54 Sekunden zurück.

Im Siegerinterview mit SRF zeigte sich Mauro Caviezel überrascht, «denn noch am Tag zuvor im Abfahrtstraining hatte ich kein gutes Gefühl. Dass es mir danach im ersten Rennen gleich so gut aufgeht, daran glaubte ich nicht gerade. Es ist einfach unglaublich.» Der Schweizer sprach auch davon, dass die Sichtverhältnisse schwierig gewesen seien. «Es war flaches Licht, also schlechte Bodensicht. Beim Super-G ist das Tempo immer schwierig einzuschätzen. Dennoch muss man angreifen und von Tor zu Tor pushen.» Für Caviezel ging der Plan perfekt auf. Er vergass auch nicht den Dank an seine Ärzte und Physiotherapeuten. «Ich bin ganz einfach dankbar für all den Support der Leute, die das möglich gemacht und mich gepusht haben.»

Achillessehnenriss im Juni

Was den ersten Weltcup-Triumph von Mauro Caviezel noch spezieller macht: Nach einem erst im Juni im Konditionstraining erlittenen Riss der linken Achillessehne bestritt der letztjährige Super-G-Disziplinensieger sein erstes Saisonrennen. Sein erstes Rennen auf oberster Stufe bestritt er im März 2008. Ein Slalom im slowenischen Kranjska Gora wars damals, mit der hohen Startnummer 66 schied der Bündner Teenager im ersten Lauf aus.

Mittlerweile ist Mauro Caviezel, dessen jüngerer Bruder Gino ebenfalls im Weltcup Rennen fährt, nach zahlreichen Verletzungen zum erfolgreichen Speedfahrer mutiert. Zehnmal stand er vor seiner Siegpremiere auf einem Weltcup-Podest, erstmals im März 2017 in Aspen als Dritter. Einen Monat zuvor hatte er in St. Moritz hinter Weltmeister Luca Aerni und dem Österreicher Marcel Hirscher in der Kombination WM-Bronze gewonnen.

Feuz zweitbester Schweizer

Zweitbester Schweizer im Super-G in Val d'Isère war Beat Feuz (0,91 Sekunden zurück), dem nur 15 Hundertstel zu Platz 4 fehlten. Odermatt verlor als 13. gut eine Sekunde auf seinen siegreichen Teamkollegen. Weltcup-Punkte gab es auch für Urs Kryenbühl (20.), Stefan Rogentin (24.) und Gino Caviezel (26.).

Am Sonntag findet in Val d'Isère ebenfalls auf der Piste Oreiller-Killy die erste Abfahrt des Weltcup-Winters 2020/21 statt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Dezember 2020 14:20
aktualisiert: 12. Dezember 2020 14:15