Ski alpin

Schweizer Sieges-Hoffnungen dank Duo Odermatt/Meillard

18. Oktober 2020, 05:05 Uhr
Marco Odermatt hat mit Sölden noch eine Rechnung offen: 2019 war er nach dem ersten Lauf noch auf Podestkurs, am Ende reichte es ihm jedoch nicht in die Top 10
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
24 Stunden nach den Frauen starten auch die Männer in die alpine Saison. Swiss-Ski verfügt mit Marco Odermatt und Loïc Meillard über zwei Siegesanwärter.

Der letzte Schweizer Abfahrtssieg? Gelang Beat Feuz im Januar in Wengen. Der letzte Weltcup-Triumph im Super-G? Holte überraschend Marco Odermatt Anfang Dezember 2019 in Beaver Creek. Und im Slalom, viele Jahrzehnte die schwächste Disziplin von Swiss-Ski, brillierte im vergangenen Winter Daniel Yule mit gleich drei Triumphen.

Im Riesenslalom jedoch muss weiter zurückblättern, wer Schweizer Sieger finden will. Seit 2003 und dem Rücktritt des zweifachen Riesenslalom-Weltmeisters und 23-fachen Weltcupsiegers Michael von Grünigen gab es im Weltcup nur noch zehn Schweizer Triumphe - durch Daniel Albrecht (3), Marc Berthod (1), Didier Cuche (3) sowie deren vier durch Carlo Janka. Der mittlerweile 34-jährige Bündner sorgte im März 2011 in Kranjska Gora zugleich auch für den letzten Swiss-Ski-Triumph in dieser Disziplin.

Nun aber nähren vor allem Marco Odermatt und Loïc Meillard die Hoffnung auf ein baldiges Ende der sieglosen Zeit. «Wir sind eine sehr starke Gruppe. Dass im Riesenslalom etwas kommt, das wissen wir schon seit zwei, drei Jahren», sagte Odermatt im SRF-Interview. Schon in der Vergangenheit habe man immer wieder sehr gute einzelne Läufe übers ganze Team verteilt gehabt. Solch gute Leistungen gelte es künftig über zwei Läufe abzurufen, so der Nidwaldner. «Dann klappt es hoffentlich in dieser Saison.» Die erste Gelegenheit dazu besteht am Sonntag in Sölden, wo traditionell der erste Riesenslalom der Saison ausgetragen wird.

Das Duo Odermatt/Meillard sorgte in dieser Disziplin bislang für fünf Weltcup-Podestplätze, keiner davon kam in Sölden zustande, wo mit Didier Cuche 2009 letztmals ein Schweizer vom Podium grüsste. Odermatt startete bislang zweimal auf dem Rettenbach-Gletscher. An sein Weltcup-Debüt 2016, als er mit Startnummer 53 gleich die Finalteilnahme schaffte und 17. wurde, denkt er gerne zurück. Weniger gute Erinnerungen hat der 23-Jährige an vergangene Saison. Da lag er nach halbem Pensum an dritter Stelle, ehe ihn ein grosser Fehler im zweiten Lauf in den 13. Rang zurückwarf.

In den Schneetrainings der letzten Wochen zeigte Odermatt, dass mit ihm zu rechnen sein wird. «Seine Form ist sehr gut und stabil. Er ist ein abnormal guter Skifahrer und auch mental stark», kam Gruppentrainer Helmut Krug gegenüber SRF regelrecht ins Schwärmen. Krug verfügt mit Gino Caviezel über einen weiteren Top-15-Fahrer. Der Bündner klassierte sich in der verkürzten letzten Saison in sechs von sieben Rennen in den ersten 17. Allerdings kam er in seiner Spezialdisziplin noch nie über Rang 8 hinaus.

Ambitionen nach vorne hat auch der Walliser Justin Murisier, der in der zweiten Saison nach überstandener Knieverletzung wieder zu seiner einstigen Konstanz auf hohem Level zurückfinden will. Vom St. Galler Cédric Noger wird der nächste Schritt erwartet, nachdem er im letzten Winter sechsmal punktete, aber nie besser als 19. war.

Der Winter 2019/20 war der erste nach dem Rücktritt des österreichischen Überfliegers Marcel Hirscher. Einen direkten «Erben» gab es nicht. Einzig Alexis Pinturault vermochte mehr als einen Riesenslalom zu gewinnen. Einer seiner drei Siege in dieser Disziplin gelang dem Franzosen in Sölden. Doch Henrik Kristoffersen war über den Winter konstanter, weshalb sich der Norweger die kleine Kristallkugel für den Disziplinensieg sicherte. Auch im Kampf um den Gesamtweltcup musste sich Pinturault einem Norweger (Aleksander Kilde) knapp geschlagen geben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. Oktober 2020 05:05
aktualisiert: 18. Oktober 2020 05:05